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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25
Seite - 264 -
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Neik 264 Neib eitz, Constantin (k. k. österreichischer Consul, geb. zu Dieburg im Darm» städtischen im Jahre 1816, gest. zu Doka in Inner-Afrika 26. Mai 1833). Sein Vater war Oberforstmeister und ließ den Sohn durch einen Hauslehrer unterrichten. Im Jahre 1838 bezog N. die Landes>Univeisitüt Gießen, wo er sich dem Studium der Forstwissenschaft widmete, dabei fleißig die Klinge Hand- habte und durch seinen gesunden unver» wüstlichen Humor in allen Kreisen beliebt machte. Als sich ihm aber die Aussichten, welche sein Vrotstudium ihm darbot, wenig erquicklich zeigten, gab er es auf. erwarb zu Gießen den Docrorhut der Philosophie und piivatifiite einige Jahre zu Gießen, indem er zugleich Unterricht theils an Privatpersonen, theils in öffent» lichen Lehranstalten ertheilte. AuS einer Fußwanderung, welche er im Sommer 1843 in die Schweiz und in das südliche Frankreich unternahm, wurde wider Er- warten ein Ausflug in die weite Welt. Durch ein zufälliges Zusammentreffen mit dem damaligen englischen Consul in Mailand geschah es, daß er, ohne nach Gießen oder in seine Heimat zurückzukeh. ren, sofort die Stelle als Hofmeister bei den Kindern desselben annahm. In die> sem Verhältniß verbrachte er mehrere Jahre in Mailand unter den angenehm» sten Umstanden, da er ja im Hause wie ein Familienglied lieb und werth gehalten wurde. Von Mailand begab er sich nach Neapel, wo er als Priuatgelehrter lebte und sich eine angenehme Existenz dadurch gründete, daß er jungen Leuten cmS höheren Ständen Unterricht ertheilte. So kam er in die höheren Kreise der Neapolitaner Gesellschaft, deren Liebling er bald wurde. Aber bald änderten sich die Verhältnisse deS dortigen geselligen Lebens. Im Sommer 1tt4? begannen sich die politischen Zustände Neapels immer schlimmer zu gestalten; nach der dem papstlichen Nuntius dargebrachten Serenade wurden Verhaftungen uorge» nommen, wodurch auch einige Jünglinge aus den Familien, mit denen R. im Verkehre stand, auf das Castell St. Elmo kamen. In Folge dieser unerquick- lichen Verhältnisse, die ja auch für ihn bedrohlich weiden konnten, schloß sich R. zwei Landsleuten an, die zu jener Zeit in Neapel verweilten und eben im Be. griffe standen. Sicilien und Egypten zu bereisen. Als Vierter gesellte sich noch der Naturforscher und Reisende Nuppel auS Frankfurt zu ihnen. R. ging nun mit seiner Reisegesellschaft nach Aleiandria, von da nach Kairo, wo er im Secre» tariat des dortigen k. k. österreichischen Konsuls eine Anstellung erhielt. Auf die» sem Posten entwickelte er solche Umsicht und Geschäftstüchtigkeit, daß er zum Secretär deS österreichischen Konsulats in Alexandria ernannt wurde, wo er sich gleichfalls durch seine Gewandtheit und Dienstbeflissenheit die Anerkennung seiner Vorgesetzten erwarb. Als er bald darauf zum Viceconsul in Cyartum befördert worden war — der eigentliche Consul Dr. von Mül le r war gar nie auf seinen Posten gegangen — riefen ihn im Jahre 1836 die Verhandlungen über dieses neueriichtete Konsulat für einige Zeit nach Europa zurück, welche Gelegenheit er auch zu einem Besuche seiner Heimat benutzte. Ende Sommer genannten Iah- reS begab sich R. über Wien und Trieft auf seinen neuen Posten. Auf demselben entwickelte er eine höchst verdienstliche Wirksamkeit, zu welcher ihn geistige wie körperliche Energie, heller Verstand, große Gewandtheit, mit den Menschen umzugehen, und endlich die Bekanntschaft mit den Verhältnissen und Sprachen der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rasner-Rhederer, Band 25
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rasner-Rhederer
Band
25
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
446
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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