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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25
Seite - 305 -
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Neschauer 308 Neschauer ihm nichts übrig, als bei einem Advoca» ten sich als Schreiber sein Brot zu ver> dienen, und er faßte nun den Entschluß, In seinen freien Stunden dir humanisti« schen Studien wieder fortzusetzen, um seinen schon frühzeitig gefaßten Lieblings- wünsch, sich zum Schriftsteller auSzubil» den, erfüllen zu können. Kränklich, in seiner körperlichen Entwicklung zurück» geblieben, halte R. während der nächsten Jahre vielfach mit Hunger und Ent> behrungen zu kämpfen. Er wollte später ein Gymnasium besuchen und sich seinen Unterricht durch Lectionengeben verdienen, aber seine beständige Kränklichkeit hinderte ihn daran. Durch Vermittelung eines Hofrathes, dessen Enkel er unterrichtete, erhielt er 1888 eine Diurnistenstelle bei der Gefallen» und Domänen>Hofbuch- Haltung. Nun konnte er, wenn auch in höchst kümmerlichen Verhältnissen, ganz seinen literarischen Neigungen obliegen. I n verschiedenen Zeitschriften, namentlich in der Hamburger junggermanischen Mo» natschrift „Teut" , herausgegeben von Krüger, erschienen nun von ihm Ge- dichte, Wiener Briefe u. dgl. m. Auch ein Trauerspiel: „Narl nnl> die Znchsen", entstand in dieser Zeit und erfuhr später im „Teut" eine aufmunternde Beurthei» lung. Er schrieb noch ein zweites Trauer» spiel: „Ziimlllll", den bekannten Stoff aus der römischen Geschichte behandelnd, durch welches er mit dem Dichter I . N. Bachmayr sBd. I , S. 111) bekannt wurde, mit dem N. bis zu dessen durch Selbstmord herbeigeführtem Ende ein inniges Freundschaftsbündnis unterhielt. I m Jahre 1888 erhielt R. eine kleine Stelle bei der Staatsgüter>Abtheilung der Nationalbank, die er jedoch aufgab, als er nach dem Schlüsse des verstärkten Reichsrathes in Folge der auf immer weitere Kreise sich erstreckenden politischen v.Wurzbach, biogr. Lexikon XXV. s,Gedr, Bewegung plötzlich Aussicht gewann, als Journalist sein Fortkommen zu finden. Von ihm erschien nun anonym eine Broschüre: „3!ie Aufgaben Neut5ch>Oe«ter- reich«« (Wallishausser 1861). die !>an hielt allgemein den damals populären Schuselka für deren Verfasser, so zwar, daß dieser in allen Wiener Blattern zu erklären genöthigt war, er sei nicht der Autor dieser Schrift) großen und raschen Abgang fand. Anläßlich des Conflictes zwischen Schuselka und vi-. I . N. Berg er wurden namentlich im Bezirke Alsergrund. dessen Abgeordneter der Erstere war, große Wählerversamm» lungen abgehalten, für welche R. alle Proteste. LandtagS-Eingaben und Reso» lutionen auszuarbeiten hatte. Dadurch wurde er mit Schuselka bekannt, der sich seiner liebevoll annahm und ihm sofort in der Redaction des „Wanderer" eine feste Stelle verschaffte. Kurz darauf übernahm er auch die Wiener LorrespoN' denz für daS in Gratz erschienene radicale Journal „Die Volksstimme", und als deren Redacteure in Folge verschiedener Processe theils die Flucht ergrissen, theils in Untersuchungshaft gezogen wurden, verließ R. den „Wanderer", um in Gratz die Chef-Redaction der „Volksstimme" zu übernehmen. Er war jedoch nicht mehr im Stande, daS dem Untergänge bereits geweihte Blatt am Leben zu erhalten, schon nach zwei Wochen wurde er selbst in Haft genommen, wegen Ma» jestätsbeleidigung und Beleidigung der Mitglieder des kaiserlichen Hause« in Anklagestand versetzt, später, nach abge» schlossmer Untersuchung, zwar auS der Haft entlassen, jedoch für mehrere Mo» nate in Gratz internirt. Die Schlußver» Handlung wurde erst im Februar 1862 anberaumt, weil R.'S Ankläger, ein gewisser Lucian Fr iebel t , während . 20. Jänner!873.) 20
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rasner-Rhederer, Band 25
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rasner-Rhederer
Band
25
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
446
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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