Seite - 158 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25
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welche bisher in der Composition zu
sehr vernachlässigt wurden. Er fing an,
Quintetten zu componiren, und zwar
für die Flöte, die Oboe, die Clacinette,
daS Horn und daS Fagott. Er bewies
mit diesen Arbeiten, was diese bisher
vernachlässigten Instrumente in einem
Ensemble, in welchem ihre pikanten, ver-
schiedenartigen Effekte zur Geltung ge-
bracht wurden, zu leisten im Stande
seien. Er schuf auf diese Art eine ganz
neue Genremusik für Blasinstrumente,
welche die Mitte hielt zwischen den
Stimmen und den Saiteninstrumenten.
Dem ersten nicht ganz gelungenen Ve»
suche folgte ein zweiter, schon glückliche»
rer, dcinn ein dritter und diesen noch drei
andere. Die fünf Künstler Gu i l l on
Vogt , Bou f f i l , D a u p r a t und
Henry, welche im Jahre 1818 diese
erste Sammlung zur Aufführung brach»
ten, erhielten einen so günstigen Erfolg,
daß die Quintetten Tagesgespräch in
Paris wurden und Alles dieselben hören
wollte. Vrmuthigt durch diesen Beifall,
comftonirte er im Ganzen 24 solche Quin»
tetten für Blasinstrumente. Von seinen
anderen Kompositionen, die stch im
Ganzen auf mchr als 160 Nummern
belaufen, von denen zwei Drittel im
Stiche erschienen sind, sind hervorzuheben:
>. 30
>. 32;
„Hnmlrt's Manolllg mit Nrnlritimg lieZ
i" ', — „llK Gezänke mit NiMt^nss
l>ü2 tlniiierZ", außerdem schrieb er zwölf
Trio's für zwei Hörner und Cello, ein
Octuor für vier Saiten und vier BlaS»
Instrumente mit Contrabaßbegleitung aä
; ein Diecetto für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, zwei Vio>
linen, Alto, Cello und Contrabaß; ein
Quartett für vier Flöten; ein Terzett
für drei Cello; ein Hornsolo mit Orche.
sterbegleitnng; ein 1o vouin, ein Can>
tique mit zwei Chören zu zwölf und
sechzehn Stimmen mit uier recitirenden
Stimmen und Orgelbeglcitung, mehrere
Quartetten für Violinen, Alto und Vio>
loncell, sechs Trio's für Clavier, Violine
und Cello und ein Musikstück mit der
Bestimmung, bei der Feier des Andenkens
großer Männer und großer Begebenheiten
aufgeführt zu werden. Wie schon aus
dieser vorstehenden Uebersicht der Com»
Positionen zu entnehmen, versuchte es R.
immer, gewisse, sich vorgesetzte Probleme
in der Musik zu losen, und wenn eS ihm
gelang, so war er, wie sein geistvoller
Kritiker Blanchard schreibt, glücklich^
wie ein Kind, das ein Vogelnest entdeckt
hat. R.,hatte eine Französin geheirathet,
die ihm zwei Töchter gebar. Nach einer
Krankheit von wenigen Tagen — nicht,
wie Kastner in seiner Biographie
schreibt, nach achtjähriger Krankheit —
starb er im Alter von 66 Jahren. Seine
Bestattung, welcher sämmtliche Mitglie»
der des Institut üe I'ilmoo beiwohnten,
wurde festlich begangen. Seine Leiche
ruht auf dem Friedhofe I^üro I^dlkiL«,
wo ein mit seiner Büste geschmücktes
Denkmal seine Ruhestätte bezeichnet.
Gerber in seinem „Neuen Universal»
Lexikon" führt im 3. Bande, Sp. 811
u. 812, zwei Musiker des Nameus An»
ton Neicha auf und führt bei beiden
Composition^n an. Dieß ist ein Irrthum,
es gibt nur einen berühmten MusicuS
des Namens Anton Neicha — der
zweite führt den Tanfnamen Joseph
— und ergänzen sich Gerber's Notizen
über beide wechselseitig zu einer. Schließ»
lich sei noch bemerkt, daß sein „
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon