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Mday 178 Naddll
Franz H. Rakoczy berief R, zu lich und,
machte ihn zu seinem Kanzler, in welcher
Eigenschaft er mit den wichtigsten Missionen
betraut wxrde. So entsendete ihn Nakoczy
im Jahre 1704 nach Schemnitz zu den Frie>
denüuerhandlungen zwischen ihm und dem
Kaiser Leopold. Im Jahre l?03 ging er
in einer Mission Rakoczy's nach Nender
zu dem Schwedenkönige Kar l XII . , da der
französischeHofR akoczy zwischen Kar lXI I .
und Peter dem Großen zum Schiedsrichter
berufen hatte. Nicht geringen Ninfluß übte er
auch l?l l bei den Verhandlungen des Szath»
marer Frieden«schsusses, Später fungirte er
als Beisitzer der königlichen Tafel, woz» ihn
König Kar l I I I . ernannt, und befand sich
im Jahre 17<2 als Ablegat des Neograder
Comitates auf dem Reichstage zu Prehdurg.
Zwei Jahre später ging er abermals dahin,
und zwar im Namen von 26 Cumitaten und
als Mitglied der sogenannten Pcsther Com>
mission, welche die Rechte der Protestanten
in Ungarn zu bestimmen hatte und entwickelte
bensgenossen — denn er war Caloiner —
sich auf dem Reichstage des Jahres «?22
und unterstützte besonders die pragmatische
Sanction. Von seinen literarischen Arbeiten
sind bekannt eine Beschreibung seiner Neise
nach Bender in lateinischer Sprache, ferner
ein lateinisches Wert: ^reknn, «u,i t«inz><>-
ri8" s«. 1. et, a.), dann seine Kirchenlieder,
welche er unter dem Titel: „I>Llkl küHoiä«",
o. i. Geistige Huldigung (Debreczin i724,
l2°.) herausgab und wovon mehrere Auflagen
erschienen sind. N, galt als der beste prote»
stantische Liederdichter seiner Zeit und sein
Gebetbuch wurde ungemein populär. R, be>
sitzt auch da« nicht unwesentliche Verdienst,
der Erste die ungarischen Druckwerke gesam»
melt und so den Grund der berühmten N-l>
b ay'schen Vibliothel gelegt zu haben, welche
sein Sohn, der Dichter unt> nachmalige Graf
Gedeon, von Ludany in das Schloß zu
Pöczel übertrug und welche später in den Besitz
der Pesthec protestantischen Hauptfchule über»
ging, s.?aich, ^«»-eneo), ^,'3l2L^lli- költs«2«t
u, s. w,, wie oben bei Gedeon Graf Rli>
day, Bd. I , S, 28?, — Handbuch der
ungrischen Poesie u. s, w, wie oben, Vd. I,
S. l«5. — Oesterreichische Natio>
na l<C» cy klopädie non Gräffer und
Czi kann (Wien l»36, 8°.) Bd. IV, S. 234. I, S. 377. —
uu^ararrlin et ?lavlneil>,Uuili
Leripti« eäiti» uotoruin (Vionuas l^77s, H,.
I.22V«, 8«.) LoM. III, Z>. iU8. — Tllldy,
Geschichte der ungrischen Dichtung .. . über»
setzt uon Gustav S te i n llcker u. s. w.,
S. 3«ö/>
Rlldda, Adalbert(Maler ausZnaim
in Mähren, lebte in der zweiten Hälfte
des 18. und zu Anbeginn dcS 19. Jahr.
Hunderts). Ueber den Lebens- und Bil.
dungsgang dieses Künstlers, der in den
wenigen Quellen, die seiner gedenken,
als Historienmaler auS Znaim in Mäh-
ren aufgeführt erscheint, ist fast gar nichts
bekannt. Dlabacz selbst bemerkt nur,
daß er Altarblatter für Kirchen in der
Markgrafschaft Mähren gemalt. Dieß ist
auck thatsächlich der Fall und befinden
sich Bilder seiner Hand in folgenden
Kirchen der Brünner Diöcese, zu Znaim,
in der Pfarrkirche des Dominikanerklo>
sterS: „Her H.Nllininik",Seitenaltarblatt;
in Deutsch.Konitz, in der Pfarrkirche zum
h. Jacob von Rad da ai lieZco gemalt;
in Pölicnberg, in der Pfarrkirche zum h.
Anton: „Her P. Wenzel", ein Seitenaltar»
blatt; auch ist das Innere der Kirche
uon ihm ausgemalt i und in der Pfarr»
tirche zu Niklowih: „Nie HH- Peter und
Paul", Hochaltarblcitt, und „Der H. M»r-
rus", Brustbild. Die zwei letztgenannten
sind im Jahre 1784 gemalt. Nach D la-
b a cz dürfte er in den Jahren 1809 und
1810 noch gemalt haben. Wolny führt
ihn an einer Stelle in der Schreibung
Rhada auf. Ucber den Kunstwerth sei>
ner Bilder liegen auch keine Nachrich»
ten vor.
Wolny (Gregor ?.), Kirchliche Topographie
uon Mähren (Brunn, Druckerei uon G.
Gastl l8L6 u, f,, gr. 8°,) Bninner Diöcese.
Bü. IV, H, 99, lüN, 134 u, 233. — Dla.
bacz (Gottfried Johann), Allgemeines histo>
rischeS Künstler>Leliton für Böhmen und zum
Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon