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Rainer (Servitenmönch und Miniaturma
ler, «eb. zu Innsbruck 30. April <7l3, gest
ebenda 31. Jänner 1?i>2), Ueber die Leben«
Verhältnisse diese« Mönches, der wohl aus
einer der zahlreichen, in Tirol — namentlich
im Puster, und Zillerthale — uorkommenden
Familien abstammt, liegen keine näheren
Nachrichten vor. Die einzige Quelle, die aus
führlicher über ihn berichtet, bezeichnet ihn
als berühmten Miniaturmaler, der bei der
Miniaturmalerin Mar ia Elisabeth M i l
dorfer (geb. 1713. gest. 1732), einer Toch,
ter des Innsbrucker Maler« Michael Ignaz
Mi ldor fe r , seine Kunst erlernt hat. Von
seinen Arbeiten werden erwähnt die „Bildnisse"
uon sieben Qrdensvätern und eine „Grable<
gung Christi", welche sich im Priorate deS
Seruitenklosters zu Innsbruck befinden und
ebenda im National.Museum weiden zwei
herrliche Miniaturbilder, uon seiner Hand
gemalt, aufbewahrt. ^(Leman), Tirolisches
Künstler>Leiikon (Innsbruck 183«, 8°.) S.202.
— Tschischka (Franz), Kunst und Alter-
thum in dem österreichischen Kaiserstaatc (Wien
1836, Franz Neck, gr. 8«.) S. 13» u. »NO. —
Brunner (Sebastian), Die Kunstaenossen
der Klosterzelle (Wien !8L3, Vraumüller, 8°.)
S. 231.^ — 2. Georg Nniner (Tiroler
Schützenhauptmann, geb. zu Bienersdorf im
Unterinnthale Tirol« 4. September l?L1,
gest. 28. November 1821). Lebte al« genchte»
tec Nirlh zu Biencrsoorf an der Nrirencr'
straße, bis ihn die Ereignisse seiner Heimat
auf den Kampfplatz riefen. N. hat sich in
der Vertheidigung seines Vaterlandes einen
ehrenvollen Namen erworben. Schon im
Jahre 1793 zog er an der Spitze einer Lan<
oesschützeN'Compagnie in die Schluchten uon
Engadin; im Jahre 1LUN focht er am Thier»
berge und auf dem KiechelNeg. Cine Haupt«
rolle aber spielte er im Jahre 1809; er war
Mitglied der Schatzdeputation und wohnte
ihren Berathungen bei; Hofrath uon Rösch»
mann zog ihn an sich, um sich seines Vin>
flusses auf das Volk, der sehr groß war, zu
bedienen. Bei der im genannten Jahre aus-
gebrochenen Volksbewegung hatte er wicht,,
gen Antheil an der Leitung und Durchfüh-
rung derselben und bewies sich bei den da-
maligen schr heiklichcn Verhältnissen als
höchst muthig, besonnen, klug, nur von dem
Gedanken an sein Vaterland uno dessen Be>
frriung uom Fremdjoche erfüllt. Als am
16. August 1814 die Tiroler den Kaiser
Franz als ihren wiedergefundenen Landes» Herrn begrüßten, befand sich auch Hauptmann
Rainer unter den dazu Ausgewählten. Im
Jahre 1815 zeichnete ihn der Kaiser durch
die mittlere goldene Ehrenmedaille au« und
im Jahre l8«9 erhielt er einen jährlichen
Gnadrngehlllt von lüllfl. Aber die feindliche
Plünderung und später wiederholte Unglüsi,
fälle hatten seinen einst blühenden Wohl,
stand vernichtet und ihn um all sein Hab
und Gut gebracht. Er starb als Nreis in,
Alter von ?<> Jahren in Armuth. Von seinen
uierzehn Kindern haben die fünf jüngsten »um
Staate Erzichungsbeiträge erhalten. sStaff,
ler (Johann Jacob). Das deutsche Tiro!
und Vorarlberg, topographisch mit geschicht'
lichen Bemerkungen; in zwei Bänden (Inns>
brück 1847, Felic.'Rauch, 8°.) Bd. I, S. 8«.)
— 3. Johann, auch Johann Joseph
Rainer (auch Nein er), ein Vildnihmoler,
der in den Vierziger, und zu Anbeginn der
Fünfziger'Iahre in Wien lebte und vornehm»
lich Bildnisse, aber auch Frucht- und Thier»
stücke in den Iahre«>Ausstellun,ien der k. k,
Akademie der bildenden Künste bei Nt, Anna
ausstellte, so im Jahre 1843 neben mehreren
Porträten uon Privaten ei» „Fruchtstüll"; —
im Jahre 181N ein Bild- „Die Vergänglich'
keit"; — 184l>: „Austern und Häringe"; —
l847- „Früchte", ferner die „Vildnisse uon
Wust. V arth" und von dem „Chormeisterdcs
Wiener Männergesan^Vereiu«, ?I. Storch"
u, s. w. Seit dem Jahre 1822, in welchem
ein Costum Porträt uon ihm ausgestellt wnr,
erscheinen keine Bilder uon seiner Hand mehr.
^Kataloge der Iahres'Auöstellungm der
k, k. Akademie der bildenden Künste in Wien
18«, «848, 18LU u,!d l8ü2.) — 4. Ei»
Maler Rainer (mit a bei Dudik, mit e
hei Nolnu) endlich, dessen Taufname nicht
bekannt ist, lebte in Brünn und befindet sich
uon seiner Hand in der Pfarrkirche zu
Schwarzkirchen im Brünner Kreise das H°ch>
altaruilo. Wann er gelebt, ist auch nirgend«
angegeben. l^Wolnl) (G,), Kirchliche Top»
grnphie uon Mähren, Brünncr Diöcese, Vd.II,
S. 31. — Schmidt (Adolph), Ocster.
reichischc Blätter für Literatur und Kunst
(Wien, 40.) I . Jahrg. (l«44), IV. Qu«rtal,
S. LIL, im Aufsätze: „Kunstschätzc aus de>»
Gebiete der Malerei in Mähren", uonDudit.)
Rainer, s. auch: Reiner, im xxv.'Bde.
Rainis. Joseph, siehe:
Joseph ^S. 296).
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon