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NanmMtti 308 Namberg
steht, Aushilfe in der Seelsorge zu leisten
und in derDiöceseMissionen zu halten. In
einiger Zeit stiftete er ein Miffions-Semi-
nar für Ozeonien. So waltete er unbe»
achtet seineö priesterlichen Berufes, biS
im Jahre 1848 seine humane Weise die
Aufmerksamkeit auf. ihn lenkte. Bei dem
AuSbruche der Revolution in Mailand
traf er nämlich auf der öffentlichen Straße
weinende Knaben von deutschen Eltern.
Er nakm sich sofort in Person derselben
an, gewährte den Verlassenen Schutz und
brachte sie in seinem Waisen-Seminar zu
Saronno unter. Nachdem die Oesterrei'
cher siegreich
nach Mailand zurückgekehrt
waren, stellte er die Kinder ihren Eltern
zurück. Dieser edlen, eines Priesters deS
Herrn vollkommen würdigen Handlung
blieb man hohen Ortes eingedenk und R.
wurde nach Erledigung deS Bisthums
Pllvia von Sr. Majestät zum Bischöfe
desselben ernannt. Auch in dieser neuen
Würde zeichnete sich der Prälat ebenso
durch seine große Klugheit, als seine
Festigkeit auS und genoß im dortigen
Kiichensvrengel allseitige Verehrung.
Namentlich bei Gelegenheit der großen
Ueberschwemmung, von welcher die Stadt
heimgesucht worden, bewies er wieder
seinen edlen hochherzigen Sinn, eilte
überall, wo die Wafsergefahr drohend
war, an Ort und Stelle und nahm die
obdachlosen armen Leute zu Hunderten
in seinen bischöflichen Palast auf, wo er
ihnen Alles, dessen
sie
bedurften, Nahrung,
Bekleidung und sonstige Pflege zu Theil
weiden ließ. Nach dem am 9. April 1887
erfolgten Tode des Patriarchen Peter
Aurelius Mu t t i wurde Bischof R,a m a-
zott i zu seinem Nachfolger erwählt und
hielt am 16. Mai 1888 seinen feierlichen
Einzug. Auch in dieser Stellung bethä»
tigte der Kirchenfürst öfter seinen humanen
Zinn und werden mehrere derartige Züge
p. Wuriback, biogc. Lenlo». XXIV. aus dessen Leben erzählt. Leider war seine
Wirksamkeit nur von kurzer Dauer, nach
kaum dritthalb Jahren starb er im Alter
von 61 Jahren. Als dem PapstePiuSIX.
die Nachricht vonRamazotti 'S Ableben
mitgetheilt wurde, äußerte er. daß sein
Bedauern über dasselbe um so tiefer sei.
als er ihn seiner vielseitigen Verdienste
wegen für die CardinalSwürde in petto
getragen habe.
artlooU trs ec>2 lettsra üellll äautitli, äi
N. 8. ?»pi>, ?io 1^. in inolts äi lui
(Veus-ia 1861, NwL. ssiiuwlä'o, 8«,). —
Salzburaer Kirchenblatt (4«,) 1838.
Ni, 11, Conespondenz ääu. Venedig 25. Fe-
bruar, — Deutschland (polit, Journal
zu Flunkfurt a. M,). 17. März <838: „Un>
gelo Ramazotti, der neue Patriarch uo» Ve>
nedig". — Bobemill (Prager polit, und
Unterhallungeblatt, 4°,) 1860, Nr. 39, S. 352.
— Kleinesbionraphisches Lexikon,
enthaltend Lebcnsstl'zzen hervorragender, um
die Kirche verdienter Männer (Znaim 1862,
M. F. Lenck. kl, 8°) S. »« u. 194.
Ramberg, Arthur von (Maler,
geb. zu Wien im Jahre 1818). Erhielt
seine künstlerische Ausbildung in Wien,
wo er bis 185l) lebte. I n diesem Jahre
begab er sich nach München, wo er an
der dortigen Akademie seine Kunststudien
fortsetzte und im Jahre 1838 Ehrenmit»
glied derselben wurde. Im Jahre 1869
erhielt er einen Ruf nach Weimar als
Professor der großherzoglichen Kunst»
schule daselbst. Nach einigen Jahren kam
er aber in gleicher Eigenschaft an die
Münchener Kunstakademie, wo er zur
Stunde noch thätig ist. Oesteireichische
Blatter haben in ihren Kunstkritiken zu
wiederholten Malen bedauert, daß Kräfte
wieRamberg und Moriz v. Schwind,
der auch als Oesterreicher im Auslande
arbeitete, dem Vciterlande entzogen blie»
edr. 13. Juli 1872.1 20
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon