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NahMwoüski
wurde. Von diesem Posten trat er im
Jahre -1837 in den Ruhestand über.
Von seinen Bauten ist ein Werk vor
allen bemerkenswerth, an das sich die
bleibende Erinnerung seines Namens
knüpfen wird: nach seinem Plane nämlich
und unter seiner unmittelbaren Leitung
wurde von der Begeisterung derKrakauer
Bevölkerung der Ko8ciuszko>Hügel, die«
ses Denkmal einzig in seiner Art, aufge»
schichtet. Auch veröffentlichte er einige
Fachschriften durch den Druck: «
«", d. i. Gedanken, wie
das Landvolk aus seinem Unterthänig«
keitsverhllltniffezu befreien wäre (Krakau
1813)', — „ZA« c>Foi?
d. i. Allgemeine Ansicht der gegenwärti»
gen Lage des Krakauer Freistaates (ebd.
1822)' — „O^oil'a/iT'omll'a?'c/«iH?i?'!/
sia^oiil/ine/", d. i. Von der Polychromie
der alterthümlichen Architectur (ebd.
1837)', — „^/au^a i«cio«,«l'e^a") d.i.
Die Lehre von der Baukunst. 1. Theil (ebd.
1844. mit 48 lith. Tafeln). Viele klei-
nere Abhandlungen sind in den Jahr«
büchern der gelehrten Gesellschaft in
Krakau (lioc-inki tonkr^-Lt^aiiaukn-
^vezo ^raico^vskiLFo) und in der War»
schauer Denkschrift (?ami^tni1c ^Vai-
L2»>v8^i) abgedruckt. MehrereS hat er
in Handschrift hinterlassen und befanden
sich in seinem Nachlasse auch zahlreiche
Zeichnungsvorlagen und Radirungen
von seiner Hand. womit er sich in seinen
Mußestunden zu beschäftigen pflegte.
gemeine Encyklopädie (Warschau 18Lt, S.
Orgelbiand. gl.. 8°.) Bd. XXI, S. 880.
Rlldziewoüski, Johann ( A r z t ,
Kunstsammlei und Humanist, geb.
zu Krakau, Geburtsjahr unbekannt,
gest. ebenda 28. Juli 1866). Ueber die Lebensverhältniffe dieses Kunstfreundes,
der viele Jahre in Krakau als praktischer
Arzt gelebt, ist nur wenig bekannt. Er
gehörte einer wohlhabenden Familie an
und seine Mittel gestatteten eS ihm, seiner
Liebe für die schönen Künste sich nach
Herzenslust hinzugeben; so machte er
denn als Sammler guter Bilder alter
Meister weite Reisen und hielt sich län>
gere Zeit in Italien, Wien, Dresden,
London und Paris auf, wo er mit den
hervorragenden Künstlern seiner Zeit in
persönlichen Verkehr trat und auf Auctio«
nen und unter der Hand manches Mei>
sterwerk kaufte, womit er seine häuslichen
Räume in Krakau ausstattete. Daß er
dabei als feiner Kenner, der in der Ge>
schichte seiner Lieblingsneigung, der Ma>
lerei, wohl bewandert war, vorging,
dafür geben ein vollgiltiges Zeugniß
nicht nur seine Sammlung, sondern auch
seine reichen Notizen über seine Reisen
und die auf denselben gewonnenen Ein»
drücke mit besonderer Rücksicht auf Kunst
und Kunstleben. Seine Sammlung be»
trug im Ganzen nur 48 Stück Gemälde
und darunter nicht gerade Arbeiten
erster Größen, aber immerhin höchst
beachtenswerthe Werke bedeutender Mei»
ster. wie von Jacob Pa lma. Lelio
Ors i , Simon Cantar in i , Cyrus
Ferr i , Parmeggiani , Sol imena,
Jean Both , Van Balen u. A. Die
Sammlung wurde nach R.'s Tode im
Jahre 1863 versteigert. Ein bleibendes
Andenken aber stiftete sich R. durch seine
lehtwillige Verfügung, welcher zufolge er
20.000 si. österr. Währ. zu Stipendien
für volnisch'katholische unbemittelte junge
Leute widmete.
c>2»3, d. i. die Zeit (polit. Blatt in Killkau..
Fol.) l363, Nr.9, im Feuilleton- „0 skioi'?»
d. i. Von der von Dr. R- hinterlassenen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon