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Naimann Naimann
er thätigen Autheil an mehreren, von den
Behörden angeordneten Bearbeitungen
als: die Pharmakopöen, Arzneitaren:c.
und wegen der, bei Gelegenheit der 1813
in Siebenbürgen ausgebrochenen Pest,
von ihm gemachten zweckmäßigen Vor-
schläge zur Tilgung dieses Uebels, wurde
ihm die kaiserliche Zufriedenheit zu
erkennen gegeben. Nachdem er 1818
auch nocb die Lehrkanzel der medicinischu:
Klinik versehen hatte, wurde ihm die
provisorische Leitung des allgemeinen
Kranken» und Findelhaufts in Wien
übertragen, und er 182l) zum wirklichen
Director dieser beiden Anstalten und zum
niederösterr. Regierungsrathe ernannt.
Hier bewirkte er manche Verbesserungen,
verfaßte zweckmäßige Instructionen für
das Amts» und Dienstpersonals führte
in einander greifende Geschäfts ° Mani-
pulationen ein, wachte über genaue
Erfüllung der Gesetze und brachte die
Anstalten zu einem solchen Gedeihen, daß
sie allen Instituten ähnlicher Art zum
Vorbilde dienten, und R.'s Vorschläge
und Gutachten solcher Anstalten in an-
deren österreichischen Provinzen aller-
höchsten Orts genehmigt wurden. Kaiser
Franz erhob ihn 1826 für seine viel-
seitigen Verdienste in den österreichischen
Adelstand, mit dem Prädicate -Edler
von, und erwählte ihn drei Jahre später
zu seinem Leibarzte. Kaiser Ferdinand I.
ernannte ihn 1838 zum wirklichen Hof-
rathe, 1836 zu seinem Leibarzte und
1837 zum Director der medicinisch'
chirugiscken Stuhlen und Präses der
medicinischen Facultät an der Wiener
Universität, und verlieh ihm 1840 das
Ritterkreuz des österreichischen Leopold-
Ordens, sowie, den Qrdensfiatuten ge-
mäß, den Ritteistand des österreichischen
Kaiserstaates. Auch fremde Souveräne,
Preußen, Rußland und Parma, zeichneten ^ ihn mit Orden aus, und verschiedene in-
und ausländische gelehrte Gesellschaften
nahmen ihn unter ihre Mitglieder auf.
Selbst im höheren Alter verließ ihn seine
gewohnte Thätigkeit nicht. Seit dem
Jahre 1837 erscheint er als Fortsetzer und
Redacteur der im 1.1811 gegründeten
medicinischen Jahrbücher des österreichi«
schen Kaiserstaates i sein Name kommt auf
denselben wohl noch bis 1847, seinem
Todesjahre, vor, jedoch wird seit 1841 A.
Edler vonRosaZalsHauptredacteurge»
nannt. Bereits 64 Jahre alt, übernahm
R. 1844 noch das medicinische Referat bei
der StudieN'Hofcommisfson. Die zu große
Anstrengung, welche mit der gewissen-
haften Ausfüllung so vieler Aemter ver-
bunden war, untergrub seine Kräfte; er
verfiel in eine Krankheit, von welcher er
sich nicht mehr ganz erholte, und starb im
Alter von 67 Jahren. R. war mit einer
Tochter dcs kais. Leibarztes und geheimen
Rathes, Andreas Freiherrn von St i f f t ,
vermalt, aus welcher Ehe eine Tochter und
drei Söhne entstammen.
Ad el stand 6. Diplom ää°, 23. April 1826.
— NitterstandS'Diplom ääa. 14, März
184», — Frau kl (Ludwig August Dr.).
Sonntagsblätter (Wien, 8°,) 184?. S, 9?
fticich diesem gestorben am 1U, März 1847,
was unrichtig isH, — OeN erreich ischc
National 'Encuklopädie oon Gräffer
und Czikann (Wien 183», 8°.) Bd, IV,
S, 329. —Neuer Nekrolog der Deutschen
(Weimar, V, Fr. Voigt, kl, «".) XXV. Jahrg.
(184?), Thcil I , S, 18». — Wiener Zei<
tung 1847, Nr, 88. — Wappen. Ein von
Roth, Blau und Silber mit einer aufrecht«
stehenden Spitze getheilter Schild, das rechte
rothe Feld durchzieht ein silberner, oben cn>Z>
gebogener Ständer, welcher mit cmer rothen,
durchbrochenen, fünfblnttrigcn u»d gründe
spitzten Nose belegt und uon zwei silbernen,
ebenfalls durchbrochenen, fünfblättrigen und
Zrünbespihten Rosen begleitet ist. Im linken
silbernen Felde erscheint eine pfahlweise ge-
stellte, sechimcil gekrönte Schlange Uon natür»
licher Farbe. In der blauen Spihc steht auf
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon