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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25
Seite - 211 -
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Seite - 211 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25

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Neinhardt Reinhardt Mahratten noch mehr Uebergewicht er- halten hatten, nahm die Begum So m ru ihren Aufenthalt zu Delhi in einem prachtvollen Palaste, den sie sich bauen ließ. Sie leistete hier durch ihre Talente und ihre Unerschrockenheit dem Kaiser be! mehreren Gelegenheiten wesentliche Dienste, und die außerordentliche Frau wurde von ihm mit dem Tüel z^n-oi- niesa (Zierde des Geschlechts) belohnt. AlS die Engländer Herren von Delhi geworden waren, kam die Begum So mru oft, in europäischer Kleidung mit Hut und Schleier, bald im Palankin, bald zu Pferde oder auf einem Elephan» ten in das Hauptquartier; sie schien 80 Jahre zu zählen, war von mittlerer Größe und mußte einmal schön gewesen sein. Sie wußte sich von dem Verdachte zu reinigen, mit den Mahratten in Ve» bindung gestanden zu haben und starb endlich zu Delhi im Alter von 96 Iah» ren. In ihrer Hauptstadt Serdana hatte sie unter andern eine schöne Kirche bauen lassen. Der oberwähnte Sohn A l o i S L u d w i g B a l t h a s a r R e i n h a r d t - Sombr.e vermalte sich mit einer Iu» liane Anna Lefevre, aus welcher Ehe eine Tochter Dominica Theresia Re inhar t 'Sombre stammt, welche am 8. October 1806 mit dem berüchtlg- ten englischen Residenten, dem Schott- länder Georg Alexander D y c e , von dem Pater AngeluS, Präfecten der Tibetanischen Mission und Rector der katholischen Kirche zu Serdana, ehe» lich getraut wurde. Domin ica The» tesia gebar ihrem Gatten im Jahre 1808 einen Sohn Dav id Dyce Och» ter loni Re inhar t de Sombre, den Verfasser des in der Folge angefoch» tenen Testamentes. Außerdem aber soll Georg Dyce noch zwei illegitime Töchter hinterlassen haben. D a v i d Dyce Ochterloni Reinhardt de Sumbre, der Erbe eines ungeheuren Vermögens, man schätzt eS außer einer großen Menge liegender Ländereim auf über 70 Millionen Francs — nach An< deren gar Sterling! — wurde bald Gegenstand der zärtlichen Obhut der ostindifchen Compagnie, welche ganz folgerichtig dachte, daß nach seinem Ab» leben ein solches Erbe nothwendiger Weise die Dividenden der Actionäre steigern müßte. Die in der Quelle ange- gebenen Aufsätze der Presse geben nun ein anschauliches Bild des verruchten Systems, daS schon bei der ursprüng. lichen Erziehung des jungen Crösus angewendet wurde, den man durch Trinken, Spielen und Umgang mit zwei» deutigen Frauenzimmern physisch und moralisch zu Grunde zu richten suchte. Als nun gar die alte Begum Sombie, die Urgroßmutter des Dyce Ochter» lon i , am 27. Jänner 4836 das Zeit- liche gesegnet und ihr Urenkel der allei' nige Erbe ihres ungeheuren Vermögens wurde, wendete sich die zärtliche Sorgfalt der ostindischen Compagnie mit verdop> pelter Innigkeit dem glücklichen Erben zu, dessen völlige Verkommenheit die Com» pagnie zu den schönsten Erwartungen berechtigte. David DyceOch ter loni hatte sich am 26. September 4840 mit Miß Mary Anna I o r r i s St . V in- cent, Tochter des englischen Admirals St. Vincent, vermalt und lebte mit ihr einige Zeit in London ganz glücklich, eine lucullische Pracht entfaltend, so daß Eugen Sue in seinem Romane: „Per ewige Jude" das Original zu dem im Romane auftretenden indischen Prinzen im obigen Dav id Dyce Ochterloni gefunden hatte. Aber das eheliche Glück zwischen Dav id Dyce und M a r y Anna war nur von kurzer Dauer. Die 44"
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rasner-Rhederer, Band 25
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rasner-Rhederer
Band
25
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
446
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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