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Naffelsferger 226 Naffelsp erger
war. wenn es seine Aufgabe erfĂĽllte, so
wenig zeigte sich R. derselben gewachsen,
da er, statt die Uebelstände im Beamten-
wesen zu beleuchten und die Mittel zu
deren Abstellung anzugeben, hohe Politik
zu treiben versuchte und dabei seine Leser
mit solchen Abgeschmacktheiten fĂĽtterte,
daĂź er in dem damaligen Witz- und
Spottblatte der conservativen oder, wie
wie sie'damals hieß, „schwarzgelben"
Partei, in der „Geißel", in einer Reihe
von Artikeln überschrieben: „Kriegsmi-
nister Latour und Herr Geograph Ras»
felSberger" (4848, Nr. 60 u. f.). eine
höchst energische, aber verdiente Abferti»
gung erhielt. Daß er es bei seiner Tact»
lofigkeit keiner Parte! recht machte, zeigte
sich auch darin, daß ihn selbst der radi»
cale „Charivnii" — und Raffe l sper>
ger wetteiferte in seinem „Unparteiischen"
im RadicaliSmuS mit dem „Charivari"
— in Nr. 11 . 148, in einem keines»
wegs schmeichelhaften Zerrbilde lächerlich
machte. Später zog er sich vom öffent»
lichen Schauplatze ganz zurĂĽck und sein
Name wurde erst wieder genannt, als er
im Jahre 1861 im Alter von 68 Jahren
starb. Seine schriftstellerischen Arbeiten
theilen sich in ge o> und topographi-
sche und in charto graphische. Er>
stere sind: „Pnststlllssentmch, aber Wegweiser
dnrch GmM mit besanderer VerĂĽcksichtignug
ant den 'östnleichiZchen Nuisnstallt" (Wien
1821. 2. Aufl. ebd. 1834, 8«.); —
„«thllnin's Kmze Geschichte des französischen
Puztmesens, in's Deutsche iitiersetzt" (2. Auft.
Wien 1826, 8«.); — „Neisepllstseiretäl,
mit Z Vebersichtsullstkarten nnii llSeereiseKarte",
3 Bände (ebd. 1830, 8".). ein wegen
seiner schätzbaren, die europäischen Post»
einiichtungen betreffenden, oft aus amt»
Uchen Quellen geschöpften Angaben für
die Geschichte des Postwesens noch immer
brauchbares Werk; — „Gemälde aus dem Naturreiche ucider Znilien" (Wien 1830,
mit 8 K.K. und einer Vignette, gr.8".)',
— „Proben der erzten tMginphischen Typen"
(ebd. 1838. gr. 8».). vergleiche darüber
das zu Ende dieser Skizze gesagte', —
„Allgemeines WMsihlöcheZ Ueiiklln des üster-
reichischen NaiZnstllatlS, nach amtlichen cknellen
nnt> drn Insten ullterlänUschen HiltsmnKen".
6 Bde. (Wien 1847 u. f., gr. 8«.), ein
noch immer sehr brauchbares, wenn auch
längst einer neuen Bearbeitung bedürfen»
des Werk;— „Zee- nnb Alprnbesuche in den
NmgetlMizen Hchl«. Nun Gmil *". Mit geugr.
Vignetten nnl> !^ Nederzichtskaite uam Bunde nl>
der Gnnz „an F. AattelZK erg cr" (in
Farbendruck (Wien 1842. kl. 8«.). Seine
Kartographischen Arbeiten sind i
„Oru«se GIMe der Fahrpasten", in dreiAuf'
lagen (Wien 1826, 1827 u. 1829). -
t>erMstllZt»NiIi8e»zl- nnd Pust-
in dem Raiserthnme Oesterreich
und in den angrenzenden Wndern bis Nom,
Gennn, Paris, Nriisscl, Hamburg, Nerlin, Pe-
trrsunrg" (ebd. 1826, 1827, 1833, Imp.
Fol.)! — „Pastlltlns. Ä Zistanzchartcn nun
Oesterreich, Deutschland, Gnrasia und die See-
Millnlnndnngen Gnraua'A mit den ĂĽbrigen Gld-
tl,ei!en enthaltend" (ebd. l834 u. f.); —
„Itineräi- und Menst-Nlgnlntm des Ulliser-
thums Oesterreich" (ebd. 1833); — „Nie
Neiärdernngs-Nnstalten zwischen Men nnd den
Prallinzilllstädten. Gin Pastcllnrstnlilcllu",
2 Jahrgänge (Wien 1838 u. 1836).
wurde als erste typographische
Ausführung bezeichnet- — „GineM.
karte nan Gnruua nna Kleinasien und dem
näii,lichen Ntrika" (Wien 1843, k. k.priv. ty-
pographische Kunstanstalt). Wie schon qus
dem Beisatze bei einer der vorgenannten
Karten erhellet, bezeichnete sich R. selbst
und galt auch bei jenen, denen die nä>
here Kenntniß der Geschichte des Bücher«
und Kartendruckes fehlt, als Er f inder
der Kunst: Landkarten durch den Bücher«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon