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Naiser 289 Naiser
tocien und Graduale', — ein deutsches
Pastorallied; — 20 salve lieFwg,, dar-
unter einige mit Blasinstrumenten', —
mehrere Menuetten und andere Tänze; —
ein Marsch und eine sogenannte Berch.
tesgadner Musik. R. war auch ein aus»
gezeichneter Violinspieler und unterrich»
tete mit Erfolg mehrere junge Musiker
des unter seiner Leitung stehenden Cho»
res. Er wird als ein origineller Mann
geschildert, der im Sommer seinen Dio>
genes-Mantel gegen die Sonne trug, im
Winter aber denselben zu Hause ließ, um
seinen Körper abzuhärten.
Pi l lwe in (Vcnedict), Biographische Schilde«
cungen oder Leiiton Slllzburgischer, theils uei<
storbener, theils lebender Künstler u. s. w.
(Salzburg l82l. Mayr, kl. 8°.) S, i»2.
Raiser, Johann Nepomuk von (N l-
t erthumsfo rscher, geb. zu Frei»
bürg im Breisgau 28. September 1768,
gest. zu Augsburg 14. Mai 1863).
Diesem tüchtigen Archivare und Alter»
thumsfoischei wird in diesem Lexikon eine
Stelle angewiesen, weil sein Geburtsort
zu jener Zeit noch österreichisch war, weil
er unter der österreichischen Regierung
seine wissenschaftliche Ausbildung erhal«
ten hatte und auch bis zum Jahre 1806,
in welchem erst jener Theil Vorderöster»
reicks, in welchem Raiser so erfolgreich
thätig gewesen, an Bayern siel, in öster-
reichischen Staatsdiensten gestanden. R.
beendete Im Jahre 1790 die Rechtsstu-
dien zu Freiburg, im damaligen Vorder«
österreich, erlangte an der dortigen Hoch.
schule 1792 die juridische Doetorwürde,
wurde im Februar 1793 Oberamtsrath
in Stockach in der damaligen Landgraf»
schaft Nellenburg. Im Jahre 1797 er»
nannte ihn Erzherzog Kar l zum Sperr»
commifsäi gegen die Schweiz. Im Jahre
1802 wurde er burgauscher Oberamts-
rath und im folgenden Jahre, obgleich im Range der jüngste, wirklicher Rath
bei der nach Günzburg verlegten Regie»
rung des damaligen Schwäbisch.Oester.
reich. Bei der 1804/1808 erfolgten Ver-
einigling dieser Provinzial-Regierung mit
dem Appellat!onSgerichte wurde Raiser
auch k. k. Appellationsrath. I n dieser
Anstellung und in einer Periode, wo sich
eine Menge Territorialfehden durck die
Veränderungen im Landesbesitze mit den
Insassen und Nachbarn ergaben, zeichnete
sich R., dessen archiualische Keimtnifse ein»
zig in ihrer Art waren, durch Thätigkeit
und Geschäftsgewandtheit aus. Als durch
den Preßburger Frieden — 26. December
1808 — die Markgrafschaft Burgau,
mehrere vorarlbergische Herrschaften und
Tirol an Bayern kamen, trat auch Ra i»
sen in bayerische Dienste und blieb in
denselben, obgleich im März 1806 an
ihn ein ebenso vortheilhafter als ehren»
voller Ruf nach Oesterreich erging. I n
bayerischen Diensten wurde R. 1806
Oberjustizrath für die Provinz Schwaben
und Tirol, im nämlichen Jahre noch
Rath der staatsrechtlichen Deputation
der LandeSdirection in Ulm. 1808 Kreis-
director daselbst; 1810 ging er in glei>
cher Eigenschaft nach Eichstädt. 1817
nach Augsburg, wo er während seines
uieljährigen Wirkens auch acht Jahre
als General.Cornmifsar und Regierungs»
Präsident provisorisch fungirte. Im Jahre
1838 trat er in den Ruhestand über,
nachdem ihn sein König schon 1820 mit
dem Civil-Verdienstocden schmückte und
am 10. März 182l in die Adelömatrikel
des Königreichs eintragen und bei der
Rittecclasse immatriculiren ließ. R. war
Mitglied mehrerer historischer Vereine in
Bayern und correspondirendes Mitglied
der historischen Classe der kön. Akademie
der Wissenschaften in München. Seine
Druckschriften, historischen und archäolo»
o.Wurzback, bioar.Lenkon. XXIV. ^Nedr. 8 Juli l872,) 19
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon