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senschaftliche Reise nach Egypten und
verblieb in diesem Lande ein Jahr. be
schäftigt mit dem Studium der -alten
Denkmäler. Dag wissenschaftliche Ergeb'
niß dieser Reise war ein großartiges. R.
hatte während dieser Zeit eine ungemein
reiche und werthvolle Sammlung ^ e ^
tiao» zu Stande gebracht, u. a. vier
Sarkophage, drei schöne Papyrus, über
ein Dutzend Säulen mit Inschriften und
mehrere tausend Stück Götterstatuetten.
Amulette, Scarabaen u. s. w. in Bronze,
Porzellan, Terracotta und Holz. R.
hatte in Egypten eine große Zahl der
Ruinenstätten besucht und an der Ent-
deckung der bilinquen Inschrift von Ta>
n!S, welche wieder Anlaß wurde zu einem
Pröbcken deS in der Gelehrtenwelt hcrr>
schenken Neides, wesentlich Antheil ge»
nommen. Der preußische Ngyptolog Herr
LepsiuS, der nämlich auch an dieser
für die Wissenschaft interessanten Gnt.
deckung betheiligt ist, hattl>, als er dar.
über an die Berliner Akademie Vericht
erstattete, des Dr. Reinisch und de«
wesentlichen Antheils, den derselbe in
dieser Angelegenheit besitzt, auch nicht
mit einem Worte gedacht. Glücklicher-
weise konnte vi-. Reinisch dadurch,
daß er mit seinem Werke in der Heraus»
gäbe dem preußischen Egyptologen zu>
vorkam, diese ihm in gerade nicht lob»
licher Weise bestrittene Priorität in ent-
sprechender Weise sicherstellen. Nach fei»
ner Rückkehr auS Cgypten folgte R.
einem Rufe des Kaisers Max nach
Mexiko, um daS dortige National-Museum
einzurichten, nachdem er früher schon die
egyptischen Denkmäler, welche der Kaiser
noch alg Erzherzog auf seiner egyptischen
Reise im Jahre 1888 gesammelt hatte,
in Miramar geordnet, beschrieben und
die Beschreibung in einem Pracbtwerkc
veröffentlicht hatte. Nach der tragische» Katastrophe in Mexiko verließ 1867 auch
R. dieseö Land und kehrte nach Wien
zurück, wo er mit Allerh. Entschließung
vom 18. April 1868 zum außerordent-
lichen Professor für egyptische Alterthums-
künde an der Wiener Universität ernannt
wurde. R. ist auf dem Gebiete seiner
wissenschaftlichen Studien auch literarisch
thätig und hat bisher folgende Schriften
veröffentlicht s^die mit einem * bezeich'
„eten stehen auch in den SitzungSberich»
ten der phil. hist. Classe der kais. Akademie
der Wissenschaften): ^„Nebl! den Namen
ZkMtens bei den Semitin nnd Griechen. Gine
hlstllrisch-ctqmlllngische Nntersnchnng" (Wien
1889. 8<>.) ^uergl. darüber: Zarncke'S
literarisches Centralblatt 1889. S. 710;
— Göt t inger gelehrte Anzeigen 1859,
S. 207 u. f.'. — Ewald's biblische
Jahrbücher 1860, S. 274; — Wiener
Zei tung 1860, Nr. 297); — " „ M i r
den NüMll! ÄeMten« in der Phnrallnenzelt und
die
chrnnulllgizche
NlZUmmnng der Äeru des
Nönigs Neiloz" (Wien 1861, 8«.) ^vergl.
darüber: H ei delb e rger Jahrbücher
1861, S. 443; — Zarncke's literar.
Centralblatt18«1; — Göt t inger ge>
lehrte Anzeigen 1861. S. 1418 u. f.^!
— „Zur ^hillnllloyil i,n. lllten ÄlgqPllr"
Leipzig 186l, 8«.), Sonderabdruck aus
der deutschen morginländischen Gesell-
schaft; — „IsMtibche ZlIteltlMN3knndl"
(Tübingen 1862. 8°.). Sonderabdruck
auS der Real-Lncyklopädie für classische
Alterthumskunde, 2. Aufl.. 1. Bd.; —
^„3ie Grnbstele llcz Prie«tcrs?tn1»'Lmv« mit
Äntlllinellrnlrzinn nnl> (tllmmentnr", mit 1 Ta-
fel (Wien 1863. 8".) suergl. darüber:
Ho nie «,nä koreizn Rsvio^v 1864,
S. 286; — Heidelberger Jahr«
bücher 1863. S. 877; — Zarncke's
Centralblatt 1864. S. 134 u. f.); —
Vie Strle des NnbilinglllMMliten 8ol»ix '»i
K. k. ägqptlschen Cabinrte in Wien. Mit Intk»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon