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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 257 -
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Seite - 257 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24

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Vaimund 237 Naimund wiß wurde es überall, wo ie deutsche Schauspiele!,' den Fuß hingesetzt, darge> stellt, mehrere der darin vorkommenden Melodien aber sind zu deutschen Volks« liedern geworden. Im September 1827 brachte er „Moisasur'S Zauberfluch", im Theater an der Wien, und schon wenige Monate darnach, im Jänner 1828, die „Gefesselte Phantasie", im Theater in der Lcopoldstadt, zur Aufführung, Nach dem Erfolge, den „Der Bauer all. Mil- lionäc" gehabt, ist eS leicht erklärt, daß beide Stücke minder gefielen, wenn sie auch gleich allen Arbeiten Rai mund's reich sind an poetischen Schönheiten. Im letztgenannten Jahre wurde Raimund von dem damaligen Pachter deS Leopold- städter Theaters zum technischen Director desselben ernannt, und am 17. April 1828 erscheint sein Name zum erste» Male in dieser Eigenschaft auf d^em An» schlagzettel. Ein halbes Jahr später, Octo> bec1828, schenkte er demPublicumseinen „Alpenkönig und den Menschenfeind", welches Stück von Einigen o:m „Bauer als Millionär" gleich, von Anderen noch höher gestellt wird als dieses, und dessen Erfolg ein über alles Mas! enthusiasti» scher war. Sogar die Engländer über. setzten es und nahmen es in ihr Repe» toir auf. „Dieses Stück, schrieb damals ein englisches Journal, ist das erste, wel ches vor ein britisches Publicum gebracht worden ist, aus der Feder eines lebenden Schauspieldl'chters. der vielleicht der ori ginellste unseres Zeitalters ist." Im De cember 1829 erschien seine „Unheilbrin gende Zauberkrone", welche der darin vorherrschenden ernsten Haltung wegen wenig Anklang fand. Im Jahre 1830 ging sein Contract mit dem Leopoldstad ter Theater zu Ende. Er erneuerte ihn nicht wieder und betrat am 3. August 1830 als F lor ian in seinem „Diamant Geisterkönigs" zum letzten Male als Mi tg l ied diese Bühne. Er nahm seit dieser Zeit kein festes Engagement mehr an, sondern lebte ganz nach seinem külisi> lerischen Behngen. durch Kunstieisen und Gastspiele die Gelegenheit benutzend, sich ein Vermögen zu erwerben, daS ihm ein orgenfreies Alter bereiten sollte. Im October 1830 gastirte er im Theater an der Wien-, bis auf 43 erhob sich die Zahl seiner Oastrollen, unter denen er in den meisten seiner eigenen Stücke auftrat, in Moisasur's Zauberfluch" zum ersten Male den Gluthahn spielte, welche Rolle früher immer Director Carl gab, und auch in anderen beliebten Stücken, dem „Gespenste auf der Bastei", „Ehe- teufel auf Reisen" u, s. w., seine Rollen mit ungeheurem Beifalle gab. Im Fe- bruar des folgenden Jahres machte et seinen ersten KunstauSflug nach Deutsch» land, und zwar im Februar nach Mim- chen. wo er mit außerordentlichem Er- folge auftrat,, worauf er, von den An- strsngungen des längeren Gastspieles an- gegriffen, eine Erholungsreise in'S baye- rische Hochgebirge unternahm. dann nach München zurückkehrte und einen Cyklus von 14 Gastrollen gab. Im nämlichen Jahre noch reiste er nach Hamburg, wo er am 1. September im „Bauer als Millionär" auftrat, aber schon mit der achten Gastrolle seine Vor- stellungen beschloß, da cmck in Hamburg bereits die Cholera ihre Opfer zu fordern begann. Er ging nun über Frankfurt a. M., Stuttgart nach München zurück, wo er wieder vierzehn Male auftrat. AIS» dann kehrte er nach Wien zurück, wo er aber nur einmal im Leopoldstädter Thea ter zu Gunsten einer durch die Cholera schwer heimgesuchten Familie auftrat. Im März 1822 reiste er nach Berlin. Im April begann er sein Gastspiel und u. Wuizbach, biolir, Lsiilon, XXIV, sGetn !9,Iu»i
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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