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Naimann 284 Naimund
drei, aus dem Fußrande sich erhebenden grü<
nen Hügeln ein goldener, aufgerichteter Löwe
nnl Doppelschwanz und ausgeschlagener, ro-
ther Zunge, Auf dem Schüfe erheben sich
zwei geklönte, zu einander gekehrte Turnier»
keime, Auö der Krone des rechten Helm«
wächst, nach innen gekehrt, der vorbeschriebene
goldene Lön'e; auf Ler Krone des linke»
Helmi ist zwischen zwei offenen, mit den
und Roth abwechselnd quergetheilten Adler-
flügen der Stab des Aesculap in natürlicher.
Farben zu sehe». Die Helmdeclen des
rechttn Helms sind blau mit Gold, jene des
linken roth mit Silber belegt, — t. Nicht
zu verwechseln mit dem obigen Leibärzte
Johann Ner>, Ritter von Rnimnnn ist der
A,zt und Professor der medicinischen Klinik
in Wien, Iohan« Anton Raiman» (geb,
in Freiwaldau am l8, Iän>'er l8l(!, gest, zu
Vaden bei Nie» l«, Ortober ls.'i?). Der.
selbe erlangte ani «. August !834 an der Wie.
ner Hochschule die medicinische Doctorwürde,
wurde dann Assistent drr »!e?i>iuischen Klinik
für Wundärzte unter Professor Wciwruch
und später Supplent desselben Gegenstandes,
i», Jahre !»40 Polizei-Bezirköarzt und l843
Professor derselben Klinik, welcher er als
Assistent angehört hatte. Im Jahre «853, nach
dem Tode Liftpich's, suftftlirte er die medi.
cinischc Klinik für Aerzte, Im Jahre li>4!1
wählte ihn die k, k, Gesellschaft der Aerzte
in Wien zu ihrem Tecrelär, welche Stelle
er bis !852 versah, in deu Jahren !8.">ü und
183ü fungirte er als Drcan der luedicinischen
Facultät. Seit deui Jahre <8!l3 unuuterbro»
chen leidend, erlag er im Alter uon 4? Iah,
ren seinem Uebel. Er war ei» Neffe des ob>
erwähnten k, k, Leibarztes Johann Neu,
Raimann, ^Nekrolog, Separat-Abdruck
aus dem Wochenblatte der k. t, Gesellschaft
der Aerzte in Nien (Wien s.l837), Karl Ge>
rold's Sohn)/> — 2. Noch ist bemerkens^
werth der Mechaniker Raiman» in Wien,
Zeilgenoß, Derselbe hat mit dem Schauspie»
ler Var ry , de^n Verfasser des bekannten
und oft aufgeführien Stückes: „Der Treff,
tönig", eine Theater-Maschinerie nach neuem
System erfunden, welche gegen das bisher
übliche große Vortheile darbieten sollte. Ob
sich die Erfindung, über welche die Journale
im Jahre <8LU wiederholt nähere Mitthei-
lungen gebracht, bewährte, ist nicht bekannt.
Ueberdieß hat Raimann sich früher schon
durch mehrere andere Arbeiten bekannt ge> macht, so durch eine in Korkholz c>us«cführte
Darstellung des Amphitheaters in Poln,
durch seine RestaurationSarbeiten an mittel.
alterlichcn Rüstungen im Wciffeniallle des
k. k, Arsenals und auf Schloß Sebenstein
und dann durch das Picdestal'Modell aus
Meerschaum, welche« er nach der Zeichnung
des Professor« Van der Nü l l für das
Erzherzog Karl> Monument gefertigt hat,
M iencr Thea ter Ch ro n ik ui>» S a cl> s r,
<8li!1, Nr, 4: „Eine neue Erfindung",^
Raimund, Ferdinand (dramatischer
Künstle r und Dichter, geb. zu W i e n
1. Juni l790. gest.zuPottenstein nächst
Baden bei Wien i>. September 1836).
Sein Vater war Drechslermeister und
konnte, da er in beschränkten Verhältnissen
lebte, dem Sohne »ur eine unzureichende
Erziehung zu Theil weiden lassen. Er
schickte ihn auf die Schule zu St. Anna
in Wien, wo er, nebst den üblichen Tle-
mentaigegenständen, auä) etwas Zeichnen,
Französisch und Violinspielen erlernte.
Dann kam er zu einein Zuckerbäcker.
Namens I » n g , in die Lehre, und da
Jung auch das Iosepbstädter Theater
zu besorgen hatte, wurde Raimund
als „Nummero" — so heißen die Leute,
welche dem Publicnm die Erfrischungen
im Theater darreichen — verwendet. Da
mag denn auch Raimu nd's unbesiegbare
Vorliebe für das" Theater erwacht und
durch den täglichen Bösuck der Vorstel»
lungen genährt worden sein. Im Jahre
1803 stand er verwaist im Leben, und
damals nahm sich die auch unbemittelte
Schwester seiner an. Das Geschäft in dei
Zuckelbäckerei sagte aber dem strebenden,
sich zu Besserem berufen fühlenden Jüng-
linge immer weniger zu, und eines Tages,
als man ihm die Zubereitung von einzu-
siedenden Nüssen übertragen hatte, voll»
endete er die Arbeit und legte sie auf ein
Papier, worauf er die Worte schrieb:
„Diese vierzig Nuß sind meine letzte
Buß", und der Zuckerbäckerladen sah ihn
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon