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Neikenbeck 265
südlichen Länder vorzugsweise eigneten.
Neber seine Reisen von Chartum nach
Gondor in Abysfinien erstattete er aus>
führliche Beritte, von denen selbst die
Wissenschaft Kenntniß nahm. I n den
Sitzungsberichten der maihem. naturw.
Claffe der kais. Akademie der Wissen»
schaften in Wien erscdienen von ihm:
„Ueber die von ihm eingesammelten Nil-
fische" und „Berichte übcr Abyssnnen",
beide auch i» Separatabdrücken ansge»
geben und ersteres bereits vergriffen.
Leider ereilte ihn auf seiner letzten Reise
der Tod, der ihn im kräftigsten Mannes»
alter von erst 37 Iahrm einem Berufe
entriß, dem er mit Leib und Seele er»
geben war, und auf welchem er noch das
Ersprießlichste hätte leisten können. Neitz
hat auf dieser beschwerlichen Reise in das
noch unenthüllle Innere Afrika'S den
Beweis geliefert, daß er weder die
übergroßen Beschwerden noch die äugen»
Heinlichsten Gefahren scheute, um dem
Ramen und Einfluß Oesterreichs allen!»
halben und selbst im fernen Abyssinien
Ge'«tung zu verschaffen und der oster»
reichschen Industrie neue Handel«, und
Verkehrswege zu eröffnen.
Allgemeine Zei tung (Augsburg, Cotta,
4".) Heilage zur Nummer vom 16. August
<533: ,D« Tlld dcö I>l'. Lonst, Neitz. öst«.
reiäMm Consuls für Central'Aftila". —
Tr ie f te Zei tung l«3U, Nr. 24L. —
Iuliheft,növa
, Heinrich (Schulmann,
geb. zu Wels in Oberösterrrich 7. Juli
l812). Sohn eines Kaufmanns, kam,
fünf Jahre a't, naä) Gaspolzhofen zu
seinen Großelkrn, Mathias und Katha»
tina Wi t ternayer , die ein großeS
Oekonemiegut besaßen, besuchte dort die
Dorfsyule unter der Leitung des ver»
diensioollen Schullehrers Mich. Lampl,
der l)n auch im Geigen» und Flötenspiele und im Gesänge unterrichtete. Auf An»
regung deS Pfarrers AndreaS Dusch er
kam der Knabe nach Linz zu seinem
Onkel Karl Fritsch. Oberpfieger der
gräflich SlarlMnberg'sclM Herrschaften,
»nd besuchte da die Normalhauutschule
und dann das Gymnasmm, wo Profeffor
Pater Hadinger, Chorherr des Stiftes
St. Florian, auf ihn zumeist einwirkte,
indem er ihn in den Geist der lateinischen
und auch der deutschen Classiker ein»
führte, und Begeisterung für das Schöne
und Gdle in ihm erweckte. Während
dieser Zeit sehte N. die Musikstudien bei
dem Meister Ioh. Bapt. Schied er»
mayer fort. R. schrieb schon damals
Gelegenheitsgedichte und auch kleine
Schauspiele, die im Hause seines Onkels
aufgeführt wurden. Sein Wunsch, die
Nechte zu studiren. ging nicht in Erfül»
lung, denn der Onkel starb, und seine
Mutter, die schon Witwe war. vermochte
nicht, diesen Wunsch zu verwirklichen.
N. wandte sich der Pharmacie zu; die
Zernzeit verbrachte er in der Apotheke
Pelikan's zu Gastein, wo er nebenbei
auch die Zeihbibliothek für oie Nadegäste
besorgte. Die deutschen und französischen
Bücher, aus welchen dieselbe bestand,
wurden durchgelesen mit aller Wißbe»
gkrde eineS Jünglings, der, voll Elfer,
die Schriftsteller kennen lernen will.
Jean Paul 's Werke wurden völlig
verschlungen! Schi l ler , Goethe,
Lessing, Scott , Kotzebue und die
dreihundert Bündchen von Meyer's
Groschen'Nibliothek immer und immer
wieder gelesen. Der berühmte Reisende
Rußegger. damals Bergwerks-Ver»
waltcr in Vockstein, gab manche Beleh-
rung und hellen Einblick. Nach Jahren
ging N. auf die Universität nach Wien,
wo er Zoologie, Mineralogie, Botanik
und Chemie studirte und das Diplom
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon