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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 232 -
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Seite - 232 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24

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Nahl 232 Nahl genommen wurde und damals dessen und seiner Tochter, einer vermalten Gräfin Eß te rh äzy.Bildniffe malte. Von Paris eilte er nach Rom zurück, wo er an die Ausführung der bei ihm bestellten Arbei- ten ging und auch genug neue Austräge erhielt. Nachdem er sein Gemälde: „Manfred's Einzug in Luceria" vollen- det, überbrachte er dasselbe im Jahre t84? selbst nach Wien und folgte von dort einer neuerlichen Einladung nach Holstein, wo an ihn auch eine Einladung des Königs Christi an VII I . gelangte, die ihn nach Kopenhagen berief. Dort vollendete R. das Bildniß des Königs und mehrerer Mitglieder des dänischen Adels, und sollte eben die Ausführung einer Gallerie der berühmtesten Dänen für das Museum in Friedrichsburg über» nehmen, als der Tod deS KonigS dieses Vorhaben vereitelte. R. beabsichtigte nun, wieder in sein römisches Atelier zurückzuführen, reiste sofort nach Paris, wo er den König Ludwig Phi l ipp malen sollte, aber gerade ankam, als der König auf der Flucht Paris verlassen hatte. Die Ereignisse in Deutschland, noch mehr jene im eigenen Vaterlande ließen ihn nun seine Absicht, nach Rom zurückzukehren, aufgeben. R. blieb in Deutschland, dort trieb ihn seine glü» hende Begeisterung für die deutsche Sache auf die Rednerbühnen für die Wahlen zum deutschen Parlamente. Vogt in sei» ner vortrefflichen Charakteristik dieses ur> wüchsigen Künstlergenies ^siehe dieQuel- len G. 24t^ gibt in wenigen Zügen ein drastisches Bild der damaligen Wirksamkeit Rahl's. Dann begab sich der Künstler auf den Kampfplatz nach Schleswig-Hol» stein. Kurz vor seinem Eintreffen daselbst hatte aber die preußische Regierung den Separatfrieden von Malmö geschlossen, der daS arme. nicht gerüstete Land nun völlig der Wuth des Feindes preisgab. Mißmuth und Groll im Herzen, trat Rahl die Reise nach Wien an. Dort nahm ihn die akademische Legion in das Künstlercorps auf und schickte ihn — wahrhaftig zu des Künstlers Glücke, de»:n wäre er in Wien geblieben, er wäre entweder auf denBarrikaden als Kämpfer gefallen oder hätte vielleicht ein Loos wie Blum und Messenhauser gefunden — kurz vor Augbruch der October-Revo° lution — in's Studentenparlament nach Eisenach. An eine Rückkehr nach Italien war unter den damaligen Verhältniffen nicht zu denken; ein Aufenthalt in Wien, wo damals und in nächster Zeit Alles unter dem Drucke einer Reaction seufzte, der kaum geringer war, als jener der Revolution, war für einen Mann von Rah l's Gesinnung auch nicht angenehm, so zog er denn vor der Hand nach dem friedlicheren München, wo er ein histori- sches Bild, welches ihm Graf Ugarte schon im Jahre l846 aufgetragen hatte: „Leopold der Tugendhafte auf den Mauern von Ptolomais", in Angriff nahm. Dann folgten „Arion" und „Bo> reas", welche er nach Wien schickte, wo beide eine sehr beifällige Aufnahme fan» den. Im künstlerischen Verkehre mit G e n e l l i . B e r d e l l a , S tange , Z! mmermann u. A. verlebte R., zum Schaffen und zu Studien vielfältig an- geregt, längere Zeit in der Isarstadt, um endlich im Jahre 1889 einer ehrenvollen Berufung an die Wiener Kunstakademie zu folgen. Enthusiastisch strömten ihm die Schüler zu, und die bedeutenden Fortschritte, welche dieselben unter feiner Leitung machten, gaben glänzendes Zeug- niß für die Aufopferung und Beharrlich« keit, welche Rahl in diesem neuen Be» rufe an den Tag legte. Aber dieser künst» lerische Pädagogen»Lenz war nur von
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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