Seite - 291 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25
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stammen; ein Schüler Schwanthalers,
der später nach Speyer übersiedelte und dort
seit Jahren mit Arbeiten für den Dom be<
schäftigt ist. Von einer für denselben ge<
meißelten Marienstatue, 5Ia«» i«ui»oula,t2,
neuntholb Schuh hoch, aus schönem Sand,
stein, wurde in den Zeitungen mit allem
Lobe berichtet. An dem kolossalen Standbilde
wurden das Ebenmaß der Formen, die Kunst»
feltigleit der Ausführung und der Ausdruck
voll Milde und Hoheit, voll Demuth und
Würbe im Kopfe allseitig gerühmt. ^Volts»
blat t für Tirol und Vorarlberg (Innsbruck,
4°.) «838, Nr. <l- „Kunst". — Bote für
Tirol und Vorarlberg (Innsbruck, ll. Fol.)
1868, Nr. 26.)
Renn, Paul (österreichischer P o e t ,
geb. zu Klagen für t 27. November
1806, gest. ebenda 18. November 1860).
Sein Vater AndreaS Renn, auS dem
salzburgischen Tauernlande stammend, war
Steinschleifer und wurde von dem Car>
dinalbischofe vonGurk, Ntgrafen Sa lm,
nach Klagenfurt berufen, wo er für ihn
und zum Verkaufe verschiedene kleine
Kunstarbeiten, als Früchte. Schwersteine
u. dgl. m. in Marmor ausführte. Der
Sohn Pau l , das jüngste von fünf
Kindern, wurde so wie der älteste Sohn
Andreas, ungeachtet der ärmlichen
Verhältnisse der Eltern, für die Studien
bestimmt und gehörte am Gymnasium
seiner Vaterstadt immer unter die vor»
züglichsten Schüler. Die Eltern mein»
ten, er sollte !n den Benedictinerconvent,
der die Lehrer für das dortige Gym»
nasium und Lyceum lieferte, eintreten.
Allein die freiere Richtung seines GeisteS
und vorzugsweise die sich frühe zeigende
Neigung zur Poesie ließen ihn andere
Bahnen m'S Auge fassen. Er begab sich
nach Wien, um die Rechte zu studiren.
Cr hatte dort auf die Unterstützung eini»
ger Gönner gehofft, die sich jedoch nicht
eiwahrte; da sein Wille der auSdauern«
den Kraft entbehrte, drang er nicht durch
und kehrte, von allen Subsistenzmitteln entblößt, noch vor Vollendung des ersten
Uniuersitätsjahres nach Klagenfurt zurück.
Sein Vater war schon seit Jahren todt.
Iectionen boten ein nicht genügendes Aus»
komm,en; ohne den Freitisch in einem
wohlwollenden Hause wäre er der Noth
preisgegeben gewesen. Unter solchen Ver>
hältnifsen mußte ein neuer Lebensweg,
der Aussicht auf Unterhalt eröffnete, ein»
geschlagen werden. Paul Renn wählte
das chirurgische Studium, das er, so
weit die Lehranstalt zu Klagenfurt reichte,
mitNuSzeichnung betrieb und das Diplom
als Patronus erhielt. Er war nun durch
einige Jahre Secundararzt im Kranken»
hause zu Klagenfurt und erwarb sich als
solcher die Achtung und Neigung der Di>
rectoren und Primarärzte. Einerderselben,
Dr. Heindl , wurde zum Director deS
Spitals in Lemberg befördert, er forderte
Renn noch vor der Abreise" dringend
auf, die medicinischen Studien zu machen
und lud ihn zu diesem Endzwecke zu sich
nach Lemberg ein. Im Vertrauen auf
dieses Anerbieten erschien Paul Nenn
ungefähr ein Jahr später plötzlich im
Hause doS Dr. Heindl zu Lemberg.
DaS Sprichwort: Aus den Augen, aus
dem Sinne, bewahrte sich aber auch
dießmal; Nenn wurde zwar im Hause
deS Dr. Heindl aufgenommen, allein
der Gastfreund sollte als Famulus nütz>
bar weiden. So bildete sich ein unhalt»
bares Verhältniß, unter dem auch das
medicinische Studium nicht gefordert
wurde, und nach ungefähr einem Jahre
kehrte Renn, um nichts als an Ersah»
rungen reicher, nach Klagenfurt zurück.
Während seines Lemberger Aufenthaltes
hatte er im liebreichen Umgänge des
Professors vr. Karlmann Tangl den
einzigen Trost gefunden. Abermals war
ein LebenSerwerb zu suchen, denn in
einer chirurgischen Osficin zu fungiren,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon