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hrad in Prag im Jahre 1798' — in
einer Pfarrkirche unweit der Stadt Neu-
hauS im Jahre 1802-, — ferner hat er
die prächtige, vormals in der Karlskiiche
in der Prager Neustadt aufgestellt ge»
wesene Orgel im Jahre 1790 in der
Pfarrkirche zu Heyde im Leitmeritzer
Kreise in veränderter Lage neu aufge»
richtet! — in seinem Geburtsorte Trau-
tenau eine auf seine Kosten angekaufte
Orgel mit vielen Veränderungen vermehrt
und aufgestellt; — im Jahre 1796 die
große Orgel in der Strahower Stifts»
kirche überbaut und die kleine Orgel
daselbst im Jahre 1797 neu hergestellt'
— und zu Holetitz bei Saatz ein schönes
Positiv aufgestellt. Man rühmt seinen
Werken nicht nur große Schönheit in
ihrer äußeren Ausstattung, sondern auch
vollen, ja gewaltigen Ton mit ungemein
reiner Modulation nach. Dabei weit ent»
fernt, mit irgend einer Geheimnißkrämerei
groß zu thun, richtete er seine Werke so
ein, daß bei allenfalls eintretenden Feh»
lern jeder Orgelbauer dieselben leicht
auffinden und herstellen konnte. R., der
im Alter von 74 Jahren starb, liegt auf
dem Wolschaner Friedhofe in Prag be>
graben.
Gerber (Ernst Ludwig), Historisch-biographi»
scheö Leriton der Tonkünstler (Leipzig 1790,
I . G. I . Vreitkopf, gr. 8".) Vd. I I , Sp. 2L».
Dlabacz (Goltfr. Ioh,), Allgemeines histo«
rischeS Künstler-Lenton für Böhmen und zum
Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag
1813, Gottl. Hause, 4«.) Bd. I I , Sp. 5»8. —
NeueöUniuerslll'Leliton der Tonkunst.
Angefangen von Dr. Julius Schladebach,
forcges. von Ed. BernSdorf (Dresden 185?.
Rob. Schäfer, gr. 8".) Vd. I I I , S. 309.
Reiß, Franz (Arzt, geb. um das
Jahr 1808. gest. zu Prag 27. März
186l). Nachdem er in Prag die medici»
nischen Studien beendet, erlangte er am
11. März 1838 die Doktorwürde, und
dem Lehramte stch zuwendend, wurde er früher noch an Seite des damals suppli-
renden Professors Dr. Bochdalek zum
Prosector an der anatomischen Lehran»
stalt ernannt, welche Stelle er von De»
cember 1834 bis December 1838 beklei-
dete. Mit Allerh. Entschließung vom
4. August 1840 wurde er Privatdocent
an der Prager medicinischen Facultät
mit der Berechtigung zu Vorträgen über
Receptirkunst und vom Jahre 1848 an
auch über Pharmakodynamik und cillge»
meine Therapie. Mit Allerh. Entschlie-
ßung vom 22. Jänner 1849 erhielt er
den Titel, mit jener vom 10. Jänner
1881 auch den Charakter eines außer»
ordentlichen Professors mit dem Jahres-
gehalle uon 600 fl. C. M. Stelluertre-
tend versah er in dieser Zeit während
Professor Dr. Engel 's Erkrankung die
Lehrkanzel der theoretischen Medicin für
angehende Wundärzte, und nach Profes,
sor Dr. Nuchinger's im März 1886
erfolgtem Ableben durch fast fünf Jahre
jene der Pharmakologie. Seine interes»
santen Vortrage wurden fleißig besucht.
Indessen war R. auch als Schriftsteller
in seinem Fache thälig. Zunächst ver>
öffentlichte er in Gemeinschaft mit dem
auck bereits verstorbenen Dr. Ios. Lieh»
mann eine deutsche Bearbeitung von
Malgl l igne's „Älchnndlnnn übn l,ie chi-
rnrgilche Aimtamie nnk l^lriWentnli Ghlrnrgil"
(Prag 1842—1843, Calve. gr. 8».).
welche die anatomisch.topographischen
Vorträge Hy rt l 's ergänzten, dann er»
schienen seine „Grnndziiye dir Mmiillkignnöie.
Aum Nilintr miner Vorlesnngln", 2 Hefte
(Prag 1831, Rabitschek, gr. 8«.). über
welche Dr. Zobel im 34. Bande der
.Prager Vierteljahrschrift für praktische
Heilkunde" (1882) mit Hinblick auf
die österreichische Pharmakopöe vom
Jahre 1836 eine umständliche scharfe
Kritik lieferte. Zugleich war er seit Be>
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon