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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 259 -
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Seite - 259 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24

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Nainnmd 289 Nainwnd ». September um ^ 4 Uhr Nachmittags seinen Geist aufgab. Die Theilnahme des Publicums an dem grauenvollen Schicksale seines Lieblings war außer» ordentlich. Am 8. September fand seine Beerdigung unter zahlreicher Theilnahme von Freunden und Bekannten, die aus der Residenz gekommen waren, und der Landbevölkerung Statt. Nachdem die Leiche in Pottmstein eingesegnet worden, wurde sie nach Pernitz geführt und dann durch das Gutensteiner Thal an den Ort ihrer Ruhe gebracht. Seine vorer> wähnte Freundin, die auch Universal» Erbin seines Vermögens—das 60.000 fi. betragen haben soll — wurde, sorgte für ein Denkmal auf sein Grab. ^Vergleiche darüber das Nähere S. 277: VIII. Rai> mund's Tod — Grab — Schedel und Gnthüllungsfeier seines Denkmals.^ Man ehrte den Verblichenen durch mehrere Gedächtnißfeste und Ermneiungsblatter, die ihn in den verschiedenen Rollen seiner Dichtungen, welche er mit unvergeßlicher Meisterschaft gespielt, darstellen. — Es bleibt nur mehr Einiges über seine Heirath und die Herausgabe seiner Werke zu sagen übrig. Raimund hatte im Jahre 1820 die Tochter des Poffendichters Gleich, Luise, eine des Dichters in jeder Hin» sicht unwürdige Person, geheirathet und sich in kurzer Zeit wieder von ihr ge> trennt. Eine frühere Liebe Raimund's war die zu ihrer Zeit beliebte Schauspie» lerin Grünt hal des Leopoldstädter Theaters, aber Raimund's eiferfüch» tiges Naturell, das sich in einem beson» ders heftigen Anfalle zu einer Ungezo» genheit gegen das Mädchen hatte hin» reißen lassen, war Ursache, daß die Ver- bindung zwischen ihm und der Grün- thal aufgelöst wurde. Nach der Schei» düng von semer Frau, welcher er jähr- lich 3(10 fl. auszuzahlen hatte, knüpfte R. mit Antonie Wagner ein Verhält» niß an, welches erst der Tod loste. Ueber eine aus Raimund's Ehe mit Luise Gleich abstammende Tochter vergleiche S. 278, unterIX. Einzelheiten.— So lange Raimund lebte, blieben seine Stücke als Bühnenmanuscripte ungedruckt. Ein Jahr nach seinem Tode wurde aber eine Ausgabe seiner Stücke veranstaltet, und mit der Redaction unglücklicher Weise der Dichter Ioh. Nep. Vogl betraut, der in keiner Hinsicht seiner Aufgabe ge» wachsen war. Sie erschien unter dem Titel: „Ferdinand Aaimund'Z Läwmtliche Merke. HnllUWgeben unn IlltMn Nep. Vugl", in vier Theilen (Wien 1837, Rohrmann, mit dem Bildnisse des Verfassers, 8».); der 1. Band enthält: „Der Diamant des Geisterkönigs"; — „Der Alpmkönig und der Menschenfeind"; — der 2. Bd.: „Moisasur's Zauberstuch"; — „Das Mädchen aus der Feenwelt oder der Bauer als Millionär"; — der 3. Bd.: „Der Barometermacher auf der Zauber» insel"; — «Die gefesselte Phantasie«', — der 4. Bd.: „Die unheibringende Krone"; — „Der Verschwender"; — „Lyrische und prosaische Dichtungen"; — „Raimund's Biographie". Nach etwa zwei Decennien, im Jahre 1885, wurde eine neue Auflage nöthig, welche jedoch nur ein Wiederabdruck der vorigen und bei Karl Hölz l in Wien in neun Bänd- chen im Taschenformate — jedes der acht Stücke und die dürftige Biographie mit dem noch dürftigeren Nachlasse je ein Bändchen bildend — erschienen ist. Mitt» lerweile aber hatte sich auch schon die ausländische Industrie der Werke des Dichters bemächtigt, und zwar Karl Hoffmann in Stuttgart, der den Poffendichter würdig fand, in die in seinem Verlage erscheinende „Classische Theaterbibliothek aller Nationen"
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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