Seite - 171 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Bild der Seite - 171 -
Text der Seite - 171 -
171 Niday
mä?-«") d. i. Nachgeber für Gemeinde»
Vorstände. Notäre und Proceßführende,
daö zu Pesth im Jahre 1864 erschienen
ist. Die Fachkritik schreibt über R. als
Schriftsteller, daß seine Sckriften sich
durch treffliche Charakterzeichnung, echt
humoristische körnige Sprache, Origi-
nalität und gesunden Humor auszeichnen.
Ein Kind des VolkeS, kannte er eS,
wie Wenige, liebte er eS, wie Wenige,
und sprach seine Sprache, wie vielleicht
Niemand vor ihm, daher denn auch bei
der Redaction eines ungarische» Wörter»
buches auf feine Schriften ein um so grö»
ßerer Bedacht zu nehmen sein wird, als
sie eine Fülle origineller Volksausdrücke
und Spracbwendungen enthalten. Er hat
der Volküliteratur eine neue Richtung
gegeben und ist sozusagen,der „Bahn«
brecher" dieser Richtung. Der oben er>
wähnten Gigenartigkeit seines StylS we>
gen ist er aber auch sehr schwer übersetzbar.
Jedoch sind einige seiner Romane in
deutscher Uebersetzung bei Ha rtleben
in Pesth erschienen. I n den letzten Jahren
war er uielfacd politisch thätig. R. war zu
Anfang des Jahres 1868 in seinem Berufe
nach Wien gekommen, nämlich um für die
Pesther Journale über die Delegationö»
Verhandlungen zu schreiben. Erstand, erst
48 Jahre alt, in voller Manneskraft; war
wie gewöhnlich von heiterster Laune und
verkehrte viel mit seinen Wiener Nekann»
ten. Am Vorabende seines Todestages
verspürte er eine leichte Magenbeschwerde.
Am folgenden Tage — einem Sonntage
— ging er in die Hofapotheke, um dort
— statt ein Brausepulver zu nehmen,
wie eS seine Absicht war — zu sterben;
denn'plötzlich stürzte er dort zusammen
und war eine Leiche. Der Wiener Schrift»
stellei'Verein „Concordia" übernahm die
Besorgung der Leichenfeier und lehnte die Anträge der ungarischen Regierung,
wie jene der ungarischen Delegation, die
Kosten der Beeidigung zu bezahlen,
dankbar ab. R. wurde auf dem Währiil.
ger Friedhofe im eigene» Grabe beige»
setzt. Er hinterließ einen Sohn.
Pannonia (Pesther Blatt), herausgegeben
von Karl Groß, l8LN »ach diesem geb.
9. April 182^, — Wanderer (Wiener
polit, Vlatt).l8L8, Nr. 2V, im Feuilleton
»ach diesem geb. 7, April 1823). — Un>
garns Männer der Zeit. Viografien und
Karakteristiken hervorragendster Persönlich-
keiten. Aus der Feder eines Unabhängigen
(Prag l8L2, Steinhauser, 8°.) S, l86. —
Neucs Fremden - Nlat t (Wien, 8°.) l8«8.
Nr, 2U snach diesem geb. in, Jahre !82l). —
ez-KIoMeäiH», d. i. Die Gegenwart. Poli»
tische und Neal-Vncyklopädie (Pesth «828,
Heckenast, gr. 8«.) S. 2U8. — oaniei^
d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von
Lebensbeschreibungen. Zweiter, den ersten e»
gänzender Theil (Pesth 1838, 8».) S, 36l
I>ach diesem geb. 9. April 1823). — Porträt.
Lithographie nach einer Zeichnung von Va>
rabns (Wien <L«L, Neiffenstem und Rösch).
R2dlly, Godeon (I.) Graf (ungarischer
Dichter, geb. zu Ludäny in Ungarn
I.October 1713. gest. zu P6czel 6.Au-
gust 1792). Entftammi einer alten unga»
rischen Ad>-lsfamilie !^ s. d. S. 173, in den
Quellens und ist der Sohn des berühmten
Nako czy'schenKanzlers Paul R. s^iehe
ebenda, S. l 74) ausdeffen Nhe mitClara
Kajaly. Gedeon erhielt eine ausge-
zeichnete Erziehung und vervollständigte
dieselbe auf einer im Jahre 1730 unter»
nommenen Reise, auf welcher er mehrere
deutsche Universitäten besuchte. Als im
Jahre 1733 sein berühmter Vater starb,
kehrte Gedeon in sein Vaterland zu»
rück und trat als einziger Sohn die Ver-
waltung seiner Güter an. Nr lebte nun
wechselweise zu Pesth und zu Päczel, hin-
gegeben der Pflege der Wissenschaften.
Er richtete der Erste die Aufmerksamkeit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon