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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 214 -
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Nafael 214 Nafael, bafsist erhielt er später eine Anstellung bei dem Theater in Brünn, da er aber eine herrliche Stimme besaß, gab er das Instrument auf, widmete sich dem Ge> fange und sang auf verschiedenen Buh» nen, zuletzt in Breslau. wo er damals in der Blüthe seiner künstlerischen Kraft und im Besitze einer schönen, großen und vorzüglich geschulten Baßstimme zu den beliebtesten Mitgliedern der Bühne und seines geselligen heiteren Temperaments wegen der Gesellschaft überhaupt gehörte. In einem in Breslau der Wiener „3ud> lnms'Höhle" nachgebildeten Künstler« und LiteiateN'Clubb, dem unter Anderen Karl Schall, Laube, Seidelmann, Dahn, Nolte angehörten, war auch R. ein gern gesehener Gast. Zu seinen schönsten Leistungen in jener Zeit gehör» ten Sarastro, Leporello und der Kaspar im „Freischütz". Aber nach einigen Jahren erlitt seine Stimme an Schmelz und Umfang so große Einbuße, daß er die theatralische Laufbahn verlas- sen mußte. Ei ertheilte hierauf einige Zeit Musik» und Gesangsunterricht! er» richtete dann ein Musikcapelle, welche unter seiner Leitung zu den gesuchtesten der Stadt gehörte. Aber der Zug zur Bühne überwog bei ihm und er ging wieder als Capellmeifter zum Theater, wirkte als solcher 4837 in Breslau, dann in Troppau, worauf er als Chordirector nach Brünn kam. Von Brünn ging er als Capellmeister zur Mayerhofer schen (oder Warhafski'fchm) Gesell schaft, mit welcher er im Jahre 1843 in Marburg eintraf, wo er bald als theore tisch und praktisch ausgezeichneter Musi ker bekannt und beliebt wurde. An dem damaligen musikalischen Schaffen der Maiburger Gesellschaft, welche einige tüchtige Dilettanten zählte, hatte R. nicht unwesentlichen Antheil, und ein von ihm organisirtes Streichquartett förderte nicht wenig das musikalische Leben in dem heiteren Städtchen. Von Marburg kam R. noch im nämlichen Jahre nach Pet- tau, wo er sich bleibend niederließ, und zwar zuerst als TheatevCapellmeister, seit dem Jahre 1848 aber als Musik» lehrer, welches bescheidenen Amtes er mit Fleiß, Liebe und Umsicht, wenn auch nicht eben in sorgenfreien Verhältnissen, waltete. R. war ein gründlicher Musik» kenner-und auch im Gebiete der Compo» fition erfolgreich thätig. Außer den Com» Positionen mehreier Lieder und Gesänge namentlich aüs der früheren Zeit — sind von größeren Tonwerken edlerer Art von ihm bekannt: eine „M65l Messe"; — „Zwei Nlyniem", eines in O-moii, das andere in D-moll, ein »sal«^/« H<?s<l'a," für die Frohnleichnams-Procession, seine „?«»i'lim F^a« in 0, v , VZ und O, mehrere „Grudnaücn" u. dgl. m. Von seiner Frau, welche sich in jungen Jahren auch der Bühne gewidmet, und die viele (etwa 17) Jahre vor ihm gestorben, hatte er nebst anderen Kindern den Sohn Franz, dessen besondere Lebensskizze S. 212 u. 213 steht. Correspondent aus Untersteiecmack (Mar» burger Localblatt) 1864, Nr, i « . S. 373: „Ein Nachruf". — Europa (Leipziger belletr. Wochenblatt, 4«,) 1863, Ni. S. 13 ftie ganze Notiz ist ein Irrthum, erstens starb er am 14. November und nicht am t4. December 1864, und die ihm dort zuge» schrkbene Oper componirte nicht er, sondern sein Sohn^. — Schilling (G. vr.), Da« musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8«.) S. 2?6. — NeueS Univcrsal'Leiikon der Tonkunst. Ange» fangen von Dr. Julius Schladebach, fort» gesetzt von Cd. Berns dorf (Diesdm 183?, R. Schäfer. Ler. 8°.) Bd. I I I , S. 270. — Präger Zeitung 1864, Nr. 279 ftiese nennt ihn einen „gebornen Bres- lauer), wa6 unrichtig ist, da N. ein gebor- ner
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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