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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 233 -
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Seite - 233 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24

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Nahl. 233 Nahl kurzer Dauer. Die Opposition in der damals politisch noch ungeklärten Zeit erhob immer mächtiger ihr Haupt und schon nach Ablauf eines Cursus mußte Rahl seinen Posten, auf dm er übri» gens nur provisorisch berufen worden, uer» lassen. So eröffnete er denn aufBitlen sei» nerSchüler eine eigeneSchule. 23 dersel» ben warm ihm in das Atelier, welches er in der Theresianumgaffe, mit dem Pracht» Panorama der Stadt vor sich und dem Kranz der Gebirge im Nordwesten, er» öffnet hatte, gefolgt, und nun blieb er fortwährend bis an sein Lebensende in Wien thätig. Die Zahl seiner Schüler war im beständigen Zunehmen begriffen und wuchs bis auf achtzig, unter denen mehrere seither sich einen Namen in der Kunstwelt errungen haben ^siehe weiter unten zu Ende dieser biographischen Skizze, S. 237). Aber noch manche Kran» kung sollte der Künstler erfahren, ehe er eine unanfechtbareStellung erreichte. Die Ausschmückung der nach Mü l le r's Plan ausgeführten Altlerchenfelderkirche bot die nächste Gelegenheit, die erste Künstler» kraft Wiens, denn daö war Rahl , für ein Monumentalwerk zu gewinnen. Aber alle möglichen und nichts weniger als durch» wegs wirklich bedeutenden Künstlerkiäfte wurden dem mit der Bilderausschmückung der Kirche betrauten Maler Führich zur Verfügung gestellt, nur Rah l wurde ausgeschloffen. Einer seiner Biographen er» klärt diesen auffallenden Vorgang in ge> lindester Weise mitden Worten: „Die welt. lichen Formen und die sündhafte Farbe deS Heiden paßten für das Gotteshaus nicht". Noch Schlimmeres sollte Rah l beim Arsenal begegnen. Der Erbauer des Waffenmuseüms, Architekt Hansen, hatte den Künstler aufgefordert, einen Cyklus von Kompositionen für die Ruh. meshalle und die beiden daranstoßenden Säle zu entwerfen. Mit Begeisterung ging R. an die Arbeit, in welcher er in einer symbolisch-allegorischm Darstellung der Kriegsgeschichte Oesterreichs die ganze Spannweite seines künstlerischen Genius entfalten wollte. Die Ideen, von denen er bei Ausführung dieser monumentalen Arbeit ausging, find nach seinen eigenen, in Künstlerkreisen ausgesprochenen Worten in der „Illustrieren Zeitung". Nr. 1168. uom 18. November 1868. S. 338, aus. führlich mitgetheilt. Sie geben Zeugniß, wie es Rah l verstand, Geschichte und Malerei, Thatsache und Ideal auf das Innigste und dabei in einer dem Orte der Ausführung auf das Umsichtigste an» gepaßten Weise zu vereinigen. Aber die» ses hohe Lied der österreichischen Waf> ftnthaten, wie es Rahl mit dem Pinsel auf nciffe Kalkwand schreiben wollte, fand sonderbarer Weise an maß- gebender Stelle keinen Anklang. Die amtliche „Wiener Zeitung" fand sich — nach dem Tode des Künstlers durch die darüber in die Oeffentlichkeit gelangten Mittheilungen aus ihrer Ruhe aufge» scheucht — gezwungen, im Jahre 1863. Nr. 178, eine Darstellung des Sachver» haltS zu veröffentlichen. Mochte jedoch derselbe wie immer beschaffen sein, die Verbitterung des Künstlers, der sich in seinem edelsten Streben so gekrankt sah. wurde dadurch nicht weggeschrieben. Nicht nur sein Proftct wurde abgelehnt, son- dern auch sein Auftraggeber, Architekt Hansen, wurde, weil er auf der Aus» führung der Rahl'schen Entwürfe be» stand, bei Seite geschoben. Acht Jahre späler wurde wobl dieser Mißgriff er- kannt und dann versucht, gut zu machen, was noch gut zu macben war. Indessen verfolgte Rahl seine künstlerischen Ziele unablässig weiter und vollendete eine Reihe von Arbeiten, welche seinen Namen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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