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Neidinger 193 Neifer
erhoben sie großen Lärm gegen Reidin»
ger und verlangten, derselbe solle seinen
Angriff auf Tambur inuS förmlich
und öffentlich widerrufen. Reidinger
aber that dieß nicht, sondern suchte die
verschiedenen Ausgaben des Tambur i
nuS zusammen, verglich sie auf das
Sorgfältigste und entdeckte endlich die
jenige, in welcher wirklich die angegriffene
Stelle enthalten war. Der Sieg war
sein und statt zu widerrufen, gab er die
zu der „Opeiia ^e-
." heraus, worin er die verschiede-
nen Kunstgriffe der Väter von der Ge-
sellschaft Jesu in der Verfälschung der
späteren Ausgaben aufdeckt. so seine
Ehre rettete, zugleich aber einen neuen
Beitrag zu den Umlcieben der Jesuiten
beibrachte. Die Titel der von ihm her-
ausgegebenen Schriften sind in chrono»
logischer Folge: „
lls 1763, 4«.);
1769, 4".); — „6^>ött«
2 76Z" (0 Ü 1770, 4«.);
-« (idiä. 1770, 4«.). Seine
theologischen Arbeiten aus der letzten
Zeit seineö Lebens, mit der Neberschrift:
6?ai/isck?-a ei Zns^a, hat er in Hattd»
schrift zurückgelassen.
Pelze! (Martin). Abbildungen böhmischer und
mährischer Gelehrten And Künstler nebst kur.
u. Wurzbach. biogr, Leiikon, XXV. zen Nnchrichten i, s. w. (Prag i?82. 8°.)
Bd. IV, S. l?3 ^nach diesem gestorben am
4. Sept, «778 .^ — 8lovni'k u«,uen>.
lisällictar Di>. ?r»,ut. 1^26,. liistz«?, d. i,
Conuerslltiong > Leiikon. Redigirt »on Di-.
Franz Ladisl. Rieger (Prag l«59. I , L.
Kober. ar. 8°.) Vd. VII, S, 298 jnach diesein
gest. am i. Sept. <?7^. — Porträt. Unter»
Kupferstich ohne Angabe des Zeichners und
Stechers (8°.).
Reifer, Iontl (jüdischer Humanist,
geb. zu Trzebinie in der Nähe von
Krakau im Jahre 1801, gest. zuChrza«
now in Galizien 13. December 1869).
Sein Vater wurde bei Krakau von zwei
napoleonischen Soldaten überfallen und
erlag den von ihnen erhaltenen tödtlichen
Wunden. Der Sohn irrte längere Zeit
schütz» und obdachlos in Ungarn umher,
bis ein Rabbiner, der die hervorragenden
Talente des Knaben erkannte, sich seiner
annahm, die Theilnahme mehrerer Edel.
leute für denselben gewann und ihm im
Talmud Unterricht ertheilte. Wahrend
der zwei Jahre, welche R. bei diesem
Rabbiner uerweille, machte er große
Forlschritte und wurde endlich als Rab-
binatS'Candidat entlassen. R e ! f e r's
Absichten aber gingen weiter, heimlich
lernte er die deutsche und ungarische
Sprache, und da er im Hause eines
Rabbiners nur hebräische Bücher lesen
dürfte, leuchtete ihm zu seinen Studien
nicht selten nur daS Licht deg Mondes.
Nun kehrte er in seine Heimat nach
Trzebinie zurück und hatte daselbst eine
doppelte Aufgabe zu lösen, nämlich seine
verarmte Familie zu erhalten und seine
in Vorurtheilen und Geisteünacht uer>
sunkenen Glaubensgenossen zu belehren
und aufzuklären. Aber daü letztere, gegen»
über einem von den orthodoxen Rabbi-
nern niedergehaltenen, im Kehricht der
Unwissenheit sich behaglich fühlenden Pö<
bel, war kein geringes Unternehmen. Die
2l>, Nov, <8?2.) 13
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon