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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 245 -
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Nahl, 248 Nah! bronn nicht möglich war. sein Vorhaben auszuführen, ging er imIahre1799 nach Wien, wo er nunmehr seinen bleibenden Aufenthalt nahm und bis an sein 3e« bensende behielt. Gine durchaus edle, geistig begabte Natur, stand sein Entschluß fest, sich m!t Brotarbeiten nur in soweit zu beschäftigen, als es ihm sein Lebens' unterhalt nöthig machte, im Uebrigen aber Alles zu versuchen, um in seiner Kunst das Höchste, waö er vermochte, zu leisten. Dabei beging er den Fehler, den Mechanismus seiner Kunst gering zu schätzen, den er freilich später wieder gut zu machen bemüht war. Mit Schrift» stechen ,und der Punctirmanier erwarb er sich im Anbeginn seinen Unterhalt und vollendete in letzterer Manier einige Bildnisse, in welchen sich bereits sein vorzügliches Talent ausspricht. Bald ober gab er dc>6 Punctireri auf und ging zum Radireu und Stechen über und lieferte nun eine Reihe von Arbeiten, die, ihm einen Platz unter den besten Künste lern seiner Zeit sichern. Im Jahre 1818 wurde R. zum Mitgliede der k. k. Akade> mie der bildenden Künste in Wien ernannt; im Jahre 1829 erfolgte in Anerkennung seiner verdienstlichen Leistungen als Kunst» ler seine Ernennung zum Kammei'Kupfer- siecher, 1840 zum wirklichen Professor seiner Kunst an d?r Akademie, nachdem er diese Stelle bereits seit 1836 suvplirt hatte, und im Jahre 1842 wurde ihm die Auszeichnung zu Theil, in Florenz zum Professor erster Classe ernannt zu werden; aber schon im nächsten Jahre raffte ihn der Tod im Alter von 64 Jahren dahin. R. stach Bildnisse, Landschaften und andere Blätter nach großen Meistern. Von sogenannten Brotarbeiten sind an- zuführen außer den zahlreichen Schriften Plänen, Vignetten u. dgl. m, fünf Blat» ter für die von Degen veranstaltete Ausgabe der „Pharsalia", von Lucanus nach Zeichnungen von Wächter, nach deffen Vorlagen er auch später noch mek» rere große Blätter ausgeführt hat; ferner 120 Vignetten für Schiller's und Goethe's Werke und für die bei Arm- bruster in Wien erschienene Ausgabe der Meisterwerke deutscherDichter; einige Blätter nach Pergcr's Zeichnungen für die H aas'sche Belvedece Gallerie. dann 80 Blätter zu Lichten berg's Erklärung der Hogarth'schen Kupferstiche, welche 18l8 bei Armbruster erschienen ist. R. arbeitete dieselben theils nach den Originalien, theils nach eigenen Zeichnun- gen und bemerkt darüber, daß gerade diese Arbeit für ihn höchst instructiv war. I n cinem an seinen Freund Seyffer in Stuttgart gerichteten Briefe schreibt er, wie ihm seine Studien im Radiren und Kupferstechen, die er mit bewunderungs» würdigem Nifer und seltener Ausdauer fortgesetzt, gerade bei dieser Arbeit zu, Statten gekommen seien, „denn wer nicht viel radirt hat, kommt mit dem Ho> garth gewiß in's Verzagte und Geistlose, und wer nichts kann, als frei radiren, der bringt die Köpfe nicht zu Stande; es ist hierzum guten Erfolge beides gleich nöthig, Radiren und Kupferstechen." R. hat durch eine Reihe von Jahren, von 1816 bis 1842, viele seiner Werke in den Jahres' ausstellungen der kais. Akademie der bildenden Künste in Wien dem Publikum vorgeführt, und der Chronologie seiner Blatter wegen werden dieselben zuerst aufgezählt. Dann folgen seine übrigen bedeutenderen Blätter; alle aufzuzählen, bin ich nicht im Stande, weil ich nicht alle seine Werke — deren über 800 find — auf- finden konnte. I n den Iahreöausstellungen bei St. Anna waren uon Ra h l 'g Blät» tern zu sehen, im Jahre 1616: „OhriMz erscheint drr Mllydlilenll im Garten" (Fo!.),
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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