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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25
Seite - 280 -
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'Nemenni 280 Ncmönyi kolcz in Ungarn, sein Geburtstag und Jahr werden verschieden, bald der 13., bald der 17. Juli, bald daS Jahr 1829. bald 1830 angegeben). Sein Vater war ein schlichter GewerbSmann zu Miskolcz. der Hauptstadt deS Borfoder ComitateS, der, als er daü musikalische Talent des Knaben erkannte und in MiSkolcz alle Mittel zu dessen Ausbildung fehlten, nach Ellau übeisiedelte, wo eS ihm gelang, einige höhere Geistliche für den talentvollen Knaben zu interessiren. durch deren Verwendung Remänyi zu seiner musikalischen Ausbildung Aufnahme im Wiener Conseruatorium erlangte. Dort legte R. den Grund zu seinem virtuosen Biolinspiel'e. I m Jahre 1846. damals etwa 16 Jahre alt, trat er zuerst in einem Koncerte zu Pesth öffentlich auf und gewann großen Beifall, insbesondere aber die Gönnerschaft des damals im Zenyth seineS Ruhmes stehenden Magna» ten Stephan Grafen Szöchönyi, der sich deS Künstlers ernstlich annahm und ihn mit den besten Empfehlungen nach Paris und London versah. I n Paris fand der junge Künstler im Salon deS österreichi» fchen Gesandten in Folge vonSzöchä» n y i's Empfehlung die freundlichste Auf» nähme, und als er sich mit seinem Spiele hören ließ, erregte er allgemeines Ent> zücken. Sein Ruf war nun gegrünbet und Master Nal fe damaliger Director der königlichen Oper In London, lud ihn sofort unter den glänzendsten Anträgen in die Themsestadt. Nach seiner Rückkehr auf den Continent begab sich der junge Künstler in seine Heimat, welche unter den Aufregungen der 48ger Wirren nicht Zeit hatte, sich um Kunst und Künstler zu kümmern. Auch Rem6nyi , den Ernst der Zeit erfassend, hing die Violine auf den Nagel, verließ seine Mutter, bei welcher er lebte und begab sich sofort in Görgey'S Lager, in welchem sein älterer Bruder bereits in der Insurrections> Armee diente. Der junge Künstler wurde nun auch Recrut, aber bald änderte sich sein Geschick. Die Mutter, nachdem tie seine Flucht inne geworden, wendete sich brieflich an Görgey und dieser ließ Remunyi vor sich bescheiden, überzeugte sich selbst von der Virluosität seineS Spieles, und davon entzückt, sagte er ihm: „Ihre Mutter hat Recht; es wäre Schade um Sie im gewöhnlichen Dienste, die Sabelführung macht eine schlechte Bogenführung und die Zügel machen steife Finger". Da aber der junge Kunst» ler nicht zur Rückkehr nack Hause zu bewegen war, behielt ihn Görgey in seiner Adjutantur. Oft heiterte Rem6> nyi mit seinem Spiele den Unmuth Görgey'S auf und die Umgebung deS Generals nannte ihn allgemein „Gör» gey'S Geiger". So sehr Remänyi vor Sehnslicht brannte, endlich auch einmal in ein Gefecht verwickelt zu werden, so sorgfältig wußte Oörgey dieß zu ver- eiteln. „Sie haben sich für mehr auf> zuheben" , rief er ihm eineS TageS zu. ,als wie jeder unserer Hirtenjungen zum Kanonenfutter zu dienen", und als Re- in Siiyi eineS TageS um jeden Preis Krieg spielen wollte, wäre eS ihm übel bekommen. Die „Gartenlaube" 1861, S. ?61. erzählt in dem Artikel: „Gör> gey'S Geiger" diese Episode. Allmälig entfremdeten sich General und Geiger. Letzterer befand sich nicht mehr in des Ersteren unmittelbarer Nähe. Die Gründe, wie daS so gekommen, hat Remsnyi nie erzählt. Als die ungarische Armee bei VillagoS daS Gewehr gestreckt, war R. gleich Anderen ein Flüchtling und war eS ihm wieseinem Brudergelungen, den Nach» stellungen der Kaiserlichen glücklich zu ent» kommen. Er hatte einige Zeit bei seiner
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rasner-Rhederer, Band 25
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rasner-Rhederer
Band
25
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
446
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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