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gruppen verriethen eine ungemein kunst»
fertige Hand; nicht minder war dieß mit
einer Büste des Kaifers FranzI . der
Fall, welche R. für die Cchießstätte in
Botzen aus schönem weißen Vintschgauer
Marmor gearbeitet halte. Auch schnitzte
er aus Holz mehrere Statuen für den
Moserischen Garten. Aber lange fehlte
es dem Künstler an Gelegenheit, sein
Talent in praktischer und umfassender
Weise zu bethätigen, bis sich ihm eine
solche bei Errichtung des neuen Fried»
Hofes in Botzen in reichlichem Maße dar-
bot. Er erhielt den Auftrag zur Aus-
führung der in den Bogengängen
des genannten Friedhofes aufzustellen»
den Familienmonumente, von denen
als besonders gelungen die folgenden
bezeichnet werden: Jenes des Colle»
gienratheg Nepomuk Ritter u. Giova»
nel l i , des Großhändlers von Putzer,
der Witwe Stre i ter , des Hof'Conci»
Pisten Alo is und seines Bruders, der
Kaufleute Hepperger, Mayr l und
Kasper, alle aus weißem Marmor,
Auch ist die besonders gelungene Mar»
morbüste Schiller's im Garten des
Dr. Strei ter zu Botzen ein Werk seines
Meißels. Diese vorzüglichen Arbeiten
steigerten seinen Künstlerruf, und os
mehrten sich in Folge dessen auch die
Bestellungen, d!e nun sogar aus der Ferne
eintrafen. Von Rainalter's zahlreichen,
außer Botzen ausgeführten Arbeiten sind
besonders erwähnenswerth: Die Grab-
mäler des Brixener Bischofs Karl Grafen
von Lodron, des ständischen
Abgeord-
neten Joseph von Riccabona zu Ca>
valese, derFamilie des FreiherrnIgnaz von
Tschidererzu Innsbruck, des Doktors
Althub er in Lienz. der GräfinIohanna
von Tannenburg im Achenthal und
des Handelsmannes Franz Schuler zu
Holzgau im Achenthal. In Folge seiner Geschicklichkeit erhielt R. zu wiederholten
Malen Berufungen in's Ausland, welche
er aber — bei feiner Vorliebe für die
Heimat, in der es ihm übrigens nie an
Besckäftigung fehlte — immer ablehnte.
Ob der Künstler noch lebt, ist dem Ver-
fafser dieses Lexikons nicht bekannt, er
müßte jetzt ein betagter Greis von
84 Jahren sein. — Sein Sohn Franz
(geb. in Botzen um das Jahr 1823)
widmete sich unter der Leitung des
Vaters der Kunst desselben und kam
spater-nach München, wo er zuerst unter
Bildhauer Mayr. dann aber unter dem
berühmten Schwanthaler seine Kunst»
studien fortsetzte. Er arbeitete unter des
Letzteren Leitung an den Vasrelifs der
damals im Bau begriffenen Ruhmeshalle
zu München, wie er schon früher unter
Mayr sich an den' Verzierungen der
Walhalla betheiligt hatte. Im Garten
des Dr. Streiter zu Botzen befindet sich
auch von ihm eine Göihe-Büste mit
einemBasreliefaus der Dichtung „Faust".
Alle diese Arbeiten verrathen ein bedeu-
tendes Talent; über seine weitere künst-
lerische Entwicklung uud seine späteren
Werke fehlen alle Nachrichten.
Bote uon und für Tirol <823, Nr. 78. —
(Lein an) Tirollsches Künstler-Lexikon u,
f. w. (Innsbruck l83«, Felician Rauch, 8«.)
S. 202. — Staf f ie r (Johann Inc.), Da«
deutsche Tirol und Vorarlberg, topographisch
mit geschichtlichen Bemerkungen (Innsbruck
l847, Felir. Rauch, 8°.) Bd. I I , G. 870, —
Tschischkci (Franz), Kunst und Alterthum
in dem österreichischen Kaiserstaate (Wien l836,
Beck, gc. «".) S. 136 u, 290.
Rainer, Orzherzog, siehe: Hllbsburg-
Lothringen sBd. VII, S. 123, Nr. 273:
Rainer, Joseph; S. l27, Nr. 274: Rai»
Ntt. Ferdinands.
Rainer Ritter von und zu Lindeil-
bilhel, Karl Mathias BarnabaS (k. k.
Feldmaxschall ° Lieutenant, geb.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon