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Nendler 286 Nenier
seiner liebevoll an und R. begann im
Alter von 21 Jahren lateinisch zu lernen.
Er machte so gute Fortschritte, daß er
im Jahre 1762 im Alter von 25 Iah.
ren, die Logik in Straubing besuchte und
im folgenden Jahre zu Constanz die
Physik hörte, während er sich durch
Unterrichtertheilen selbst fortbrachte. Im
Jahre 1769 kam- er nach Wien, begann
dasclbst das Studium der Theologie,
ertheilte nebenbei Privatunterricht auS
der Philosophie und besuchte die öffent»
lichen Bibliotheken, sich in verschiedenen
Wissenszweigen fortbildend. Da er sicb
für die Bienenzucht interessirte, hörte
er auch die Vortrage des berühmten
Bienenzüchters Anton Ianscha l^Bd.X,
S. 89). eines krainischen Bauern, den
die Kaiserin Mar ia Theresia nach
Wien hatte kommen lassen, um über
diesen landwirthschaftlichen Zweig, dessen
gedeihl'ä'e Pflege sie auch in den anderen
Provinzen der Monarchie verbreiten
wollte, öffentliche Vorträge zu halten.
Nacl'dem Rendler die theologischen
Studien beendet, erlangte er im 1.1767
die Priesterweihe und trat in die Seel>
sorge. Diese versah er vorerst bei den Sa»
lesianerinen in Wil-n und machte sich um
diese Zeit mit der neuen Lehrmethode des
Abtes Felbiger I M . IV, S. 166)
bekannt. Im Jahre 1773 wurde er
Beneficiat zu St. Helena in Baden bei
Wien, zugleich Katechet an der dortigen
deutschen Schule und Schulvisitator im
badenschen Schulbezirke. Die Muße, die
ihm sein Seelsorger- und lehramtlicher
Beruf ließen, benutzte er zu naturwissen»
schafllichen Studien und vornehmlich zu
Wanderungen im benachbarten Gebirge,
auf denen er verschiedene Gegenstände für
seine wissenschaftlichen Collectionen sam>
melte. Unter andern hatte er eine Samm»
lung von 60 verschiedenen Marmorarten ;u Stande gebracht und dieselbe nebst der
Beschreibung der kunstsinnigen Erzherzo-
gin Mar ia Anna ^Bd. V I I , S. 26,
Nr. 212) überreicht. Durch den Druck
hat R. folgende Schriften veröffentlicht:
„Nezchreiliung einer astrunuliiischen Nhr, welche
n 8. d»Muno, AngUltinn-
in bim k. k Hülklulter zn Wien,
eigenhändig verfertigt i«t und nun erkläret
wird" (Wien 1771, 4».)i — „Nachtrag zn
dicZer Neschieibnng" (ebd. 1778, 8«.); —
„Ner uortlicülilllte Niriirnstuck" (ebd. 1777,
8".); — „Welches sind dil nurtheillillstesten
Schindeldächer?" (ebd. 178!,. 8".). Später
nahm Nendler seinen Aufenthalt zu
Soos, auch Soß, einer freundlichen, auf
dem Wege nach Vöslau gelegenen Ort»
schaft, deren sagenhafter Untergang, da
sie ehemals eine Stadt gewesen und von
den Türken vollends zerstört worden sein
soll, ihn anzog und zu Forschungen dar»
über anregte, die jedoch ohne Resultat
geblieben.
OestecreichischeNational'Cncyklovä»
die von Wcäffer und Czikann (Wien
<83», 8«,) Vd. IV, S. 2?4. — (De Luca)
Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien
t?78, v. Trattnern, 8«.) I. Vande« 2. Stück.
S 4L,
Nenier, Stephan Andreas (Natur»
forscher, geb. zu Chioggia, einer
bei Venedig liegenden Insel, 29. Jänner
1789. gest. zu Padua 16. Februar
1830). R. studirte erst in dem bischöf-
lichen Seminarium zu Chioggia, kam
dann später an die Hochschule, wo er
auch die Doctorwürde auS der Philoso»
phie und Arzneikunde erlangte. Er prak»
ticirte hierauf in mehreren Spitälern
Italiens und übte nach seiner Rückkunft
in seinem Vaterlande die Arzneikunde
aus. Doit bekleidete er an der Hoch»
schule mehrere Ehrenämter. Dem Stu>
dium der Naturgeschichte vorzugsweise
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon