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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 229 -
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Seite - 229 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24

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Naglovich 229 Naglovich 1766, gest. zu München !m Jahre 1836). Noch !n der Wiege verlieh ihm sein Pathe. der Kurfürst von Trier, das Fähnrichspatent und R. diente ansang lich im schwäbischen Reichscontingent. bald aber trat er in die österreichische Armee, in welcher er unter Wurm ser, Clerfayt und dem Herzoge von Sach sen-T eschen die Feldzüge 4792 bis 1793 mitmachte und sich zu einem tüch tigen Ofsicier heranbildete. Im Jahre 1796 war er bereits zum Oberstlieutenant vorgerückt und commandirte unter Ge» neral Stein ein combinirteS Grenadier. Bataillon, mit welchem er bei dem Rhein» übergange Morcau'S die Wolfsgruben» Nedoute bei Kehl gegen sechs französische Bataillone durch mehrere Stunden hel» denmüthig vertheidigte. Dann zum Ober» sten des Regiments Fürstenberg ernannt, befehligte R. dasselbe in Ober>Ital!en unter Pro vera und Bel legaide und zeichnete sich in den Gefechten bei Mac» tinSbrück und in der Schlacht bei Novi <l799) aus. Bis 1803 blieb R. in der österreichischen Armee, nach dem Lune» uiller Frieden aber, als die österreichi» schen Vorlande und ein Theil uonSchwa» ben an Bayern abgetreten wurden, zog er es doch vor, ungeachtet ihm österreichi. scher Seits die uortheilhaftesten Nedin> gungen geboten wurden, dem neuen Vaterlande seine Kräfte zu widmen und in bayerische Dienste zu treten. Die weite» ren Waffenthateu dieses tapferen OfsicierS haben für dieseS Werk nur mehr geringes Interesse. R. focht im Jahre 1808 in Tirol. 1806 und 1807 gegen Preußen. 1809 gegen Oesterreich und 1812 unter Gouvion Saint Cyi und Deroy gegen Rußland. Im Jahre 1813 befeh. ligte er als General'Lieutenant unter Oudinot eine bayerische Division, zeich» nete sich in der Schlacht bei Vautzen, dann in jener bei Dennewitz aus, in welch letzterer seine Umsicht und Tapferkeit die Reste der zersprengten französischen Armee retteten. In der Schlacht bei Leipzig wurde er gefangen, da aber Bayern sich vorher schon den Verbündeten angeschlos> sen hatte, bald wieder frei. Unter dem Kronprinzen Ludwig formirte er nun rasch die bayerische Reservearmee, com> mandirte im Feldzuge 1818 ein Corps der Armee des Oberrheins und wurde nach dem Pariser Frieden General'Quar» tiermeistec und mit der Bildung deS mi- lilarisch > topographischen Nureau's in München beauftragt. Später wurde er 2ec,tion6chef im Kriegsministerium. Auf diesem Posten wirkte ei in verdienstlichster Weise. So wurden unter seiner Leitung ein Atlas von Bayern, die geographisch» hydogiaphischen Straßenkarten und die Pläne der größeren Städte des ganzen Landes ausgearbeitet, im Conservato- rium des topographischen Bureau's aber ein Schatz von Karten. Planen, Büchern und Instrumenten angesammelt, welcher für Bayern zur Stunde noch von großem Nutzen ist. Später wurde R. zum Reichs» rathe ernannt und mehrere Male decorirt. Als er starb, wurde er mit den Ehren eines Feldmaischalls bestattet und nach fünf Monaten seine Leiche auf Befehl deS Königs auögegraben und in den Arkaden de6 Leichenackers beigesetzt. Seine Bücher» und Kartmsammlung aber wurde vom Staate angekauft. Nach Hormayr's „Taschenbuch" ist R. in Dillingen, einer Stadt in Schwaben, im Obec-Dcmaukreise BayernS, geboren; nack Meyer's „Eon> versationö'Leiikon" wäre Villingen in Baden, im Seekreise auf dem Schwarz» walde, seine Geburtsstadt. Hormayr's Angabe ist die richtige. Hormayr (Ios. Freih. n°n), Taschenbuch für die ua!erlä»dische Geschichte (München, Georg
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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