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Nank, 343 Nank
an Euer Herz geführt; es lächelt über Euren
Wahn, um welchen ihr es scheiden machtet.
Mit Kindesbangigkeit legen wir Euch das
Vaterland an's Herz. Hegt es, wie es guten
Söhnen ziemt, die nu» die Sorge ganz allein
auf sich genommen haben; liebt es mit der
vollen Kindesliebe, dke nu» berufen ist, des
Vaterhauses Glück und Lust zu schaffe»;
schützt es mit der ganzen Wachsamkeit und
Kraft, die Euch die Ehre auferlegt im Na>
men Eurer ganzen Nation. Unsere Verban-
nung wird erträglicher, sofern es Euch im
Vaterland«: wohl ergeht. Einen Schmerz er<
spart uns in Zukunft- daß wir des Vater»
landes Wangen gramgefurcht, sein Auge
thcänenschwer, die Locken grau geworden se°
den, wenn wir nicht einst zum zweiten Male
uns durchgeschlagen haben an sein Herz. Mit
vielen Feinden habt Ihr's aufzunehmen, s>e>
krönten und nicht gekrönten, nach innen
und nach außen. Rüstet und seid wachsam.
Brüderlichen Herzens will Deutsch-Ocsterreich
sein Ohr erwartungsvoll an Eure Grenze
legen, um Euch nimmer, trotz der Trennung,
in Gefahr allein zu lassen,"
V. Nnnk'Z Handschrift. Henze charakterisirt
dieselbe mit den Worten i „populär,, natür»
lich, npfelblüthig". sHenze (Adolf), Die
Handschriften der deutschen Dichter und Dich»
terinnen mit 2N!> Facsimiles u. s. w. (Leip>
zig 18!i5. Vernh. Scklicke, 12») gibt aber
ein unrichtiges Geburtsdatum, den 13. (statt
des 10.) Juli <5lä an.)
VI. Porträte, 1) Unterschrift. Facsimile des
Namenszuges: Josef Rank. Eduard Kai-
ser (lith.) 184?. Gedruckt bei I . Höfei ich
(gr. 4°.), auch als Beilage zur „Wiener
Zeitschrift" 1848; — 2) Facsimilie des Na-
menözuges: Josef Rank, darunter: geb. am
10. Juli 1813 zu Friedrichslhal im Vöhmer»
walde. Gcz, 1883 in Wien, gest, uon Carl
Mayer's Kunst-Anstalt in Nürnberg. Auch
als Titelblatt zur „Lidussa" !«38.
Noch sind zwei Brüder, Joseph und Kar l
Rank, anzuführen, welche jedoch mit unse<
rem deutschen Joseph Rank in gar keiner
verwandtschaftlichen Beziehung stehen. Dieser
mußte gar aus Anlaß einer stattgehabte,!
Verwechslung in den öffentlichen Blättern
dagegen Einsprache erheben, l, Joseph
Rank (geb. zu St. Hub.ertschloß im Saazer
Kreise Böhmens 22. Octobcr 1833), kam
nach Prag zu seinem Onkel, dem bekannten
Lexikographen Joseph Frantci .8umauöry
I M . IV, S. L4l)), bei dem er sich mit der vaterländischen Literatur bekannt mackte.
Auch gewann er bei den leiikogwphiscken
Arbeiten seines Oheims große Vorliebe für
die slavischen Sprachen, deren verschiedene
Dialecte er eifrig studirte. Zugleich betrieb
er Musik und nahm bei I . Mayer, 2em
nachmaligen Orchesters ireclor des Prager
Theaters, Unterricht in derselben, und be-
suchte in den Jahren l33l—I8V3 dk'
Präger Oraelschule. Schon seit 18I!j unter-
stützte er seinen Onkel Franta bei der Ve>
arbeitung des von demselben begonnene:!
panslauistlien Wörterbuches, dessen Vollen-
dung jedoch durch Franta'S im December
l837 erfolgten plötzlichen Tode unterbrochen
5iurde, In diesem Jahre trat nun N. bei dem
Prager Stadtarchiv in öffentlichen Dienst
und hatte dort Gelegenheit, sich mit dem
Urkundenschatze dieser Anstalt bekannt ;u
machen. Im Jahre ll><>l wurde R. Adjunct
bei diesem Archive, bei dcr in dni Jahren
l8ü2—18«t durchgeführten AemtrvOrganisi»
rung Hilfsämter-Aojmn't. in welcher Eigen»
schaft er bis zur Stunde bedienstet ist. Seit
Anfang der Sechziger.Iahre beschäftigt sich
N, mit sprachlich compilatorischen Arbeiten
der verschiedensten Art, welche ihrem Gehalte
nach nicht über den Charakter gewöhnlicher
Buchmacherei hinauskommen. Auch hat cr sich
im Jahre <8L3 mit einem Libell im publicisti«
scheu Gebiete versucht, auf welchem er jedoch
uon der competenten Kritik entschieden zurück'
gewiesen wurde. Seither hat er das Felo d^
grammatikalischen Kompilation nicht wieder
verlassen und folgende Schriften herausgebe,
ben: im Vereine mit Ioh. Hlauata die
dritte und vermehrte Ausgabe dc6 in erster,
von Ioh. Voüa? Iv veröffentlichten: „(I'Llik?
3tö ül'Läm'kü" i t. ä., d i. Der eechische
Nechtsfreund zum Gebrauche für jede» Staats»
bürger, insbesondere für Beamte u, s. w,
(Prag 1862, Kober, 8°.)- — „Ivu,M8in «lav-
ülk ilovin^r,«!cx, v uewZ «u nkekä-eHi
Kleine« Zeitungslerikon. worin lie Wörter
fremder Sprachen zu finden sind (ebd, l8U2,
Äober, gr, lL°); — n^°^^ slovui!: k2po^ni
inuilnu,, 8uWav3ksna ». mu. i., auck
mil deutschem Titel, Neues Toschenwörter
buch der böhmischen und deutschen Sprache
nach Iungmann, sumausky u. A.
(Prag 13«», Gottlieb Haase Söhne, 12«),
böhmisch'deutscherunddeutsch'böhmiscker Theil,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon