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Misch ach 242 Neischach
württembergische Rath Vonrad von Rei>
schach und seine Gemalin Aarßnra geb,
Burggräsin uon Nurttnvach als die Stamm»
eltern des noch heute in mehreren Linien
blühenden Geschlechtes erscheinen. So gibt es
eine katholische Oberländer Haupt l in ie
zu I m mend ingen, eine Unter länder
Haupt l in ie zu Nußdorf und Ried,
jene zu Nußdorf protestantisch, diese zu Ried,
die sich wieder in einen älteren und jün<
geren Zwcig theilt, katholisch i dcmn eine
gräfliche Linie, uon denen allen die tatho>
lische Oberländer Hauptlinie zu Immendin«
gen für dieses Lexikon näheres Interesse de<
sitzt, daher denn auch ihre hier zum ersten
Male entworfene Stammtafel mitgetheilt
wird. Den Neich«freilierr>!stand erhielt die
Familie mit Diplom vom 27. August 1724,
den Wrafeustünd del Königreichs Württem»
l>er,i erlangt?» mit Diplom vom l9, Nouem>
ber 1810 die Brüder Kar l Friedrich, Phi«
lipp Heinrich und Kar l Ludwig Wil>
Helm, Die katholische Oberländer Hauptüme,
deren Sproßcn in österreichischen Diensten
gestanden und noch stehe», und auch den
Titel: Dynasten zu Immendingen führen,
besitzt seit 178U da« Indigenat von Ungarn
und Siebenbürgen, welches der ehemalige
sicbenbürgischc Hofkanzler Simon Thad-
bäus Freiherr uon R. erlangt hatte. Seit
anderthalb hundert Jahren in österreichischen
Diensten stehend, haben sie sich in denselben
als erleuchtete Staatsmänner und tapfere
Krieger bewährt, gehören zu den Zierden
des österreichischen Adels, und haben sich
durch unerschütterliche Treue für den Thron,
»uich Humanität und Urbanität und ausge.
zeichnete Dienstleistung in amtlicher Sphäre
hervorgethan. Der gegenwärtige Lhef des
Hauses Reischach, Freiherr Johann Ne-
pomnk, ein Vetter deL Maria Theresien»
Ordensritters Sigismuud, führt dcn Titel
eines Herr» auf Immendingen, Hohenkrähen,
Düchtlingm, Schlott und Howmegg. Ueber
die anderen Zweige dieser Familie, welch«
für dieses Werk kein näheres Interesse bc>
sitzen, geben die nun folgenden Quellen
nähere Nachweise. sKneschke (Ernst Heinr.
Prof. Dr.), Neues allgemeines deutsches
Adels'Lerilon (Leipzig 1859, Fr. Voigt, 8°.)
Bd. VI I , S. «3. — Gothaisches genea-
logisches Taschenbuch der freiherr»
lichen Häuser (Gotha, Just. Pertheö, 32«.)
XI I I . Jahrg. (l863), S. 703—770 (ausführ.
liche genealogisäie Darstellung der nicht öster. reichischen Linien), — Histo risch<heral>
disches Handbuch zum genealogischen
Taschenbucht der gräflichen Häuser (Ootha
1835, Pertheö, 32°.) S. 700.^
ll. Einige besonitr« denkwürdige sproßen i »
Frciyerrilgeschlechtc« der Neischach nu« der
Wberländer HanMinie ^u Immendiugtn.
l, Gck von Rcischach, einer der älteren
Sproßen dieses Geschlechtes, lebte in der
ersten Hälfte des lL, Jahrhunderts und war
Commandant einer größeren Abtheilung Fuh>
uolks, mit welcher er im Jahre 1529 die
Stadt Wien auf das Tapferste gegen die
Türken vertheidigen half. Später, im Jahre
1341, zog er mit seiner Mannschaft, uon sei.
nem Tohne geleitet, nach Ungarn. In einem
der Gefechte, das dort statthatte und welchem
er uon einer Anhöhe zusah, bemerkte er einen
Offici«, der sich mit wahrem Löwenmuth
gegen zehn Feinde vertheidigte und bereits
den größeren Theil derselben bewältigt hatte,
als ihm uon einem im Rücken nach ihm
geführten Säbelhiebe der Kopf gespalten
wurde und er, ehe Hilfe kam, todt nieder-
sank. Da meinte der alle Reischach: «der
braue'Gesell verdient wohl ein ehrliches Bc>
'gräbniß". Als aber der Leichnam gebracht
wurde und er seinen Sohn erkannte, ergriff
ihn so großer Schmerz, daß er in eine heftige
Krankheit verfiel, der cv nuch rrlag. Johann
Gabriel Seidl behandelte diesen Vorfall in
einer wiederholt gedruckten (Hormayr's
„Archiu" 1822, Nr, 134, und „Eos. Zeit«
schrift aus Vniern" 1823, Nr. 10) Ballade. —
2, Franz Freiherr von Neischach (geb. im
Jahre 1732, gest. im I . 1808) war der zweit»
aeborne Sohn des Freiherrn Judas Thad'
däuü (I.) s,s. d, Nr. 4) auS dessen Ehe mit
Mar ia Anna Freiin von Vodman, Cr
trat in die kaiserliche Armee, in welcher er
biL zum Feldmarschllll'Licutenant vorrückte,
überdieß wurde er auch in diplomatischen
Geschäften verwendet und war Gesandter im
Haag. Ferner war er Comihur des deutschen
Ordens zu Altenbiesen. Er starb unvermält
im Alter von 76 Jahren. Bekanntlich starb
Kaiser Franz I., Wemal der großen Mar ia
Theresia, an einem Schlaganfall, als er
in Innsbruck am 18. August 176!» aus dem
Theater heinikehrte, in den Armen eines
Varun Reischach Wahrscheinlich ist es der
obige Baron Franz gewesen. — 3, Johann
Freiherr v. Neischach (geb. 8, März 1772).
ein Sohn des Freiherrn S imon Thad
däus N, s.s, d. Nr, ») aus dessen Ehe mi!
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon