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Neinhold 220 Neinhold
— 1846: „Na« Illgbschlnz« Mmbuch in der
Namlnn jn Nerchtesgaden" (100 fi.). Vom
Jahre 4846 an hat der Künstler, der
damals noch mit zwei anderen Kimstlein
dieses Namens, mitFranz und Fried»
rich, seinen Neffen, in Nr. 48 in der
Mariahilfer Vorstadt in Wien wohnte,
nicht mehr ausgestellt. Wahrscheinlich ist
er schon gestorben.
Kataloge der Iahreg'Ausstellungen i» der k, k,
Akademie der bildenden Künste bei St. Anna
in Wien, 1820, 183«, 1834, 1833, 1837, «838,
1839, l84«, 1841, 1842. 1843, 1844, 1843
U. 1846.
Reinhold, Heinrich (LandschaftS-
maler, geb. zu Geru im Jahre 1790,
gest. zu Rom 16. Jänner 1828). Gr
kam im Jahre 1806, in seinem 16. Jahre,
nach Wien, wo sein ältester Bruder
Friedrich Ph i l i pp ^ d. S. 217).
ein geschätzter Landschaftsmaler, schon
seit längerer Zeit seinen Aufenthalt' ge>
nommen hatte. Hier übte sich Heinrich
R. in der k. k. Akademie der bildenden
Künste in der Figurenzeichnung und be-
nutzte die übrige Zeit zu den sorgfältig,
sten landschaftlichen Studien nach der
Natur, wobei ihm sein Bruder, welcher
mit der innigsten Liebe an ihm hing,
als trefflicher Rathgeber zur Seite stand.
Heinrich's ursprüngliche Absicht war,
sich zum Kupferstecher zu bilden, und in
der That leistete er, ohne in diesem
schwierigen Zweige der Kunst eine fremde
Anleitung genoffen zu haben, viel Tuch»
tigeS. Im Iahie 1809 folgte er dem
Rufe des bei den Wiener Kunstsamm-
lungen in üblem Andenken stehenden
General-DirectorS der kais. französischen
Museen zu Paris, Denon, der ihn in
Wien kennen gelernt hatte, nach Paris.
Nin fünfjähriger Aufenthalt in dieser
Stadt, wo alle Kunstschätze Europa's
durch das Glück der französischen Waffen und daö nach dieser Richtung hin or>
ganistrte Raubsystem zusammengehäuft
worden waren, mußte natürlicher Weise
auf seine Kunstbildung einen entschei»
denden und vortheilhasten Einstuß
äußern. Mit den herrlichsten Ein»
drücken bereichert, kehrte er auf einem
weiten Umwege längs der nördlichen
Küste von Frankreich, den Rhe>n auf>
wärtS, durch die Schweiz nach Wien
zurück. Von nun an wurde der Grab»
stichel bei Seite gelegt und daS Land»
schaftsstudium mit solchem Eifer und
zugleich solchem Glücke betrieben, daß
seine Leistungen gar bald Aufmerksamkeit
erregten und von Kennern und Lieb>
habern begierig gesucht wurden. Rein»
hold stand bereits auf einer Stufe, die
ihn den vorzüglichsten Meistern in der
Landschaftsmalerei beigesellte, als er im
Herbste 1819. in Gesellschaft des «and-
schaftszeichners und Kupferstechers Er>
hard von Nürnberg, der sich durch eine
Reihe in Wien gefertigter, sehr gelun»
gener Radirungen ausgezeichnet hatte,
die Reise nach Italien antrat. Nach einem
längeren Aufenthalte in Rom und Nea»
pel durchstreifte er mit dem Fürsten von
Lobkowitz Sicilieu und schloß sich in
der Folge an eine ausgezeichnete eng>
lische Familie an. mit welcher er von
Neapel nach Iivorno, Pisa und Florenz
ging und dann wieder nach Rom zurück»
kehrte. Mit welcher rastlosen Thätigkeit
Reinh old diese Wanderungen für seine
künstlerischen Zwecke benützt habe. davon
zeigen die in einer Erstaunen erregenden
Menge vorgefundenen, mit großer Voll'
endung verfertigten Naturstudien, die
allein seinen hohen künstlerischen Beruf
beurkunden. Sie kamen in den Besttz
seines Bruders Friedrich Ph i l ipp
R. in Wien. Alle Kunstkenner stimmen
darin überein, daß eine seltene Tiefe des
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon