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Nessel 322 Nesti
Fernkorn die Gesichtszüge für die Statue
modellirte. Nachdem er damit fertig gewor»
den, wurde das Porträt an da« Ressel.Eomlts
in Trieft, welches dasselbe hatte anfertigen
lassen, zurückgesendet und von demselben der
k, k. Akademie der Seeschiffahrt und des Han>
dels in Trieft feierlich übergeben. Diese Ueber»
aabe erfolgte am 31. December 1839 und
wurde das Oelbild an der Wand des großen
Saales dem Haupteingange gegenüber auf»
gehängt. lG raher Zei tung 1860, Nr. 7,
im Feuilletons — LitlMrapliicn und Holz»
schnitte. Unterschrift.- Joseph Nessel, der Crfin.
der der Schiauben'Dampfschiffahit. Holzschnitt
ohne Angabe des Zeichnerg und Xylographen
in der „Illustrirten Zeitung" ( I , I . Weber)
<8!>8, Nr. 768. — Unterschrift: Rs8««I^ 62«sl.
2l! lr l l8tani ^o. l8L8 (lith,). X?°iu. Ii.slt-
touLtoin 63 IttzLek VscL^su, 18L7 (4°.) stauch
in Sarkady'S „H^'nal"^, — Der Venetia»
ncr Vildhauer Andrea Zandomenegh! hat
eine Büste Nessel's in Marmor ausgeführt,
Vlll. Nesselmua. — ^enie aus Nessel. Die treff.
lichste Persiflage, wie der bureaulratische Geist,
der Oesterreich unterwühlt, den Genius und
das Talent mißhandelt, ist folgendes Cpi>
grcmnn überschrieben: Vor dem Stand»
bilde Nessel's. Wenn Ihr Euch darob
verwundert, j Daß der Edle mit ach thun»
dert > Gulden Gage sich beschieden > Und
damit noch war zufrieden, > Denkt, daß wör'
er nicht gestorben, > 2r Neunhundert' noch
erworben. — Erste Zuschrift l><« Nessel-Denk»
mals. Die erste Inschrift für das Postament
der Ressel'Stlltue war in italienischer Sprache
und lautete: «üiuLopVo N««««! Inventars
äol piro^üllka uü «Ueo, 186i." Ein guter
Genius hintertrieb die zweifelhafte Ehre, daß
der deutsche Erfinder eine italienische Inschrift
auf sein Denkmal erhalten sollte, — Vl)«n>
liürgeiiecht für Nessel'« söhn. Der Stadtrath
der Gemeinde Chrudim hat, um das Anden«
kcn Ressel's, der in Chrudim geboren, in
entsprechender Weise zu ehren, seinem Sohne
Heinrich das Ehrenbürgerrecht uerliehen.
Die Beschreibung der Ausstattung des Di<
ploms nebst der Ueberfetzung des Lechischen
Textes desselben ist im Wiener Fremden»
Glat t von Gustav Heine 18«1, Nr. 247.
mitgetheilt. — Ein Neffel-Wortspitl. „Oester«
reich hat mit der Errichtung des Monumen,
tes für den Bürger Nessel einen wahren
Rösselsprung gemacht" ^aus einer Ansprache,
welche Dr. Reitl ina, er auf einem Commers
gehalten, den im Jänner l8L3 mehrere Tech» niler-Verbindungen zum Andenken Rcssel's
abgehalten). — Schicksal eine« Nebenbuhlers
Nessel's. Der Erfinder der Schraube, den die
Engländer Ressel'n substituirten. James
Löwe, hat im Nouember l»65 durch einen
der in Londons Straßen so häufigen Unfälle
sein Leben verloren. Er wurde von einem
schwer beladenen Fuhrwerk überfahren und
blieb augenblicklich todt.
Noch ist bemerkenswerth: ?. Zacharias Res,
sel (Prämonstmtenfermönch, geb. zu Neichen,
vera 28, September 18N9). Trat im Februar
1834 in das Prämonstratenserstift Strahow
ein, in welchem ec am 7. August l8!>6 die
Weihen erhielt. Er war seit 1337 Professor
der Geschichte, Geographie und Technologie
an der Reichenberger Oberrealschule und kam
später als Professor an da« Obergymnasium
zu Brüx, woselbst er auch seine um die
Mitte der Fünfziger-Jahre im Drucke erschie»
nene „Allgemeine Weltgeschichte" geschrieben
hat. Nessel war auch oder ist noch Mitglied
des Brüier Stadtverordneten > CollegiumS.
Ob er ein Verwandter des Erfinders der Pro»
peller>Schraube ist, konnte ich aus den mir
zunanglichen Quellen nicht herausfinden.
s.Album. Herausgegeben vom Lehrkörper der
Oberceal'Schule in Reichenberg zur fünfund«
zwanzigjährigen Jubelfeier der Lehranstalt.
1882, S. 46.)
Rehler, siehe: Rößler.
Refti, Giugno (gelehrter Dalma.
tiner, geb. zu Ragusa 3. Jänner
1733, gest. ebenda 31. März 1814).
Aus eitter alten, vornehmen Ragusäer
Familie, in welcher mehrere Mitglieder
die höchsten Würden in der ehemaligen
Republik bekleideten und auch außer
Landes in hohen Aemtern standen. s^Ver-
gleiche die Qu. S. 323.^ Giugn 0 Resti
erhielt eine sorgfältige Erziehung, welche
im IesuitM'Collegium seiner Vaterstadt
vollendet wurde. Frühzeitig — wie dieß
bei den wenigen bevorzugten Familien
seiner Vaterstadt der Brauch war —
dem öffentlichen Dienste sich widmend,
sah er bereits im Alter von 18 Jahren
im großen Rathe der Republik. Als dann
sein Vater starb, bereiste er in Begleitung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon