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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25
Seite - 152 -
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Neich 162 Neich Gedichte find zerstreut in Journalen und verdienten namentlich letztere gesammelt zu werden. Bald darnach, nachdem man seine Leiche im Walde gefunden, stand in in der Pest-Ofner Zeitung (1857, Nr. 99 n. 100) seine Skizze: „Die Reconva- lescente". Ueber Reich als Schriftsteller schreibt Meißner, daß man aus den Arbeiten, die von ihm vorhanden sind, herausfinden kann. was auS ihm hätte werden können. Eine Strömung von Poesie geht durch Alles, wc>S er schrieb. Eine weiche träumerische Natur, voll überquellender Empfindung, waffenlos gegen die Bosheit »nd die Mißgunst der Menschen, ohne andere Erfahrung als die seineS Herzens, verbrannte er rasch, wie in reinem Sauerstoffe, und machte in ein paar Jahren ein Unglücksleben durch, wie kaum die Unglücklichsten in Decennien. Wenn seine Gefühlswelt oft überhitzt, seine Phantastik grell und ge> waltsam ist, wenn seine Menschen, in seinen späteren Erzählungen namentlich, dämonisch über ihr Maß hinauswachsen, dürfen wir nicht vergessen, welche Geier an ihm fraßen und wie jung und erfah» rungsloS er war. Seine Seele war keusch und rein und lebte nur für die Kunst. Er halte eine ideale Sehnsucht, die Höhen zu erstiegen, die nur erklommen werden können, und sein Herz brach, wie das eines jungen Adlers, aus Schmerz dar> über, daß seine Schwinge durchschos» sen war. O esterreichischc Zeitung 18L8, Nr. 264, im Feuilleton'. „Zwei Verstorbene" ^d«r eine ist der Dichter Adolph Schulte, der andere Moriz Reich. — Presse (Wiener polit. Blatt) !8»7, Nr, 89: „Moriz Reich". — Del Tage 2 bote, aus Vöhmen (Pragrr Blut!) l85?. Nr. 109, ,m Feuilleton. — Neue Münchener Zei tung <889. Abendblatt Nr, l39 u. 140: „Ein böhmischer Poet". — Didaskal ia (Frankfurter Unterhaltung«' blait. 4°.) 183?, Nr, 104: „Moiiz Reich". — Bohemia (Präger polit. und belletr. Blatt, 4".) 1837, Nr. 90, — Wiener Mi t thei . lungen. Zeitschrift für israelitische Cultur» zustande. Herausg. von Dr. M. Letter is (Wien, 4°.) Jahr«, 1837. Nr, 17. Noch sind bemerkenswerth: 1. Andreas Neich, ein Künstler des 17. Jahrhunderts, der in der ersten Hälfte desselben zu Wien lebte und arbeitete. Nähere Nachrichten über seinen Lebensgang fehlen und von seinen Arbeiten sind auch nur ein paar Blätter bekannt, eines, das den sitzenden Tod mit dem Kaien, der darstellt, mit der Aufschrift: Hin geht die Zeit u. s, w., unten bezeichnet: H,. Nsiod, iuv. ot «xouä. ViennaL 8ol). ^Liiet zo. (Qu.Fol.)- ferner ein von ihm selbst radirtes und bereits sehr seltenes Blatt: Magdlllena wäscht dem Herrn die Füße; links an der Wand ist eine Uhr, bezeichnet: ^V. Nüioli inv. ot ßiuxit (Fol). Warum ihm Nagler den Tauf» namen Andreas beilegt, da er auf seinen Werken einfach als A. Reich bezeichnet steht, und er demnach ebenso gut Abraham, Adolph, Adam, Alfred. Albert heißen könnte, gibt Naal er nicht an. l^Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler>Lrnkon (München 1839, Fccischmann, 8«.) Bd. XU, S. 379.) — 2, Ignaz Reich (israelitischer Schriftsteller, geb. zu Zsambek im Pesthcr Comitate Ungarns im Iah« 18'N). Sein Vater lebte als Notar der Zfambeker Israelltengemeinde in sehr bc> scheidenen Verhältnissen. Als I n n a z l I Jahre alt war, ergriff er, mit dem väterlichen Segen ausgerüstet, den Wanberstab und versuchte sein Wlück in der Fremde. Er ging nach Großwardein, wo sein älterer Bruder lebte, unter dessen Leitung er hebräische Studien machte, überdicß besuchte er das dortige Gyui' nasium, erlernte-die deutsche uno ungarische Sprache und ging dann nacl> Pesth, wo er im Jahre 1842 die philosophischen Studien beendete. Armuth halber mußte er seine Stu< dien unterbrechen und war genöthigt, in Pesth eine Erzieherstelle anzunehmen, in wel< cher Eigenschaft er bis zum Jahre 1848 thätig blieb. Später erhielt er eine Lehrerstelle der ungarischen und hebräischen Sprache an der Pesther israelitischen Hauptschule. Schon seit <S48 schriftstellerisch thätig, veröffentlichte er in dem ungarischen, die israelitischen Interessen vertretenden Blatte HIkV^n.i' Is raol i tn , eine Reihe von Artikeln: „Literarische Kra< walle" (IroäalnN ki-kviUok) und dann meh» rere patriotische Iudenlieder. Seine verdienst, lichste Arbeit ist ein biographisches Werk,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rasner-Rhederer, Band 25
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rasner-Rhederer
Band
25
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
446
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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