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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 274 -
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Seite - 274 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24

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Naimund 274 Naimund keit. diese Gemüthlichkeit und diese Sentimen talität ist wieder in Wahrheit und Natür lichkeit eingewickelt. Man sieht hieraus, daß Wahrheit und Natürlichkeit in seinem Spiel die Oberhand hat und daß erst nach diesen die Gemüthlichkeit und nach dieser erst de^ Humor kommt, Raimund gehört zu den kleinen Häuflein von Genremalern, denen vor allen Dingen die richtige Charakterzeichnung am Herzen liegt. In den Gemälden, die e> uns hinstellt, leuchtet überall eine Hogarthi sche Wahrheit hervor. Seine Bilder sind keine Callot'sche Fratzen, keine Cruikshank Carrk'aturen, sondern TenierZsche Charakter bilder, bei deren Ausführung er die Tinten aus dem Farbenkasten der Natur geschöpft, den Pinsel in die Palette der Wahrheit ge taucht und jeden Zug, jede Nuance dem Ty pus der Wirklichkeit abgelauscht hat. Dieser Wahrheit weiß er dann durch seinen Humor einen rosenfarbenen Firniß und durch seine -?i5 oomilla einen glänzenden Rahmen zu geben, der den Reiz des Bildes erhöht und es auffallender macht. Meiner Meinung nach thut man Herrn Raimund sehr unrecht, wenn man ihn in die Classe der bloßen Ko> miker wirft. Raimund ist mehr als ein bloßer Spaßmacher, Scaramuz oder Hans- wurst, er ist ein geistreicher Schauspieler, der, hätte er ein besseres Organ, ebenso gut tragische, als jetzt komische Stellen uerkör, vern könnte. Raimund ist auch kein Sän- ger, also auch kein Nuffo, denn ein Buffo ohne Stimme ist nur ein Tert ohne Melodie, Raimund ist, wie gesagt, nur ein Charak» termaler, ein feiner Komiker, dessen Laune keinen Wucher auf Kosten der Wahrheit treibt — mit einem Worte, er ist — der deutsche Polier. V. Naimund in der Dichtung. ») Gedichte n» ihn, b) Naimnnd aus der DiilM. «) Naimund im Romane, ä) Gedsschtnißfcftc, — a) Vedichte an Nainillüd. Humorist, Herausgegeben uon M, G, Saphi r (Wien, 4°.) 1836, im Herbste - „Nachruf an Raimund". Von Braun Uon Nraunthal . M s Raimund's „Ver- schwender" über die Bretter ging, nahm Herrn Biaunthal 's kritische Scheere keinen An- stand, den Dichter zu verwunden. Und nun obiger Nachruf! Consequenz war Herrn uon Braunthal 's stärkste Seite nichts — Theater<Zeitung 1828, Nr. 14«, S 537: Gedicht uon I . Pope; — in derselben, 1888. Nr. 228: „An Raimund, München, October 1838", ohne Angabe des Autors; — ebenda: „Abschiedewolle an Ferd, Raimund bei Schluß seiner Gastvorstellungen -im Herbste 1838", ohne Angabc des Autors; — dieselbe, 5834, Nr. 33 : „An Ferd, Raimund nach der Auffüh- rung des Zauberspieles: „Der Verschwender". VonI . Kupelwieser. —„An Raimund's Grabe. Von C. R- von C(athrin). Ccm< täte zur Monuments »Enthüllung für Rai- mund auf dem Friedhofe zu Gutenstein, I n Musik gesetzt von Franz Edlen uon Ma- r ine l l i . Am 8, September »837, — „Auf Raimund's Tod", Von Karl Me is l (Wien, September 1836). Auf die Melodie des Tisch< lerliedes im „Verschwender". Separatabdruck. — „Wenn der Raimund wiever käme", Gc> dicht von C. Elmar. Dieses Gedicht mit dem Refrain des Liedes vom Aschenmann wurde von Rott in der Akademie gespro» chen, welche Herr uon Klesheim am 27. April 186Z zur Wiederherstellung de5 verfallenden Denksteins auf Raimund's Grabe veranstaltet hat. Ob es gedruckt, weiß ich nicht. — An Raimund sind, als er noch lebte und nach seinem Tode, zahlreiche Gedichte uon mehr und minder bekannten Poeten gerichtet worden, so z. B. in W i t> thau er'« „Wiener Zeitschrift" «832, S. 10!»: „Grnß an Ferdinand Raimund bei seiner Rückkehr uon Hamburg und München", von Karl Ed. Bauern schmid; in der BäuerIe< schen „Theater-Zeitung" 1836. Nr. 206, uo» Anton S i las , uon dem damaligen Schau« spieler, Vater des jetzigen Directors H. Strampfcr , „Am Grabe Raimund's", dann uon Lct ter is, G, H. Lieben au, Moriz Rappaport (später Pseudonym Max Rain au), Gustau Papst u- A,, die letzteren sämmtlich in Seyfried's „Wan» derer" abgedruckt. — I,) Nnimnnd auf dcr Dühne. Ferdinand Naimund. Künstler» Skizze mit Gesang in drei Acten, Von Karl Elmar. Musik uon Capellmeister Adolph Mül ler (Wien »862, Wallishausstc'sche Buchhandlung, 8".) sbiloct die 88, Lieferung des Sammelwerkes: „Wiener Theatcr- Repertoir". Karl Rott spielte bei der Aufführung dieses guten Slückes, October 1881, den Raimund vortrefflich), — Neu> per (Julius), Ferdinand Raimund. Trauer« spiel in 3 Aufzügen (Bieütz 1869, Seldstuer lag). Auch abgedruckt in der Zeitschrift: „Die deutsche Schaubühne, Organ für Theater, Musik u, s. w. (Leipzig, bei Oscar Leiner, 8°.) Jahrg. 1869, Heft ä u. 6. ^Herausgeber dieses Lexikons kennt Herrn Rcuper'ß
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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