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Nr. 28i. — Fremden- Blat t , Herau«aene<
lien von Gustau Heine (Wien, 4».) lgos,
Nr. 248, — Porträt. Lithographie von Ärie>
hu der (Wien, Neumann, Fol,). — Holz-
schnitt ohne Angabe de« Zeichners und Xylo»
«raphen im „Feierabend",L Jahrg. S. 293, —
— Wappen. Von Schwarz und Blau quer«
getheilter Schild. Im oberen schwarzen Felde
steht auf der Schilotheilung ein goldener,
gologckrönter Löwe mit ausgeschlagener ro-
ther Zun.^e, in den Vorderpranken einen ab>
gestümmelten goldenen Ast vfahlweise empor«
haltend. Im unlcren blauen Felde erbebt sich
aus einem Hügel, o« auf einer am Fußrande
sich verbreitenden grünen Ebene emporsteigt,
eine Kirche mit einem zur rechten Seite ange-
brachten Thurme, beioe mit rothen Nächern
und je mit goldenen Kreuzen geschmückt. Am
Fuße des Hügels im rechten Unterwinkel ist
eine aus Kanonenkugeln errichtete Pyramide
und im linken Unterwinkel eine natürliche
Nackteule zu sehen. Auf dem Schilde ruht
die Fieiherrnkrone, auf welcher sich ein ge-
krönter, in's Visir gestellter Turnierhelm er-
hebt, Nu5 der Krone oes Helms ragen zwei
schwarze, mit den Sachsen gegen einander
gekehrte Adlerflügel, jeder derselben mit einem
dem im Schiloe bezeichneten ähnlichen Asle
belegt. Die H elmdecken sind rechts schwarz
mit Gold, links blau mit Silber belegt.
RlMoser. Peter (Eiseleur und
Goldarbeiter, geb. zu Bohen in
Südtirol 17. Mär; 1722. gest. ebenda
17. November 18l)1). Nei einem Maler
in Botzen erlernte R. das Zeichnen, dann
trat er bei einem Goldschmiede in die
Lehre und arbeitete bei demselben durck
mehrere Jahre mit großer Geschicklichkeit.
Bald nach Vollendung seiner Lehrzeit er»
hielt er den Aufirag zur Verfertigung von
sechs silbernen Armleuchtern für dkPfarr-
kirche von Votzen. R. führte dieselben in
getriebener Arbeit und in solcher Schön-
heit aus, daß sie jetzt noch einen Schmuck
dieser Kirche bilden. Sein Drang, sich
weiter auszubilden, trieb ihn in die Fremde,
er ging vorerst nach Augsburg und von
bort nach Paris, wo er bei den ersten
Meistern seiner Kunst arbeitete, nebenbei durch fünf Jahre die Akademie der schönen
Künste besuchte und ncich jeder Seite hin
große Fortschritte machte. Im Jahre 4780
reiste er von Paris nach Rom und nahm
nun in Italim bis auf wenige Jahre
vor seinem Tode seinen bleibenden Auf»
enthalt. Nur einmal während mehr als
vierzig Jahren, die er im gelobten
Lande der Kunst zugebracht, besuchte er
in den ersten Jahren seine Heimat und
vollendete damals in Botzm den her»
lichen Rahmen zu dem Herzjesubilde in
der dortigen Pfarrkirche. In Italien lebte
er meistens in Rom, dessen Kunstwerke er
nach allen Richtungen hin studirte und
dessen Antiken er so genau kannte, daß
ihm wohl wenige Künstler in dieser Kennt»
niß gleichkamen. Andeie Künstler, so
z, B. der berühmte Historienmaler Joseph
Schöpf, rühmten dankbar, daß ihnensein
Umgang eben liegen seiner ausgebreiteten
Kenntnisse in Kunstsachm sehr lehrreich
gewesen. Außerdem arbeitete R. zu ver-
schiedenen Zeiten in Florenz, Neapel,
Foligno, Perugia. Beuagna und in an>
deren Städten Italiens, er kehrte aber
immer wieder nach Rom zurück. Ueber
seinen Eintritt in einen Mönchsorden
wird zu Ende dieser Skizze berichtet.
Seinen Künsüerruhm verdankt er den
außerordentlich schönen Albeilen, die aus
seiner Hand hervorgingen, und die bei
seiner großen Arbeitsamkeit auch ziemlich
zahlreich sein mögen, aber leider nicht
alle bekannt sind. Er arbeitete fast aus»
fchließlichin Silber, überdeffen Geldwerth,
wie sein Biograph meint, so leicht der
Kunstwerth vergessen wird. In Rom war
er in der Werkstätte des berühmten Gold.
schmiedes Valadin Luig! thätig, der
aber seinen Ruhm eben deutschen Arbeitern
und vornehmlich unserem Rainoser und
noch einem zweiten Oesterreicher Barthol.
Hecker verdankt. So ist z. B. die im
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon