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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 331 -
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Nanftl 331 Nanstl rühmt gewordenen Bilde: „Die Hunde Hütte" trat ei in die Reihe der ersten Maler dieser Thiergattung und wurde wieMind seiner Zeit der „KaheN'Rafael" von Künstlern und Andern der „Hunde» Rafael" genannt. Im Jahre 1838 nahm er die Einladung des Fürsten Paul Tszterhäzy, ihn nach London zu be> gleiten, an, und fand dort im Hause des Fürsten die gastlichste Aufnahme und Gelegenheit, bedeutende Persönlichkeiten der Politik und Kunst kennen zu lernen. Unter Anderen wurde er mit den zwei berühmten Thiermalern Edwin Land» seer und Constable bekannt. Auch fertigte er für das Londoner Witzblatt „Punch" während seines Aufenthaltes in der Themsestadt manche humoristisch, historische Zeichnung. Von Iondon begab er sich nach Paris, wo er Hornce Ver- net, Ary Scheffer. Dela röche u.A. kennen lernte, in den Gallerien Studien machte. Skizzen entwarf, worauf er nach Wien zurückkehrte. Bald nach seiner An» kunft in Wien vermalte er sich 1840 mit Louise Har tmann, mit der ei bis an sein im Alter von 30 Jahren erfolg- tes Lebensende in glücklichster Ehe gelebt. Noch sei hier bemerkt, daß Ranf t l und Danhauser die Gypsmaske von dem lebenden Beethoven abgenommen, welcher für Beethoven höchst unangenehmen Si- tuation jedocb die beste Büste deS großen Tondichters zu verdanken ist. Ueber Ranft l 's lebhaften Antheil an den Er- eignissen des IahreS 1848, i» welche er fördernd eingegriffen. versprach Dr. Fr an kl noch zu berichten und über den für ein edles freie« Bürgerthum begei» sterten Patrioten Ranft ! insbesondere zu schreiben, was jedoch bisher nicht ge- geschehen ist. Aus Ranftl 'S oberwähn- ter Ehe entstammte ein Sohn Gustav, der sich anfänglich den technischen Stu- dien widmete, mit einem Male aber sich vom Nörsenspiele hinreißen ließ, das sein vorschnelles Ende herbeiführte. Er hatte nämlich auf der Börse große Verluste erlitten. Er wurde krank, und es hieß. er habe den Typhus, jedoch in Wahr» heit hatte er in Folge der durch die Verluste eingetretenen Aufregung eine Gehirnstörung erlitten, der er auch, erst 27 Jahre alt. Anfangs Novem- ber 1867 erlag. Im folgenden Jahre errichtete seine Mutter, wie es heißt, einem von ihrem Sohne kurz vor seinem Able- ben geäußerten Wunsche nachkommend, aus dessen Vermögen und zu seinem An» denken eine Stiftung, welche .Techniker. Stiftung deS Gustav Ranftl absolvirten Technikers" heißt. Die Mutter selbst, welche schon nach dcm Tode ihres Gatten alle Freude verloren hatte, verfiel nun, durch den Tod des einzigen Sohnes in's tiefste Herz getroffen, in unüberwindliche Trauer und erlag endlich dieser tiefen Melancholie im Mai 1869. Die durch Zeitungen in's Publi'cum gebrachte Nach- richt, sie habe sich aus Gram selbst durch Cyankali vergiftet, wurde von den Ver> wandten öffentlich widerlegt und auf Grund vorgenommener Seccirung eine Herzlähmung als Ursache ihres TodeS bezeichnet. Das Atelier des Künstlers ging in Folge ihrer letztwilligen Anord» nung in daS Eigenthum der Genossen- schaft der bildenden Künstler Wien« über und wurde im Juni 1869 im Künstler, hause in derselben Ordnung aufgestellt, in der eS in deS Künstlers Wohnung bis zu seinem Tode sich befand. Es enthält Erinnerungen an befreundete Kollegen, eigene fertige und angefangene Arbeiten, Skizzen, Studien auf Leinwand und Papier, Möbel und Antiquitäten. I. Uebersicht ler vorMßlichertn Mder M. Z. Nanfll'«. In den Ilchies.ÄusstellunLen dei
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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