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Neischach 240 Neischach
der Freiherren und Grafen von Reischach
s^s. d. folg, Artikels einen gemeinschaftlichen
Ursprung zu haben anspricht. Das Wappen
der beiden Familien Reisach und Nei>
schach, nämlich in Silber der schwarze
Ebertopf, deutet wohl auf einen gcmeinschaft«
lichen Ursprung hin. Eine weitere Unter»
suchung aber, da die Familie, mit Ausnahme
des gedachten, in kaiserlich österreichischen Dien»
sien gestandenen Mystikers Alo is Eu stach
Grafen Reisach, für dieses W^rk tein we!>
teres Interesse hat, müssen wir dahin gestellt
scin lassen.
Reischach, Sigmund Freiherr (k. k.
Fe ld m a rsch a l l» Lieutenant und
Ritter deS Maria TheresiewOrdens. geb.
zu Wien 10. Februar 1809). Entstammt
einer alten schwabischen Familie, über
welche die Quellen !^S. 241^ einige nähere
Andeutungen geben. S igmund ist der
jüngste Sohn d«ö im Jahre 1839 verstor-
benen Obersthofmeisteis des Erzherzogs
Zud-wig, IudaS Thaddäus Frei-
Herrn von Rei schach aus dessen Ehe mit
Mar ia Karo l ina Gräfin Kol lo-
nit sch. Für das Waffenhandwerk bereits
im Elternhause erzogen, trat S igmund
im August 1828 als Unterlieutenant in
das 4. Jäger Balaillon. Aus demselben
kam er im März 4831 als Oberlieute.
nant in das Infanterie-Regiment Graf
Haugwitz Nr. 38 und im September
t837 als wirklicher Hauptmann zu Kai-
ser-Infanteiie. Der Baron zählte da>
mals 26 Jahre. Früher schon in den
Iohanniter-Ordcn aufgenommen, wurde
er im Jahre 1837 Dienstkämmerer, wo»
durch ihm Gelegenheit zu Dienfluerwen-
düng bei höchsten Peisonen geboten
wurde. So wulde er dem Könige von
Neapel und dem russischen Großfürsten-
Thronfolger während ihrer Anwesenheit
in Wien beigegeben, später befand er sich
bei dem von Sr. Majestät dem Kaiser
anläßlich der Thronbesteigung der Koni»
gin V ic tor ia von Großbritannien nach London entsendeten Gefolge und wurde
bei Gelegenheit der Vermalung des rus-
sischen Thronfolgers nach St. Petersburg
geschickt. Daß ihm bei allen diesen Gele»
genheiten die- üblichen Ordensdecorationen
verliehen wurden, versteht sich von selbst.
Im Juni 1841 wurde R. bereits zum
Major im Infanterie-Regimente Paum»
garten Nr. 21 ernannt: im November
d. I . in das Infanterie-Regiment Nr. 13
übersetzt und in demselben im September
1844 zum Oberstlieutenant befördert.
Im Alter von 37 Jahren, am 13. Sep.
iember 1836, wurde R. Oberst und
Commandant des Infanteiie>Reg!ments
Baron Prochaöka Nr. 7. Zur Zeit deS
Auübruches der Revolution im Jahre
1848 in Mailand befand sich sein Negi»
ment in der Brigade des Grafen E lam
bei dem 1. Armeecorpö eingetheilt und
wohnte den blutigen Straßenkämpfen in
der lombardischen Hauptstadt und dem
Gefechte bei Santa Lucia am 6. Mai bei.
Glänzende Lorbeern erfochten sich Oberst
R. und die wackeren Kärnthner — denn
ProchaSka ist ein kärnthnerischeS Regi-
ment — am 29. Mai bei Montanara
nächst Mantua, welchen Ort die Italiener
besetzt hielten und der überdieß vor sei.
nem Eingänge mit einer von fünf Ge>
schützen versehenen Feldschanze vertheidigt
war. Alle Angrisse hatte der wohlge»
schützte Gegner zurückgewiesen, endlich
war eS einer Abtheilung des Regiments
gelungen, den Frkdhof zu erstürmen und
sich darin festzusetzen. Von da auö nahm
nun Oberst R eisch a ch mit einer Sturm»
colonne Haus um HauS, und im erbit»
terlsten Handgefechte unter dem morden-
schen Feuer des Gegners den ganzen
Ort, machte über hundert Gefangene
und erbeutete nebst einer großen Menge
Waffen drei Fahnen. . In nicht minder
ehrenvoller Weise wirkte das Regiment
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon