Seite - 202 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
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Visier gestellten Helms trägt einen doppellen
schwarzen Adle? mit offenem Schnabel, roth
aulgeschlagener Zunge, ausgespannten Flügeln
und uon sich «estrecllen Fängen; die Krone
des rechten Helms trägt dcn obbeschiiebenen
Pelitan, aus jener des linken steigt der gol>
den? Löwe mit Kreuz und Türkenschädel von
l u, 4, Die Helm decken des rechten und
des mittleren zur rechten sind blau mit Gold,
jene des linken und drs mittleren zur linken
Seite sind roth mit Silber belegt. Schild-
halt ei. Zwei auswärts sehende, aufaerich»
trte, mit den «orderen Klauen den Schild
haltende rothe Greife.
Rlldl, Anton (Landsckllftma ler
und Kupferstecher, geb. zu Wien
13. April 1774, gest. zu Frankfur t
a. M. 4. März 1882). Sein Vater war
Zimmermaler in Wien, und Anton von
vier Geschwistern, nämlich drei Brüdern
und einer Schwester, der jüngste. AlS er
erst sechs Jahre alt war, verlor er seinen
Vater durch den Tod und er blieb nun
der Sorgfali der Mutter überlassen, die
ihn mit Liebe und Umsicht erzog. Eine
schöne Bilderbibel weckte zunächst in ihm
daS Talent für die Kunst. Die Bilder
darin versuchte er fleißig nachzuzeichnen,
dann führte ihn die Mutter öfter in die
kaiserliche Nildcrgallerie im Belvedere,
wo sich beim Betrachten der herrlichen
Kunstwerke sein Kunsttalent immer mehr
entfaltete. Spater wurde er als Schüler
in die Zeichenakademie aufgenommen und
in derselben arbeitete er mit großem
Fleiße, jedoch mußte er, um den Lebens-
unterhalt zu verdienen, das Gewerbe
seines Vaters, Coloriren und Zimmer»
malen betreiben und in Folge dessen
seine Studien beschränken. Die Kriegs-
wirren des Jahres 1790 und dieBesorg-
niß, unter die Soldaten genommen zu
werden, trieben ihn aus dem Vaterlande.
Bereits waren seine zwei Brüder unter
Joseph I I . im Türkenkriege bei derAela-
gerung vonBelgrad gefallen, und ,wenn schon zwei auS der Familie den Helden»
tod für das Vaterland gestorben, fo war
doch dieß", wie er sich auszudrücken
pflegte, „derEhre genug".Anton begab
sich nun mit einer kleinen Baarschaft in
die Fremde und zwar nach Brüssel, wo
er bei dem Maler Korn er, einem
Freunde seines Vaters,, gastliche Auf-
nähme fand, Dort sehte er seine Kunst-
studien fleißig fort, aber schon im nach»
sten Jahre, als die französisch-republi-
kanische Armee herannahte, mußte er —
wie alle anderen Ausländer —die Stadt
verlassen nnd so begab er sich nach Deutsch-
land zurück und zog am 1. Jänner 1794
in Frankfurt a. M. ein, wo er nun seine
zweite Heimath fand und bis an sein
Lebensende blieb. Im Hause des tüchti-
gen Künstlers Johann Gottlieb Prestel
auf das Herzlichste aufgenommen, arbe!»
tete er, sich der Kunst widmend, sieben
Jahre. Auch besuchte er daselbst oft den
Kii'chenmaler I . L. Morgenstern,
der sich ebenso liebevoll gegen den jungen
strebsamen Künstler erwies. Im Jahre
1801 heirathete er Rosine H ochsch l i h>
und lebte mit dieser ebenso gemüth» als
talentvollen Frau über 42Jahre in ciner
glücklichen, nur durch den Verlust aller
sieben Kinder, die in früher Jugend
starben, getrübten The. Rosine besaß
selbst eine nicht gemeine Geschicklickkeit
im Drucken farbiger Aquatintablätter und
verstand vortrefflich das Reinigen von
Kupferstichen und daS Aufziehen selbst
der größten Zeichnungen. Leider war sie
in ihren letzten acht Lebensjahren von
schwerer Krankheit heimgesucht, welcher
sie auch endlich im Jahre 1843 erlag.
Ende dieses Jahres bereiteten ihm seine
Kunstcollegm, bei denen sich R. seiner
Gemüthlichkeit und seines edlen Lharak»
ters wegen ebenso wie ob seiner Tüchtig»
keit als Künstler großerBeliebtheit erfreute,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon