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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25
Seite - 262 -
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Neittenberger 262 Neittenberger zu lindern, durch TheuerungSzuschüfse, Vorschüsse, Beschäftigung u. dgl. m. zu helfen und zu unterstützen. Nuu aber lichtete cr seine Aufmerksamkeit auf die im Bereiche des Stiftseigenthums a,e> leg?nen Mineralquellen de6 heutigen Marienbades, die muten in den damals fast noch unzugänglichen Sümpfen der Waldesöde noch unbenutzt lagen. Schon im Jahre 1779 hatte der ZtifiSarzt Dr. I . I . Nehr I M . XX, S. 136) die Heilkraft jener Quellen erprobt und find die Bestrebungen des menschenfreundlichen Arztes in dessen Biographie ausführlich dargestellt. Im Hinblicke dessen, daß Dr. Nehr der Erste die Heilkraft der Quel» len erkannte und sich bemühte, dieselben der leidenden Menschheit zugänglich zu machen, wird er denn auch und nicht mit Unrecht als Entdecker Marienbads bezeich» net. Den Namen „Gründer" gibt man aber auch dem Abte Pfrogner, der, von Nehr gedrängt, sich zu einigen Ginrichtun» gen, wie sie für eine Heilquelle erforderlich waren, herbeiließ. Unbestritten aber ge. bührt der Titel deS „Gründers von Ma- rienbad" dem Abte Reittenberger, der schon a!s Secretär des Abtes P fr o g- ner seinen ganzen Einfluß zur Hebung des CurocteS in die Waageschale legte. Nehr's Erfahrungen ließen ihn die Zu» kunft des OcteS ahnen, und als er selbst zur Prälatur gelangte, sehte er sein? ganze Thatkraft ein und warf, da er zu dm erforderlichen Bauten und Einrich» tungen die Erträgnisse deö Stiftes ve» wendete, wie mehrere seiner zelotischen Stiftsbrüder voll Hohn äußerten, „das Stiftseinkommen in den Sumpf". In einer kurzen Darstellung folgt nun hier, was Abt R. für die Mineralquelle Ma- rienbad gethan. Nachdem über seine Ver> anlassimg im Jahre 18l6 die Quellen durch Or. Reuß untersucht wurden, ließ er im Jahre 1817 die Promenade zwi» schen dem Kreuz» und Karolmenbrunnen anlegen', im Jahre 18 l8 wurde Marien» bad zum Range eines Curortes cchoden und schon für das nächste Jahr die Er» öffnung der ersten Saison angekündigt; das Marienbader^ Badehaus mit großen Auslagen Hergestell!; die an Kohlensäure überreiche Nuschowiher Quelle, die meist uon Gründen umgeben war, welche sich in fremden Händen befanden und also- erst mit großen Opfern eingelöst werden mußten, wurde sorgfältig gereinigt, ge» faßt; die Umgebung in eine schöne Land» schaft umgestaltet »nd die Quellen zur Erinnerung an Kaiser Ferdinand I., der schon im I . l828 aus dieser Quelle Kochsal; bereiten zu lassen die Abficht hatte, Ferdmandsqnelle genannt. Auch wurde die Versendung des Kreuzbrun» nenö eingeleitet und Niederlagen davon in Hauptstädten enicktet; die innere Einrichtung deS Curapparateü nach dem Muster der bedeutendsten Kurorte Böh» mens und Deutschlands neu hergestellt und zur Leitung derselben eine eigene Inspection bestellt; ein Badehaus für Stahlbäder erbaut; auf Struve's Ver» anlassung !m Jahre 1820 ein Gasbad, dann ferner Duuche-, Dmnpf>, Schlamm- oder Moorbäder errichtet; zur Unter- bringung cur< und erholungsbedürftiger Ordensbrüder nnch Dr. Nehr 's im Jahre 1820 erfolgten Tode dessen Haus angekauft; Straßen, Brücken, Lanäle, Promenaden mit Alleen, Wasserleitungen, Trottoirs gebaut, über die Brunnen Tempel errichtet, die auf 72 Säulen ruhende Halle über dem Kreuzbrunnen, erner ein Interimstheater, ein Cursalon, eine Schule, eine Lapelle zur Abhaltung dea Gottesdienstes, ein Curspital zur Auf» nähme dürftiger Kranken ohne Rücksicht auf Nationalität und Religion erbaut,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rasner-Rhederer, Band 25
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rasner-Rhederer
Band
25
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
446
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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