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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 296 -
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Seite - 296 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24

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296 wurde Rajner zum Obergespan des Borser Comitates ernannt. Bei den Aus- schreitungen des berüchtigten Heveser Comitates wurde Rajner als fönig» licher Kommissär dahin entsendet und wußte, wie ein damaliger Korrespondent meldete, „mit Energie und nicht ohne Tact die barfüßigen Junker zur Ruhe zu bringen". AlS Graf Wenckheim im October 1869 sein Portefeuille nieder» legte, wurde mit kais. Handbillet ääo. Gödöllo 21. October 1869 Rajner zum ungarischen Minister des Innern ernannt. Man wollte aus dieser Ernen» nung zweierlei schließen, nämlich daß man der Comitatswirthschast ordentlich zu Leibe gehen wollte und ferner, daß man bei der damaligen, durch die Beschlüsse des Concils eigenthümlichen Stellung des katholischen Clerus in Ungarn zu Transactionen mit demselben entschlossen sei, wobei Rajner, der als frommer, wenn auch nicht gerade ultramontaner Katholik galt, als die geeignetste Person» lichkeit erscheinen mochte. Bei seiner Er» nennung zum Minister fand die streng constitutionelle Partei nur den Umstand bedenklich, daß Rajner damals nicht Deputirter war, wodurch jedenfalls ein unwillkommenes Präjudiz gegen daö parlamentarische Regiment gegeben war. Neue freie Presse (Wiener polit, Blatt) i8L8, Nr, 1532, l8»7, iSSl, in den Corre> spondenzen aus Pesth und in den Notizen. — Fremden'NIat t »on Gustav Heine (Wien, 4«.) I8L9, Nr. 239. Räjnis, Joseph (gelehrter Jesuit, geb. zu Gün s in Ungarn 4. Juni 1741, gest. zu Keszthely 23. September 1812). Sein Vater, der sich Rheinisch schrieb, war ein deutscher stadtrath zu GünS. Der Sohn trat nach beendeten Gymnasilllclassen im Jahre 1757 in den Orden der Gesellschaft Jesu, verbrachte die ersten zwei Probejahre in Wien und kam dann nach Leoben, wo er mit be> sonderem Eifer die griechische Sprache betrieb und der Erste es versuchte, das elegische Sylbenmaß der Alten in der ungarischen Sprache anzuwenden. In's Vaterland zurückgekehrt, wurde er 1761 im Lehramte verwendet, trug, während er selbst 1763 inKaschau den philosophischen Studien oblag, in Preßburg und Raab in den Humanitätsclassen vor, ging dann nach Tyrnau, wo er die Theologie hörte. 177l daselbst darauö die Doctor. würde erlangte und dann die h. Weihen erhielt. Nun lehrte er bis 1784 zu Raab die Mathematik und wurde alsdann Aufseher der akademischen Kirche, in welcher Eigenschaft er bis 1896 verblieb. Auf ein geringes Gehalt angewiesen, hatte er vielfach mit Noth zu kämpfen, was ihn bei seinem vorgerückteren Alter wesentlich in seinen literarischen Arbeiten hemmte. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen, eine bessere Existenz zu errin. gen, fand er «endlich in dem den Wissen» sckaften und Künsten wohlgeneigten Ma> gnaten Georg Grafen Fest et! cö einen hilfreichen Mäcen, der ihn zum Scboliar. chen seines Georgicons in Keszthely er» nannte, wo er im Alter von 71 Jahren starb. Seine literarische Thätigkeit war mannigfaltig, er schrieb mehrere Fest» reden in lateinischer Sprache, welche in den Jahren 1769. 1770 und 1783 im Drucke erschienen find und von Stöge i auch nach ihren Titeln an» gefühlt werden; dann beschäftigte er stch mit dem müßigen Problem der Qua> bratur des Zirkels, worüber er die Schrift: „ 1794, StreidiF, 4".) veröffentlichte. AlS diese Schrift eine Entgegnung fand, e»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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