Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25
Seite - 191 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 191 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25

Bild der Seite - 191 -

Bild der Seite - 191 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25

Text der Seite - 191 -

Neichftadt Neider S, 868: „Ueber das Vildniß des Herzogs von Reichstadt", von Agr icola, V. Cm angeblicher Soli« d« OcrWgs uon Ncich- stadl. Ein katholischer Lehrer in Wermsdorf uei Würzen in Sachsen behauptet ein Sohn des Herzogs von Rcichstadt zu sein, und zwar aus Legaler Ehe mit einer ungarischen Gräfin, mit welcher der Prinz auf einer unweit Debreczin gelegenen Besitzung getraut worden sein soll. In einem bei der sächsischen Ge> sandtschast in Wien eingereichten Gesuche hat er sich an die betreffende geistliche Vehörde um die Ausfolgung seines Tauf» und des Tl'auungsscheines seiner Eltern gewendet und sein Gesuch mit Pr inz Eugen Joseph Napoleon Von aparte unterzeichnet. So meldete das Wiener Fremden-Blat t 1868, Nr. N l . VI. Todteuftier des Oerzagg uan Neichstadt in Pari«. Dieselbe wurde durch Darstellung eines Drama's im,Theater ^uiki^u eamia.u.2 begangen, daS den Titel führte: „a 2t ans, die letzten Stunden des Herzogs von Reich« stadt". Zuvor ward die Ouvertüre uon „Wil> Helm Tell, dann sine klagend!» Symphonie aufgeführt. Noch ehe das Stück begann, zer< flössen die Frauenzimmer in Thränen, und auch bei den Männern herrschte eine Rüh- rung, die trotz der Fadheit und Unbeholfen» heit, womit die Dichter Merui l le und Francis ihren Gegenstand bearbeitet habe», nicht nachließ. Man sah hier einen Jesuiten Lvrard und einen preußischen, in Wien angestellten Adeligen, die beide uon Napo, l eo n Gnadengeldcr erhallen hatten, und jetzt mit Ungeduld den Tod seines Sohnes ab> warteten. Andererseits pflegen sorgsam den Sterbenden der Arzt Staude inhem, wie ihn die Dichter nennen, ferner ein Unbekann» ter, nämlich der Mann von Reichstadt's Amme, der ihm nach Wien folgte, aber 1? Jahre vergeblich um des Herzogs Nedie« nung warb, außerdem die Tochter des Die» ners und ein Officier Paolo Tudel i , der sich nach dem Fallen des Vorhanges mit Reichstadt'S Milchschwester verhciralhet. Den Herzog selbst betreffend, wußten die Autoren offenbar nicht recht, wie sie ihn dar> stellen sollten, denn man wußte überhaupt in Paris nicht uiel über den jungen Mann; die Flugschriften über ihn sind nus dem Stegreife geschrieben, die Bildnisse aus dem Stegreife gezeichnet. Uebrigens stirbt der Herzog als Franzose; er läßt im Augenblicke des Todes die dreifarbige Fahne bringen und fein letztes Wort ist: diese Fahne sei mein Leichen- tuch! das Schwert seines Vaters zerbricht er, lein Anderer soll sich dessen bedienen. Ohne diese Bemerkung hätte Herr u. Arg out die Aufführung des Stückes nicht erlaubt; man unterhandelte uier Tage lang über die Re- daction diesrs Satzes, zwei Tage nur hatte das ganze Stück die Autoren gekostet. Merk- würdiger als das Drama war das Publicum, Im H-woizu counyuo sieht man Pariser uon echtem Schrot und Korn, die, wenn sie ei» Schauspiel anhören, gmi ein Wort nut< reden. So oft der Jesuit Cvrard den Tod des Herzogs wünscht, riefen zwanzig Stim° men: das ist abscheulich, nieder mit den Jesuiten! Wenn dann ter Herzog beklagt, nicht wie sein Vater für Frankreich gewirkt zu haben, brach im ganzen Hause der lauteste Enthusiasmus aus. Am begeistertste» n>nr das Pubücum, so oft der Herzog im Sinne der Propaganda sprach, und es entspannen sich unter den Zuhörern höchst belehrende Unterredungen, wie man über den Rhein gehen »nd „den Nationen ein wenig aufhel« fen" !iiüsj>, Vo» Deutschland war schr uiel die'Rrde. So lautlt der Vericht eines Augcw zeugen über die Aufführung dieses Drama's, VII. Wappc» des SerMS uon Aeichstnlt. In einem mit dem Herzogsmantel und Hute ge- zierten Onalschilde zwei gegen die rechte Seite über einander schreitende Löwen in einem durch eine schmale goldene Querlinic gcthcil' ten rothen Felde. A!s Schi ldhal ter er> scheinen zwei schwarz,goldene Greife mit Feld- panieren, in welchen das herzogliche Wappen zu sehen ist. Neider, Franz Seraph Thristoph (Maler. geb. ;u Wien 13. Juli 1729, gest. ebenda 30. August 1791). Ueber den Bildungsgang, die näheren Lebens» umstände und die Arbeiten dieseS Kunst» lers melden die Quellen, die seiner ge> denken, nichts. Cc lebte und arbeitete in Wien und malte Porträte und Conve» salionsstücke. — Von einem C. Neider berichtet P! l lwein in seinem Lerikun der Salzburger Künstler. Eine uon demsel> den sehr schön gezeichnete Karte deS Zil> lerthales befindet sich im 2. Theile von
zurück zum  Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rasner-Rhederer, Band 25
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rasner-Rhederer
Band
25
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
446
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich