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Nappapart 368 Alappaport
IoscphRapv ss, d. S, 2611. lNeue frele
Presse l«?0, Nr, l93t. in der Coriespondenz
aui Innsbruck ä<lc>. 3, Februarz «8?l, Nr. 2»34,
>n der Corrcspondenz aus Innsbruck ääo.
<2. September, u. Nr. 2»?l, in dcr Correspon>
denz aus Wien 6ä°. 2U. Qctober 187«,1
Nappllftort, Moiiz (Poet, geb. ;u
Lemberg 9. Februar 4808). Besucktc
die unteren Schulen und einige Classen
des Gymnasiums in seiner Vaterstadt
Lemberg, ging aber 1822 nach Wien.
wo er das Gymnasium und die phi>
losovhischen Studien beendete und, dem
Wunsche seineö Vaters folgend, an
der dortigen Hockschule daS Studium
der Medicin begann. Er erlangte daraus
im Jahre 1833 die Doctorwürde und
kehrte nun in seine Vaterstadt semberg
zurück, wo er sich sofort der Praxis wid>
mete und zur Stunde nock als gesuchter
»nd allgemein gearteter praktischer Arzt
lebt. Jedoch nicht die ärztliche Thätigkeit
ist es, die ihm einen Platz in diesem
Werke anweist. Neben seinem strengen
Berufe verstand er es, noch Muße zu
gewinnen für die beseligende Göttin dos
Lebens, die Poesie, der er bereits in sei»
neu Iünglinsssjahren huldigte. Bald
nach der Rückkehr in seine Heimat Gali>
zien, als er dort das in den vorwiegen»
den Elementen des Polenthumö dahin»
siechende Deutscbthum gewahrte, beschloß
er, durch Gründung eines deutschen Nlat.
tes daö deutsche Element aus seiner Er»
schlaffung zu wecken und die zerfahrenen
Elemente in einen Mittelpunct zu uer«
einigen. DaS siühere deutsche Unter-
Haltungsblatt „Miszellen" hatte zu
erscheinen aufgehört, so gründete er
nun als Beilage der amtlichen „Lem-
berger Zeitung" das belletristische Bei-
blatt .Die Leseblätter", welche sich
bald aus ihrem unscheinbaren Octav»
formale zu dem stattlicheren Quart ent-
wickelten und mit jedem Jahre einen größeren Leserkreis auszuweisen hatten.
R. widmete alle Muße seines VcrufeS
der Redaction dieses Blattes, in welchem
zahlreiche, für die Geschichte, Ethno» und
Geographie. Statistik und Landeskunde
brauchbare Artikel niedergelegt sind. Die
schöngeistige Richtung des Blattes ist
durch zahlreiche, darin abgedruckte Ar-
beiten R.'s vertreten. Als nack der Be-
wegung d?s IahreS 1848 das Polen»
thum in einer dem Deutschlhume feind<
lichen Weise sich geberdete, legte R. die
Redaction nieder und widmete sich n»n
ausschließlich theils seiner sich immer
mehr ausdehnenden ärztlichen Praxis,
theils dem öffentlichen Dienste in der
Gemeinde, in welcher er alg Mitglied
des StadtratbeS stets im Geiste der Frei-
heit wirkte. Auch als Leiter des Lember-
ger Spitals erwarb er sich vielfache Ve,»
dienste. Seme selbstständig erschienenen
poetischen Werke werden auf S. 366
aufgezählt. Tin großer Theil seiner klei»
neren theils lyrischen, theils erzählenden
Dichtungen ist, wie bereits bemerkt, in
mehreren Jahrgängen der Lemberger
,3eseblüttei," abgedruckt und eine Lamm»
lung dieser schwung» und gemüthvollen
Poesien leider bisher nicht vorhanden.
Den im Jahre 1848 anbrechenden Mcr»
gen einer schöneren Zeit begrüßte er
durch ein Gedicht an die Constitution
und die eben damals ertheilte Amnestie
für politische Verbrechen, welches daS
erste, ohne Censur gedruckte Gedickt in
Galizien ist. Ueberhaupt feierte R. alle
großen Momente der Zeit, G o e t h e'ü
Säcularfeier, jene Schiller's, dann
auch andere Heroen des Geistes, wie
Lessing, Mendelssohn u. A. durch
seine Dichtungen, deren Titel sind:
„M°5e. Opischi« Oebicht" (Leipzig 1842.
8«.), das erste selbstständig erschienene
Zlinen Manln ge-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon