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Nlldetzky 193 Nadetzky
liche Summe, die er dem patriotischen
Zwecke widmete). — Nadetzkn's Taufschein.
Oesterreichisches Bürgerb lat t (Linz,
4».) 1836. Nr. 231, S 922: „Der Tauf»
schein des Heldenmarschalls Radetzky" s.im
wörtlichen Matrikelauszuge). — Nadetzkn's
Testament, (Grazer) Tagespost «888,
Nr. lL- „Radetzky'e Testament". — Nadetzkn-
Villa. Oesterreichische I l lustcir teZei»
tung (Wien, gr. 4».) 1831, Nr. 12: „Gut
Thurn bei Laibach, auch Tiuoli genannt,
Besitzthum Sr. Ercell>.'nz des Marschall Na-
detzky". — Nndetzkn's Wnffenrack. Kra>
kauer Zeitung 1838, Nr. 21: „Nadetzky'ö
Waffenrock" ^nämlich Jener, den er in der
Schlacht bei Nouara getragen, befand sich
seiner Zeit im Besitze des Ritter« von Ne>
grell i, dessen Sohn der MarschaH aus der
Taufe geHoden hatte.) — Nadetzkn'« letzte
Worte. Humorist, herausgegeben von M.
G. Saphir (Wien, 4°.)- ,838, Nr. 12:
„Dic letzten Worte Radehky's". s.Der Held
starb, mit einer Hand die seines Sohnes
Grafen Tbeodor, mit der anderen jene
des General-Majors Eo, von Stäger hal>
tend, und rief folgende, noch verständliche
Worte- „Meinen Leuten einen Lohn! —
Ich danke euch! — Lebt wohl! — Laßt
mich rubiq sterben!".) — Nadetzkn-Can-
catur. Die Wiener Katzenmusik 1848,
20, Juni, Nr. 6, stelli einen Schuster
dar, der einen Stiefel näht; darunter steht:
„Radetzky strengt sich auf's Eifrigste
an, den getrennten S t i e f e l Oester»
reichs zusammen zu ziehen; und bemerkt, daß
er zu viel italienisches Pech hat". Im
Hinblicke auf Raoetzky und seine Siege ein
wahres Curiösum der Freiheit äe anno 1848!
— Nadehkn und das preußische Varlecorp«.
Rheinische Blät ter (Mainz. 4°) 18L4,
Nr. 2«g, S. 833: „Ein Denkblatt zur Erinne<
rung" ^Radetzky's Vrief an den jetzigen
deutschen Kaiser, König Wi lhelm von Preu»
hen, als das preußische Gardecorps den Hel-
den am 18. August 1849 zu seinen Siege»
in Italien beglückwünscht halte, die Adresse
des Gardecorps steht in der „Wiener Zeitung,,
<839, Nr. 63.) — Präger Morgenpost
18L«. Nr. 22: „Radetzky-Mythe" ftber R a>
detzky's Beliebtheil im preußischen Heere).
— Nadctzkn's Name als Tnufiiaine, Radeh»
ky's Popularität war so groß, oaß es vor»
kam, daß man Kinder nack seinem Namen
taufen wollte. Vergl. Linzer Abenddote 1838,
Nr. 31. — Nadetzki» und sein eigenes Minist-
v. Wurzbach, bioar. Leokon, X^IV, Die Bürger Wiens sandten an Radetzly
sechs Lithographien seineS Bildnisses, mit der
Bitte, er möge eigenhändig einige Worte
darunter schreiben; sie erbaten sich dieß zum
Andenken an ihren neuen Mitbürger. Der
greise Held schrieb auf das Blatt:
„Kein Einzelner erfocht den Preis,
Der letzte Mann im Heere
Steckt auf den Hut den Lorbeerreis
Und theilt des Kampfes Ehre".
IX. Zur Veiiealogie dcr gräftichen Familie Na-
detzkn. Es hat nicht an Versuchen, gefehlt,
eine andere böhmische und auch polnische
Familie deS Namens Hradecky in jene
der Radetzky's einzubeziehen, aber schon
das jeder dieser Familien zukommende Wap»
pen weist auf die gänzliche Verschiedenheit
und Selbstständigkeit jedcr derselben hin.
Denn wie die Radetzky's die Schaufel in
ihren Wappen seit I3U3 führen, so besteht
das Wappen der Hcadetzky aus einem
schwarzen, linkssehenden, eine» Ring im
Schnabel haltenden Raben auf einem Balken
in goldenem Felde. Die Radecku sind ein
altes böhmisches Adrlsgeschlrcht, über wel<
che« der böhmische Geschichtsforscher Pa>
lack? archiualische Forschungen anstellte, die
in der „Vobemia" 1843, Nr, 22N, mitgetheilt
werden. Die urkundlich festgestellte Ahnen»
reihe läßt sich in ununterbrochener Folge bis
zu Anbeginn des 18. Jahrhunderts zurückfüh»
ren. Jedoch früher schon erscheinen mehrere
Träger dieses Namens, so haben <330 bis
141« vier Brüder dieses Namens: Ndalberi,
Przemysl, Stibo« uno Wenzel, gelebt,
und von ersterem der genannten ist auch die
Descendenz nachweisbar. Der andere, Pre»
mysl., war Rector dcr St. Dyonisiuskirche
zu lZhomutitz und starb im Jahre <»98, Der
drille, Wenzel, war Domherr und Custos an
dcr Präger Hauptkirchc. Ueber den uierten,
St ibor, fehlen nähere Nachrichten, wie auch
überA d a lb ert's beide Söhne:I oh a nn und
St ibor. Aus den Titularbüchern des 16, Jahr»
Hunderte, zwischen 1334—1389, lernen wir
noch mehrere Radetzty kennen, aber erst
Adam Heinrich, der um 1330 lebte, kann
mit Sicherheil als Stammvater der noch
heute blühenden Familie aufgestellt werden.
Von Adam Heinrich geht die Stammreihe
in ununterbrochener Folge bis auf die Ge>
genwart. Seine beiden Ur>Urenkel Christoph
Ferdinand und Peter Euseb I. haben
zwei Linien gebildet, uon denen jedoch dic
oes Ersteren schon mit seinen Enkelkindern
'. 2. Mai 1«'2.', 13
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon