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"Raimund 278 Nainalter
l esaß eine pdrenologische Sammlung, zu
welcher der berühmte Kraniologe Dr. Gal l
durch Schenkungen uon Schedeln den
Orund gelegt haben soll. Raimund's
Schedel erschien dem Doctor Rol let als
eine interessante Bereicherung seiner Samm-
lung und er trennte denselben uom Leichnam
ab. Raimund's Erbin reclamirte das Ob-
ject gerichilich. Dr. Rollet aber stützte sich
nuf eine Hofuerordmmg uom Jahre 1764,
welä'er zu Folge der Cadauer Uon Selbst,
„lördern zu wissenschaftlichen Zwecken aus-
gebeutet werden dürfe, Ob nun Dr. Rol-
let den Schedel zurückgestellt, ist aus dem
Verlaufe der Verhandlungen nicht ersichtlich,
vr. Rol let 's Sohn, der noch lebende Dich.
ter Dr. Hermann Rol let , »ersuchte in
einem Aufsahe, welchen er in Väuerle's
„Theater.Zeitung" vom 4. Mai l85ä, Nr, 103.
veröffentlichte, eine Ehrenrettung seines Va«
ters. Vielleicht — und wahrscheinlich — be-
findet sich Raimund's Schedel noch immer
in der Rollet'schen Sammlung, welche
derzeit Eigenthum der Vadner Commune
und im Gebäude des dorügen Nelll>Gym>
nasiums aufgestellt ist. Nach einer neuesten
Mittheilung, aber, welche Dr, Hermann Rol-
let im Feuilleton des Local-Anzeigers der
„Presse" 18?2. Nr. 3 - „Ferdinand Raimund's
Schedel", macht, halte sei» Vater den Sche,
dcl zurückgestellt. Die bezeichnete Quelle gibt
ausführlichen Aufschluß über diesen unter allen
Umständen sonderbaren Vorgang.
! l . Einzelheiten, Raimund'« Schreibtisch. — Der
UnUistühungs-Verein Naimund. — Eine
Tochler Raimund'«. Naimund'z schreilitisch.
Derselbe befand sich im Jahre l8L! in Ah.
gersdorf an der Südbahn nächst Wien in
der Wohnung des Lüeraten Ludwig Wys.
bcr, ^Presse 18«, Nr. 349.) — Der Unter-
stützuilgg-'Uere!!! „Nnimimd". Die Mitglieder
des Theaters nn der Wien haben einen Un-
terstützungs-Verein gebildet und diesem dem
verewigten Dichter zu Ehren seinen Namen
gegeben. Im Jahre <871 ueranstaltelc der
Verein einen Carneuals'Abend, dessen Rein-
erträgniß für den Verein bestimmt war. —
Die letzten, uon Nllimuud geschriebene» Worte.
Herausgeber dieses Lexikons besitzt ein ihm
uon vi>. Hermann Rol le t aus Vaden
mitgetheiltes Facsimile der letzten Worte,
welche Raimund schrieb: dieselben lauten-
„Gott anbeten". Auch Karoline Pichler
gedenkt derselben in ihren schon erwähnten
Memoiren. — Allimund'5 Tochter. Zwi- schenact (Wien, kl. Fol.) 1838, Nr, 32-
„Die Tochter des Dichters", sMter die,
sem Titel wurde in den letzten Jahren -
durch die Journale die öffentliche Mildthä-
tigkeit in Anspruch genommen. Nun handelt
es sich aber dabei zunächst um die Frage:
Ist wirklich eine Tochter Raimund's vor»
Handen? Von competenter Seite wird nun
folgende Antwort gegeben. Von der geschie»
denen Frau Raimund's sei eine Tochter
da, ob aber Raimund ihr Vater ist, wäre
noch zu beweisen. Diese sogenannte Tochter
Raimund's hat sich der Bühne gewidmet
und war Mitglied einer Wandertruppe, Zu
Weiz in Steiermart hatte sie im Jahre !86l
das Unglück, bei offener Scene fast zu »er
brennen. Sie lag an ihren Brandwunden
lebensgefährlich und im größten Elende da»
nieder, Mäher Tagespost 1«Ll, Nr. 233,
im Feuilleton.) — Später berichtete die
Neue freie Presse (Wien, F°>.) 15?l,
5 Jänner. Nr, 2284, unter der Ueberschrift ^
„Eine Tochter Raimund's" ^dieselbe, Emi l ie
ihres Namens, lebt als Souffleuse bei dem
Theater in Znaim), — Hans Iö rge l
(Wiener Localblatt) 40, Iahrg, (l«7i),
!i. Heft, S, <2: „Cmilie Raimund" ^bezeich'
net sie in dieser Notiz ausdrücklich als Rai-
mund's einzige Tochter mit Luise Gleich),
Nainaltcr, Anton (Bildhauer, geb.
zuN 0 tzen in Südtirol 14. August 1783).
Den Elementarunlerricht erhielt er im
Wemhause von se'mem eigenen Vater',
dieser schickte ihn später zu Schwan-
thaler, dem älteren, nach München,
dann zu Klieber und KähSmann
nach Wien, damit er bei diesen Meistern
die Bildhauerei erlerne, aber nur
drei Jahre war es ihm vergönnt den
Unierricht der genannten Meister zu
genießen, dann mußte er nach Haus
zurückkehren, wo er nunmehr seinen blei>
benden Wohnsitz aufschlug und bald durch
seine Arbeiten die öffentliche Aufmerksam»
keit auf sich zog. Zunächst waren es die
Verzierungen eines Brunnens im Garten
des Grafen von Sonntheim, welche
allgemeine Anerkennung fanden', die aus ^
weißem Marmor gemeißelten Kinder«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon