Seite - 230 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
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Nahl 230 Nahl
Franz. <2°.) Ncuc Folge, I I I . Iahrg, (1832),
2, XXIX. — Meyer (I.). Das große Con>
uersations'Leiiton für die gebildeten Stände
(Hildburghausen, Viblioyr. Institut, gr. 8°.)
Zweite Abtheilung, Vd, V, S, -500. _ P^r.
träte, i) Stahlstich uon Fr. Fleischman»
in Medaillon ftl, 8°,)i — <Y Lithographie
nach Monten, Der General zu Pferde
l München, Wimmer, Fol.).
Rllhl, Karl (Historienmaler, geb.
zu Wien 13. August 1812. gest. ebenda
9. Juli 1868). Ein Sohn des berühmten
Kupferstechers Kar l Heinrich Rahl
ss. d. Folg. S. 244^Z, wuchs Kar l in ge
ordneten häuslichen Verhältnissen auf', der
überaus fleißige Vater wollte jedoch seinem
Sohne den Weg auf dieser Erde leichter
Macken, als es der war. den er selbst hattc
wandeln muffen, und bestimmte ihn zum
Kaufmann. So beendete Kar l die Real»
schulen, zeigte aber schon im zarten Alter
große Lust an den Studien der classischen
Alterthümer und der Geschichte, insbe.
sondere aber Vorliebe für das Zeichne»,
so daß bei den außerordentlichen Fort-
schritten, welche derselbe in diesen Fächern
machte, und bei der besonderen Befähi-
gung für die künstlerische Laufbahn, sich
endlich der Vater bewogen fand. ihn der
Malerei zu widmen. Nachdem Nahl
noch ein Jahr im Hause seines VaterS
mit größtem Eifer dem Studium der
Anatomie obgelegen, wurde ihm gestat»
tet, sich in die Akademie der bildenden
Künste einschreiben zu lassen. In dersel>
ben entwickelte R, einen außerordentlichen
Eifer. „Alle Figuren mußten Niesen, alle
Farben Feuer sein" , sagt treffend einer
seiner Biographen, und dieser Aussviuch
bethätigt sich in den späteren Werken des
Meisters sowohl in der Zeichnung wie im
Colorit. Seine Mitschüler nannten ihn
spöttisch den „wilden Tit ian"-, daß ei
VieleS von diesem an stch hatte, beweisen
seine Werke, aber nicht in einer Richtung, wie seine Spötter meinten. Neunzehn
Jahre alt. bewarb stch R. bereits um
den Reichel'schen Preig und gewann
ihn 1832 durch sein großes historisches
Vild: „David in der HöhleAdular" gegen
Mitbewerber, welche wohl schon so viele
Jahre in der Akademie arbeiteten, als ei
deren im Ganzen zählte. Durch diesen
Sieg verlor er aber den Anspruch auf den
kaiserlichen Preis, mit dem die Aussicht
einer Fortsetzung seiner Studien in Rom
verbunden gewesen wäre. Auch wurde er
— trotz dieses Werkes, das seine uolle
Befähigung darlegte — noch für zu jung
erklärt, um bereits im Lande der Kunst
seine Studien fortzusetzen. Den Unmuth
über so engherziges Gebaren unterdrückte
R. in unablässiger Arbeit, so entstand in
jener Zeit sein lebensgroßes Gemälde:
„Der Fischer", nach Goethe sein auS>
führlicheresVerzeichniß der bedeutendsten
Werke des Künstlers folgt auf S. 238
u. f,^ , daS in der IosephstädterPiaristen-
kirche befindliche Altarbild: „Maria Ve»
mälung", zwei andere Heiligenbilder für,
Debreczin und daS Stift ReicherSberg,
endlich daS große, im Beluedere befind»
licke, Hiftorienstück: „Chriemhilde bei
Siegfrieds Leiche". Nun ließ ihn sein
Vater vorerst nach Deutschland reisen
und in München wirkte der Umgang mit
Künstlern, wie Schaller, Schwind,
tief auf sein warmes empfängliches Ge>
müth, in Stuttgart rissen ihn die Schö>
pfungen Eberhard Wächter'S zur Bc»
geisterung hin, und dort entstanden auch
die Bildnisse der damaligen Koryphäen
deutscher Dichtung, jene von IustinuS
Körner, Nikolaus Lenau, Gustav
Schwab u.A. Endlich war auch der
heißersehnte Augenblick gekommen, daß
er daS gelobte Land der Kunst betreten
sollte. Der Vater schickte ihn nach Italien
und am 3. December 1836 traf er in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon