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wenigen Gedichten ersichtlich, besonderen
Sinn für daS Erhabene und Kräftige
hatte, demselben aber bei seinem wenig
geläuterten Geschmacke mitunter durch
gemeine Bilder bedeutenden Eintrag
thut. Außerdem fehlt es ihm an Erfin-.
dungskraft und an Gefühl, somit an
Allem, was das Wesen des Dichters aus>
macht." Was seine Uebersehung des Vir»
gi l betrifft, so meint Toldy, „daß R.
gerade dessen entbehrte, was ein Ueber»
setzer des V i rg i l vor allem Anderen
besitzen muß: die Eleganz. Uebrigens
ging er bei dieser Uebersetzung verständig
zu Werke, und wenn auchBaroti ihn
in seinen spater bearbeiteten Eklogen an
Schönheit und Anmuth übertrifft, so hat
doch R. vor dem „Szekler Poeten" ohne
Zweifel die echt ungarische und dabei
keineswegs gezwungene Behandlung der
Sprache voraus. Seine Kraft bestand
überhaupt vorzüglich in der Sprache...".
O csterreich ischc N ational'Encyklopädie
uon Gräffer und Czikann (Wien «33.
8°.) Vd, IV , S. 344. — Handbuch der
ungrischen Poesie u. s, w, in Verbindung
mit Julius Fenysry herausgegeben uon
Franz Toldy (Pesth u. Wien 1828, Kilian
u. Gerold, 8°,) Bd, I , S. 198. — To ldy
(Franz Di.), Geschichte der ungrischen Dich-
tung oon den ältesten Zeiten bi2 auf Ale),'.
Kisfaludy. Aus dem Ungrischen übersetzt
von Gust. Steinacker (Pesth l8L8, G,
Heckenast. 8»,) S, 239 u. 3L2. — Ungarns
Männer der Zeit. Biografien und Karakte-
riftiken heruorragendster Persönlichkeiten. 2Ius
der Feder eineö Unabhängigen (C. M. Kert«
beny reots Benkery (Prcig 18L2, A. G,
Steinhäuser, kl. 8°.) S. 249, — Heuere'-
eae sooislkti« ^s«u (Visnuas 1833, I^sx. 8<>.)
p. 292 ftach diesem geb. 14. Juni 1741). __
Ne^ia-o !Itell!,!'i2
, d. i. Wissenschaftliche Abhand.
lungün (Pesth, 8".) 182«, IX, S. 24 u, f,:
„Biographie" uerfaßt von Georg Fessr. , d. i, Geschichte der ungarischen Dich»
tuna uon der Schlacht bei MohllcZ bis aus
unsere Tage (Pestb 18,3 Gust. Heckenast,
gr. 8«) Bd. I, S, 532—846
RlljskÄ,, Anna (öechische Schau-
spielerin und Schriftstellerin,
geb. zu Prag 16. Februar 1824). Ihr
wahrer Name ist Anna Forchheim,
den Namen Rnjskä, nahm sie erst als
Schauspielerin an und später hieß sie
nach ihrem Gatten Tarnowska. Sie
ist vor, deutschen Eltern; ihr Vater, Offi-
cier in der kais. Armee, Karl Forch»
heim, gab, ein Deutscher von Geburt,
seiner Tochter eine durch und durch
deutsche Erziehung. Erst als Forch«
heim mit dem öechischen Dichter Ca«
jetan Tyl bekannt wurde, begann Anna
öechisch zu lernen und wurde uon
Tyl allmälig in die böhmische Literatur
eingeführt.. Schon in den Jahren 1838
bis 1837 trat sie mehrere Male in
Kinderkomödien auf, welche damals in
Prag nicht selten gegeben wurden, und
da sie dramatisches Talent zeigte, über-
redete lie Sbopanek, der am standi»
schen Theater als Mitdirector betheiligt
war, sich öffentlich zu versuchen, was im
Jahre 1839 geschah. In den öechischen
Vorstellungen, welche Sonntags gege»
ben wurdm, trat sie mit Erfolg auf und
stand ihr Entschluß fest, sich der Bühne
zu widmen, als die Uebersehung ihres Va»
ters nach Lemberg ihr Vorhaben vereitelte.
Im Jahre 1840 übersiedelte sie mit den
Eltern nach Lemberg, dort wurde sie mit
einer polnischen Schauspielerin bekannt,
welche sie dem Grafen Skarbek, dem
Erbauer und Eigenthümer des polnischen
Theaters, vorstellte, worauf sie nach
mehreren Pioben in der Rolle des
Käthchens von Heilbronn debu-
tirte und sofort für das naive und senti»'
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon