Seite - 319 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Bild der Seite - 319 -
Text der Seite - 319 -
319 Nanda
nen bei der Nachricht von seinem Tode.
indem AlleS fühlte, daß sein Orden, die
Schule, die Wissenschaft, die Menschheit
überhaupt, ein würdiges Mitglied ver>
loren hatten.
Oedenburgcr Local N la t t (gr, 4»)
IV. Jahr«, (l8L4). Nr. 5l: „Nekrolol,". —
I r 6 k. Nletra^.^ii^tem^n/.
/6-«e/, d. i. Ungarische Schriftsteller. Samm>
lung uon Lebensbeschreibungen. Von Jacob
Ferenczy und Ios. Daniel i l (Pesth i83L,
Gust. Emich, 3°.) I, Theil, S. 278.
Randll. Anton (Rechtsgelehrter,
geb. zuBystritz im ehemaligen Klattauer
Kreise Böhmens 8. Juli 1834). Sein
Vater (gcst. 1863) war zueist Advocat
inDoma;lice, übersiedelte im Iahre1823
nach Nystritz, wo er bis zum Jahre 1830
die Stelle eines Justitiars der ehemaligen
Herrschaft Bystrih bekleidete. Nach Auf>
Hebung der Patrimonalgerichtsbarkeit
wurde er Bezirksrichter. Der Sohn
Anton besuchte die Elementarschulen in
seinem Geburtsorte, später zu Domazlice,
die Gymnastal» und Humanitäts'Classen
1844—1880 zu Klattau und die philo-
sophischen Jahrgänge zu Prag, wo er
auch im Jahre 1832 an der dortigen
Hochschule die Rechte begann. In der
erstenZeit zog ihn vorAllem das Studium
der VolkSwirthschaft an, wozu er insbe-
sondere durch die lebensvollen Vortrage
Mischte r's ^Bd. XII I , S. 338^, der
damals an der Präger Hochschule so er-
folgreich wirkte, angeregt wurde. Wäh»
rend seiner Studienzeit unternahm R.
auch Reisen zunächst in seiner eigenen
Heimat, dann in Deutschland, Belgien,
in der Schweiz, besuchte im Jahre 1834
die Ausstellung in München, im Jahre
1833 jene in Paris und gab in den ge
nannten Jahren in verschiedenen Präger
Blätter» Nachrichten über diese Ausflüge.
Nach dem Studium der VolkSwirthschaft wendete R. sein Augenmerk jenem des
römischen und dann vornehmlich des
österreichischen Rechtes zu. von denen
namentlich das Erstere in Oesterreich
iemlicb vernachlässigt gewesen, nun aber
durch Dr. Chambon. der es au der
Prager Hochschule lehrte, wieder etwas
in den Vordergrund gerückt wurde. Im
Jahre 1838 erlangte R. die juridische
Doctorwürde. (Fr nahm nun zunächst die
Gerichtspcaiis und wurde Actuar bei
dem Bezirksgerichte in Smichow. Da er
eine Docentur des österreichischen Rechtes
zu erlangen wünschte, widmete er ficv
mit allem Eifer dem Studium desselben
und erlangte auch im Jahre 1860 die
Docentur daraus an der Präger Hocb>
schule. Im Jahre 1861 begann er seine
Vorträge in öechi scher Sprache. Als
im Jahre 1862 eine Professur des bür-
gerlichen Gesetzbuches mit dem Vortrage
in eechischer Sprache für die Präger Uni»
versität ausgeschrieben wurde, erhielt R.
dieselbe. Der Besuch der Zuhörer wuchs
von Jahr zu Jahr (1862: 21; 1864:
38, 1863: 40; 1866: 54). Im Jahre
1864 gründete R. in Gemeinschaft mit
Dr. PrachenskF, Dr. Skarda u. A.
den Präger juridischen Verein ^eänora
prävnioka), weicheres
sich zur besonderen
Aufgabe macht, der üechischen Sprache im
Rechts» und Gerichtswesen in Böhmen
Eingang und Verbreitung zu verschaffen.
Auch vereinigte er sich
mit den Doctoren
Skarda und Kuöera zur Heraus-
gäbe eines Vereinsorgans, daS unter
dem Titel: „rrävink«, d. i. der Jurist,
zu erscheinen begann. Mit vi-. Herme-
gild I ireöek verband er sich noch zu
einem anderen Unternehmen, nämlich zu
einer öechischen Uebersetzung der Iusti-
manischen Institutionen, wovon ein an-
sehnlicher Theil in den Jahrgängen 1364
biS 1866 deS oberwähnten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon