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druck darzustellen, womit R. im Iahie
1836 auftrat, darauf ein Patent nahm
und eine k. f. priu. typographische Kunst»
anstalt eröffnete. Dem aber ist nicht so.
Raffelsperger ist durchaus nicht Er-
sinder dieser schon 7(1 Jahre vor ihm
angewandten Methode. Erfunden hat
dieselbe im Jahre 1773 August Preu-
scben, der zu Karlsruhe am 24. März
l803 als Kirchenrath gestorben und
über seine Erfindung folgende Schrif-
ten herausgegeben hat: „
Lur 1a 1'^ometrie ou
äe ärL85er les
3 », 1a lacon ä
1776); dann „Grundriß
der typometrischen Gesckichte" (Basel
1778), welcher Schrift drei sauber ge-
druckte Karten beigegeben sind; und
„Ehrensäule in einer typometrischen Karte
der Landgrnfschaft Sausenberg" (Karls-
ruhe 1783). Ob Raffelsperger von
diesen Arbeiten und der Erfindung Preu»
schen'S Kenntniß gehabt, kann freilich
nicht mit Bestimmtheit angegeben werden.
Im besten Falle wäre er aber - nicht
Erfinder — sondern nur Nactierfinder
einer Methode, die gewiß sehr zweck-
mäßig und in den letzten Jahren wesent»
lich verbessert worden ist,
Oesterreichische National < Encyklu.
pädie von Gräffer und Czikan» (Wien
<835. 8».) Vd. IV, S. 32L. — Wiener
Theater.Zei lung 1848, Nr, 123: „Raf
felsperger's Neue Veaniten-Zeitung".
Nllffl. Franz (Andreas Hofer's
Verräther gegen die Franzosen, gest.
einige Jahre nach seinem Verrathe in
Bayern). Freiherr von Hormayr in
seiner Geschichte deS IahreS 18(19 be
hauptet, dciß der ehemalige Feldcaplan
und nachmalige Pfarrer Joseph Donay
j^Bo. I I I , S. 356) den Tiroler Helden
Andreas Hofer an die Franzosen ver rathe» und ihnen dessen Habhaftwerdung
rmöglicht habe. Die spätere Forschung,
namentlich Rapp'S Geschichte des Iah»
reö 1809, nahm diese furchtbare Beschul-
digung von Donay ab und wieS mit
Angabe ganz genauer Daten in Franz
Kaff l den wahren Verräther nach.
Rasfl war ein übel beleumundeter, in
seiner Wirthschaft verkommener Vauer
und Nachbar deS Sandwirlhes. der den
auf denselben von den Franzosen gesetz-
ten Preis von 1500 fi. verdienen wollte.
Obwohl Hofec vor Raff l 's schänd.
lichem Vorhaben gewarnt und zur schleu-
nigsten Flucht ermähnt wurde, so hatte
er doch, Raf f l dieser Schandthat nicht
für fähig haltend, zu spät Anstalten zur
Flucht getroffen. Raff t war ihm zuvor-
gekommen. Am 27. Jänner 1810 war
bereits eine starke französische Colonne,
uon Raff l geführt, aufgebrochen und
hatte am 28. Jänner um vier Uhr Mor-
genS die Sennhütte umzingelt, in wel-
cher Hofer schlief und im Schlafe übe»
fallen, nun unter empörenden Mißhand»
lungen nack Botzen und von da nach
Mantua überführt wurde, wo er seinen
Heldentod für Kaiser und Vaterland er-
litt. Die unten bezeichnete Quelle berich-
tet ausführlich über die Schandthat
Raff l 's , der von den Pafseirern uon
allem Anbeginn für Hofer's Verräther
gehalten wurde. Er war auch in Folge
deffen so der allgemeinen Verachtung der
dortigen Bewohner verfallen, daß er sich
gar nicht mehr öffentlich sehen lassen
durfte, und eS endlich gerathen fand, nach
Bayern auszuwandern, wo er. allgemein
verachtet, nach einigen Jahren in küm-
merlichen Verhältnissen gestorben sein soll.
Gcazec Voltsblat t („r. 4°,) l8L8. Nr, 358:
«Der eigentliche Verräther Andrea« Hofer's".
Rllffl, Ignaz (Bi ldhauer, gebür-
tig aus Meran in Tirol. Geburtsjahr
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon