Seite - 352 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
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Joseph war zuletzt Güter- und Kanzlei»
director des FĂĽrsten Metternich ssiehe
das Nähere in den Quellen). Emerich
besuchte die unteren Schulen zu KremS,
das Gymnasium zu Melk und hörte die
philosophischen und Rechtswissenschaften
an der Wiener Hochschule. Da sich in
der Beamtenlaufbahn wenig Aussichten
darboten, widmete er sich 4847" der
Schriftstellern, in welcher er noch zur
Stunde thätig ist. Seine ersten Arbeiten
veröffentlichte er in Fr an kl's „Sonn»
tagöblättern" und in der „Gegenwart",
und größere Aufmerksamkeit zog er im
Jahre 1848 auf sich durch seine Polemik
mit Oi. Wildner.Maithstein. Im
letztgenannten Iahie war er auch an den
entschiedenen Oppositionöblattern „Der
Radicale" und „Die Reform", und an
dein dumals gefĂĽrchteten Spottblatte
„Die Katzenmusik" thätig. Darauf diente
er kurze Zeit als ^mauuenLis an der
Wiener UniversitätS - Bibliothek, ging
dann zur BĂĽhne, bei welcher er etwa
zwei Jahre wirkte, wendete sich aber im
Jahre 1832 der Journalistik zu, der er
bis zur Stunde treu geblieben ist. Als
Journalist arbeitete er an den meisten
größeren Wiener Blättern und veröffent-
lichte in denselben Novellen, Gedichte,
Feuilletons, in diesen theils Bilder
aus dem gesellschaftlichen Leben, vor-
nehmlich der Residenz, theils Kunstbe-
richte. Seit Gründung der „Neuen freien
Presse" schreibt er fĂĽr dieses Blatt die
Kunsiberichte. Aus der groĂźen Menge
der in den Journalen und Almanachen
zerstreuten Arbeiten seiner Feder sind be-
sonders anzufĂĽhren seine Skizze ĂĽber
Adalbert Stifter im „Concordia'Kalen-
der für 1869". die eine persönliche Cha>
rakteristik deö Dichters ist, wozu wohl
R. zunächst berufen war, da der Dichter
durch fünf Jahre sein Lehrer gewesen. Sein Zögling wollte dem berühmten
Dichter der „Studien" durch diesen Essay
gewissermaĂźen einen Tribut der Dankbar,
keit, den er ihm als Lehrer schuldete, dar»
bringen. In der Zeitschrift „Die Tr i .
bune", welche der durch sein tragisches
Ende in weiteren Kreisen bekannt ge°
wordene DoctorAdalbert Pr i r (er hatte
sich im Bade selbst entleibt) begrĂĽndete
und welche eine Nachahmung der Pariser
Zeitschrift „I^u, I'ribuno" sein sollte, ver>
öffentlichte R, eine Reihe von „Skizzen
auS dem Gerichtssaale", und in der von
Johannes Nord mann in den Jahren
1883 und 1884 herausgegebenen belletr.
Wochenschrift „Der Salon" eine Reihe
von Novellen und Feuilletons, letztere
unter dem Gesammttitel: „Die Einsamen
in der Gesellschaft". Die „Ostdeutsche
Post" brachte aus seiner Feder eine Folge
von Skizzen: „Aus dem Theaterleben",
welche später in einem anderen Wiener
Blatte fortgesetzt und von denen einzelne
öfter nachgedruckt wurden. In einem
Wiener Localblalto veröffentlichte R.
zwei größere Romane: „Die Sünden der
Väter" und „Der Weg durch Dornen",
welche, eine große Steigerung der Auf»
läge deö Blattes, das sie brachte, ver>
anlaßten. Seine in verschiedenen Blät.
tern bisher erschienenen Novellen: „An.
dreaS"; — „Zu gut"; — „Der Lotterie-
spieler".' — „DaS unheimliche Haus";
— „Die Katastrophe"; — „Einer, der
sich überlebt"; — „Chefeindlich" u. m. a.
sollen demnächst gesammelt erscheinen.
R. ist seit November 1863 mit der jüng»
sten Schwester des verstorbenen Tenori>
sten AloiS Ander I M . I, S. 32, und
Bd. XIV, S. 380^ vermalt und lebt
derzeit zu Wien als ständiges
Mitglied der
politischen Zeitung „Neue freie Presse".
TruSka (Helwdor), FrĂĽhlmue'Album (Wien
l8»4, McchitcmstcN'Druckerei, Fol.) ^in einem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon