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Gemalin verlangte uon dem Grafen die
Schlüssel zur königlichen Loge, Graf Rlldlly
aber widersetzte sich diesem Begehren mit aller
Entschiedenheit und erklärte: er sei entschloß
sen, eher seine Stelle sofort niederzulegen,
als elnem solchen Ansinnen zu entsprechen,
denn freiwillig werde er nie die Erschließung
jener Näxme zugeben, die die Bestimmung
haben, daö gekrönt? Oberhaupt oes Landes
aufzunehmen. Im Reichstage des Jahres
!8L> sprach der Graf i» der 32. Sitzung des
Repräsentantenhauses, am 3, Juni, in einer
geharnischten Rede, in welcher er alle Unbil,
den aufzählte, welche srin Vaterland in der
zwölfjährigen „Tyrannei", wie er diese Pe>
riode nannte, erlitten, für den Beschluß,
^Vergleiche zum Verständniß dieser Situation
die Biographie des Abgeordneten Iambor,
Vd, X, S. <><>,^ In neuester Zeit hat Graf
Gedeon nach dcm «m 9, October 18N9
erfolgten Tode des Intendanten des Pesther
Nationa!<Thenters, Samuel Nadnot fay,
die Intendantur der ungarischen National-
bühne übernommen. Ter Graf hat aus seiner
Ehe mit Vrigllle, «eborncn Gräfin Celcki,
mehrere Kinder, welche aus der angeschloffe»
nen Stammtafel ersichtlich sind, ^Sonn>
taasblat t (Pesth, 4°) «83». S. »89. —
Abendblatt des Pest her Ll°!,d 1836,
Nr. 279, — Leuitschnigg (Heinrich Ritter
u.), Koffuth und seine Bcinnerschnft, Sil,
honetten aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth
1830. Heckenast. 8°) Bd, I I , S. lt>0, —
Neue Croquis aus Nngarn (Leipzig 1844,
I . B, Hirschfeld, kl 8°.) Bd. I I , S. >«<>, —
Der ungarische Reichstag 1861 (Pest
Ilißl, Osterlamin, 8«.) Nd. I I , S. 290. —
V»« i lnazi l ll^'zäz, d. !. Sonntags'Zei«
tun« (Pesth, 4°.) 1833. Nr. 2. — Porträte.
<) Lithographie mit dcm Facsimile seines
Namenszuge« 6?. /iäciaz, ttecienn «.Nara.
bas?)i — 2) Holzschnitt uon Nohn in
nVaL!!i'UÄ,i>i u^3/Is" 1823, Nr. 2 ) — 3. La:
dislaus Graf R, (geb, 1804), Ein Sohn
des Grafen Paul auS dessen Ehe mit
Agnes Freiin uon Pr<!nay und Bruder
des Intendanten des ungarischen National.
Theaters, Gedeon Graf N. I
siehe den V°.
ngen). Auch Graf Lad ißlau« saß im 186!«
ger Landtage im Oberhause und hielt in der
6. Sitzung des Oberhauses, am lL. Juni
18Ll, in den Verhandlungen, ob an den
König eine Adresse zu richten, oder die Resolution des Hauses in Form eine« N e-
schlusse« dem Könige vorzulegen sei, eine
geharnischte Rebe, welche von den „Grab-
höhlen der schrecklichen Blutopfer" dampft
und vom „eisigen Nationalschmerzc" spricht.
Im Uebriaen ließ er viele richtige Bemer>
tungen folgen, trug manche verständige und,
wie ein publicistischer Kritiker bemerkt, auch
ein wenig übertriebene Ideen in fließender
Rede und verständig vor, Zur Belehrung der
Magnaten rccitirte er nach Toldy's Hand'
buch die Grundgesetze Ungarns, dadurch den
erfreulichen Beweis liefernd, daß die jüngerc
Generation der Aristokratie fleißig studire.
s,Pesth.Ofner Zeitung «86!. Nr, l»7.
- Pester Lloyd 1861, Nr, 159. — Der
ungarische Reichstag 186! (Pesth 1861.
Osterlamm. 8«.) Bd. I I I , S, 34 u, f,) —
4, Ein anderer Graf Ladislaus — eö leben
zur Zeit zwei dieses Namens, der obige,
Bruder des Intendanten Gedeon, und ein
Sohn dieses Gedeon, Namens Ladi6<
laus — hat das ruhmvolle Andenken seiner
Voreltern durch verbrecherische Handlungen
befleckt und soll sich dem strafenden Arme
des Gesetzes durch Flucht nach Hamburg ent,
zogen haben. Neueren Nachrichten ;u Folge
soll er auf der Besitzung eines seiner Freunde
in Ungarn in gezwunnener Zurückgezogenheit
leben, s.Fremden > B!att. Von Gustav
Heine (Wien, 4°) I8L9, Nr, 343, - Der
Osten (Wiener polit. Wochenblatt, 4°.)
herausgegeben uon Nresnitz !8?l, Nr. 32:
„Wechselfälscher aus der höheren Gesellschaft".)
— 3, Paul von R<lo ay (geb in Ungarn
2, Juli 16??. gest. im Jahre N33) Ein
Sohn des Pesther Vicegespans Caspar von
Räday aus dessen The mit Rosine Li>
bercsey. Auf dem Collegium zu Lofoncz,
wo er bis 1693 studirtc, erhielt er eine aus>
gezeichnete litrrarische Bildung; dann begab
er sich zur Erlangung der juridischen Praris
zu dem Notar des Neograder und Honther
Comitates, Paul Ka ja l i , wo er zwei Jahre
blieb und mit dessen Tochter Clara er sich
auch vermalte. Im Jahre 1697 nahm ihn
Simon Graf Forgacs, Banus von Cr°a>
tien und sonst ein gebildeter Magnat, als
Serretäc zu sich und verwendete ihn auch zu
militärischen Geschäften. Im Jahre >e!>9 er»
wählten ihn die Stünde uon Neograd, an
Stelle des mittlerweile verstorbenen Kajal i ,
zu ihrem Notar, Der Siebenbürger Fürst
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon